Ein Plakat an einer Autobahnbrücke erhitzt Gemüter.
Seit wenigen Tagen ist wieder die Diskussion um ein Transparent an einer Autobahnbrücke ein Thema auf Social Media. Ein Aufregerthema, speziell dann, wenn man oberflächlich an das Thema herangeht.
Denn es handelt sich bei dem Banner mit der Aufschrift „Euer [sic] Kinder werden Allah beten oder sterben.” um ein Recycling-Thema, welches nach einigen Jahren nun seinen Wiedereinstieg in die Social Media Charts feiert:
Tatsächlich gab es im Sommer 2015 Vorfälle, in denen diese Plakate zu finden waren. Medienberichte sprechen da von verschiedenen Fundorten, an denen ein Banner zu sehen war.
Zum einen sollen unbekannte an der A 6-Brücke bei Kirchardt so einen Banner aufgehängt haben, zum anderen aber auch an der Fußgängerbrücke „Zum Forsthaus“ über der Autobahn 46 in Richtung Düsseldorf. Das SWR-Fernseh berichtete bereits im Juni 2015 darüber.
Die Ermittlungen wurden durch den Statsschutz aufgenommen und es konnte nicht herausgefunden werden, ob es sich tatsächlich um eine Tat mit religiösem Hintergrund oder ob es sich um einen schlechten Scherz handelt.
(Vergleiche hierzu RP-Online vom 04.11.2015 und FOCUS vom 6.11.2015)
Warum nun wieder aufgetaucht?
Es gibt aktuell keine Plakate dieser Art an deutschen Autobahnen. Das ist jedoch für eine Social-Media-Gesprächsrelevanz völlig irrelevant, da es nicht um eine zeitbezogene Faktenlage geht, sondern um ein gefühlsorientiertes Diskussionsbedürfnis handelt.
Zudem stellt das mehrfache methodische Wiederholen alter Meldungen eine gefühlte Omnipräsenz einer Situation dar. Sehr einfach: wenn etwas ein Mal vor mehreren Jahren stattfand, dann war es schlichtweg Thema in der Vergangenheit. Durch Wiederholungen, die weder zeitbezogen, noch kontextbezogen ist, wirken Vorfälle jedoch als ständig auftretend und somit auch bedrohlicher.
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