Die Behauptung

In einem Video scheint Elon Musk zu sagen, dass er nun auch Meta kaufen will, ihm dann natürlich auch Facebook und Instagram gehören.

Unser Fazit

Das Video wurde mit einer App erstellt, mit der man Prominenten alle möglichen Sätze in den Mund legen kann.

Als Faktenchecker müssen wir Fake-Erstellern immer einen Schritt voraus sein oder wenigstens auf Augenhöhe rennen, insbesondere da schwerer zu durchschauende Methoden wie Deepfakes immer populärer werden. Ein aktuelles Beispiel ist ein kurzes Video mit Elon Musk, der angeblich nun nach Twitter auch Meta kaufen will.
Doch das Video ist mit einer Deepfake-App erzeugt worden, im Originalvideo sagt er das nicht!

Das Video

In dem kurzen Video scheint Elon Musk zu sagen: „I predict that I will buy tomorrow the entire META company! Facebook and Instagram will be mine too“, auf Deutsch: „Ich sage voraus, dass ich morgen das gesamte META-Unternehmen kaufen werde! Facebook und Instagram werden auch mir gehören.“

Das Video findet sich beispielsweise auf Instagram, durch den Accountnamen „elonmusksocial“ scheinen viele auch zu glauben, dass es sich um einen offiziellen Account Musks handele, was allerdings nicht der Fall ist.

Erstmals erschien das Video bereits am 9. November auf TikTok… und der Account, der das Video veröffentlichte, führt auch Nichtkenner einer gewissen App auf die richtige Spur.

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Das Originalvideo

In dem Originalvideo, aus dem die Videosequenz stammt, sagt Musk dies natürlich nicht. Ihr könnt es selbst nachprüfen:

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Musk ist in mehreren Stellen des Videos wie in dem kurzen Ausschnitt zu sehen, beispielsweise an Position 14:43 des Videos.

Musk in in dem YouTube-Video (links) und dem TikTok-Video (rechts)
Musk in in dem YouTube-Video (links) und dem TikTok-Video (rechts)

Das Originalvideo stammt aus einem TED-Talk vom April 2022, das Transkript des Gesprächs findet ihr HIER.

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Übrigens könnte Musk Meta nicht einmal kaufen, wenn er das vorhätte: Derzeit besitzt er ein Vermögen von 155,8 Milliarden Dollar (Stand: 21.12.), während Meta derzeit (Stand: 21.12.) einen Marktwert von über 300 Milliarden Dollar hat.

Was Musk noch alles sagen kann

Kommen wir nochmal zurück zu dem TikTok-Account, der das Video zuerst veröffentlichte, denn da sagt Musk noch ganz andere Sachen:

@become.some Wtf? Is Elon going to Mars already?🤔 #elonmusk #elonmusknews #elonmuskmemes #mars #spacex ♬ original sound – become.some

Hui, er verkauft also bereits die ersten Tickets für Flüge zum Mars? Wahnsinn! Aber er gestand augenscheinlich noch etwas:

@become.some Elon fall in love with Jolie😱❣️#elonmusknews #elonmuskmemes #elonmusk #tesla #spacex #angelinajolie ♬ original sound – become.some

Wie süß! Elon ist in Angelina Jolie verliebt und hat ihr ein Geschenk gekauft! Aber es kommt noch viel besser, denn in einem anderen Interview sagte Musk augenscheinlich etwas, das uns das Herz erwärmte… und anhand des kleinen Wasserzeichens erkennt ihr dann auch, was los ist:

Er liebt uns!!!

Des Rätsels Lösung: Eine Deepfake-App!

Der TikTok-Account, von dem das verbreitete Video stammt, macht in der Bio Werbung für eine bestimmt App:

Werbung für die Deepfake-App auf TikTok
Werbung für die Deepfake-App auf TikTok

Probiere die kostenlose App aus, mit der du jeden Prominenten alles sagen lassen kannst“ wird die App auf Englisch angepriesen, und die Videos des TikTok-Accounts zeigen auch viele Beispiele, die allerdings noch nachträglich bearbeitet wurden: Es fehlt z. B. immer das Logo der App, auch die Stimme wurde manchmal verbessert, z. B. mit einem Hall und Text versehen.

Fazit

Das Originalvideo von TikTok (siehe HIER) wurde mit einer App erstellt, mit der man Prominenten alle möglichen Sätze in den Mund legen kann. In der verbreiteten Version wurde zusätzlich noch das TikTok-Wasserzeichen mit dem Accountnamen entfernt, um dessen Herkunft zu verschleiern. Tatsächlich aber sagte Musk nie, dass er Meta übernehmen möchte.

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Um wieder die Kurve zum Beginn des Artikels zu bekommen: Exakt deshalb muss man als Faktenchecker den Fake-Erstellern immer einen Schritt voraus oder zumindest auf Augenhöhe sein. Denn wenn man die Methoden der Fake-Ersteller kennt, erkennt man auch deren Fakes weitaus besser.

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