Ibuprofen bei COVID-19 – Ist es nun gefährlich oder nicht?
Einerseits war eine Warnung vor Ibuprofen ein Fake, andererseits rät nun sogar die WHO davon ab.
Jene Warnung der WHO beruht jedoch nicht auf eindeutigen Untersuchungen, sondern ist eine Vorsichtsmaßnahme.
Im Zweifelsfall sollte man also bei COVID-19 auf Ibuprofen verzichten, bis es genauere Untersuchungen gibt.
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Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran wies auf Twitter daraufhin, nun rät auch WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf, dass Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus ohne ärztlichen Rat kein Ibuprofen nehmen sollten.
Insofern scheint ja alles klar zu sein, oder?
Nicht ganz, denn man sollte sich auch die jeweiligen Artikel durchlesen, denn dann sieht man, dass es weitaus komplexer ist, als eine Überschrift alleine den Anschein erweckt.
Woher kommt die Erkenntnis über die Gefährlichkeit von Ibuprofen?
Ursache ist ein Artikel in der Fachzeitschrift „The Lancet“ vom 11.3. 2020. In jenem Artikel weisen Mediziner darauf hin, dass Medikamente, welche den Zell-Rezeptor ACE hemmen, den Krankheitsverlauf von Covid-19 eventuell verschlimmern könnten.
Konkret geht es um die Krankheitsverläufe von 32 Patienten in China mit erhöhtem Blutdruck und Diabetes mellitus, die Medikamente nahmen, welche den Zell-Rezeptor ACE hemmen.
Achtung, Hypothese!
Die Ärzte stellten die Hypothese auf, dass die Behandlung solcher Patienten mit Thiazolidindione und Ibuprofen den Krankheitsverlauf verstärken kann.
Wir haben es somit erst einmal nur mit einer Hypothese zu tun, worauf in dem Fachmagazin auch deutlich hingewiesen wird, auch darauf, dass noch mehr Untersuchungen nötig sind, um jene Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen.
Mögliche Hinweise
Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) kann sich laut dem Tagesschau-Faktenfinder durchaus vorstellen, dass ASS und Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung COVID-19 nicht hilfreich sein könnten, da Ibuprofen die Blutgerinnung hemmt und somit das Risiko für innere Blutungen steigt.
Weitere Untersuchungen nötig
Außer der oben erwähnten Hypothese gibt es jedoch noch keinerlei Hinweise auf eine Gefährlichkeit von Ibuprofen bei COVID-19 Patienten. So betont der Virologe Christian Drosten im Podcast bei NDR Info, dass zwar SARS-CoV-2 neu sei, man aber Coronaviren schon lange kennt. Bisher gab es auch noch nie Probleme bei der Einnahme von Ibuprofen, wenn man eine Infektion mit einem Coronavirus hatte.
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Im Zweifelsfall auf Ibuprofen verzichten
Die WHO geht somit auf Nummer sicher: Da es noch keine eindeutige Klarheit gibt, dafür aber kleine Hinweise, raten sie auch vorsichtshalber von der Nutzung von Ibuprofen ab, solange man nicht mit dem Hausarzt Rücksprache gehalten hat.
Artikelbilder: Shutterstock / Von Tobias Arhelger
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