Eine 66-jährige Frau beging den Fehler und nahm eine Facebook-Freundschaftsanfrage eines Unbekannten unbedarft an – wodurch sie über mehrere Jahre von einem sogenannten Love-Scammer um einen fünfstelligen Geldbetrag betrogen worden. Die Frau wurde schließlich von ihrer Bank auf den möglichen Betrug hingewiesen und informierte am Dienstag (30. August 2022) die Polizei.

Das war geschehen:

Bereits vor vier Jahren bekam die Frau eine Freundschaftsanfrage eines ihr unbekannten Mannes über das soziale Netzwerk Facebook. Die heute 66-Jährige chattete daraufhin regelmäßig mit dem Mann, der sich als Amerikaner ausgab und vorgab, als Ingenieur auf einem Schiff zu arbeiten. Nach regelmäßigem Kontakt gab der Mann an, nach Deutschland kommen zu wollen. In einem Paket wolle er bereits persönliche Dinge vorab zu der Frau schicken.

Die Frau vertraute dem Mann und bekam daraufhin diverse Zahlungsaufforderungen eines vermeintlichen Transportunternehmens. Von mehreren weiteren Betrügern wurde sie über Jahre immer wieder derartig unter Druck gesetzt, dass sie schließlich mehrere hohe Geldbeträge auf ausländische Konten überwies. Über ihre Bank wurde sie schließlich darauf hingewiesen, dass sie möglicherweise betrogen worden sei und informierte am Dienstag (30. August 2022) die Polizei.

Die Polizei warnt eindringlich vor Online-Betrugsmaschen aller Art:

Seien Sie stets skeptisch, wenn Sie Freundschaftsanfragen über soziale Netzwerke von Ihnen unbekannten Personen bekommen. In der Regel geben die Scammer (engl. Betrüger) an, seriöse Berufe zu haben. Sie geben sich beispielsweise häufig als US-Soldatinnen oder -Soldaten, Ingenieurinnen oder Ingenieure, Ärztinnen oder Ärzte aus.

Die Betrüger versuchen über einen regelmäßigen Chat-Kontakt ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und nutzen häufig Fotos von attraktiven Menschen, die meistens gestohlen sind. Nach einer Weile täuschen die Scammer persönliche oder finanzielle Notlagen vor, geben an, Geld für Pakete oder Flüge nach Deutschland zu benötigen und setzen die Betroffenen psychisch massiv unter Druck.

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In manchem Fällen übernehmen weitere Betrüger die Kommunikation, geben sich als Mitarbeiter von Transportunternehmen, Anwälte oder Polizisten aus. Die Vorgehensweise in der Kommunikation kann sehr viele Formen annehmen.

Die Polizei rät:

  • Gehen Sie niemals auf Zahlungsaufforderungen von Menschen ein, die Sie nicht persönlich kennen.
  • Recherchieren Sie Namen von Online-Bekanntschaften im Internet und nutzen Sie die Bildersuche. Häufig finden sich Hinweise auf Scammer bereits im Netz.
  • Versuchen Sie, auf Ihr Bauchgefühl zu hören und hinterfragen Sie vermeintliche Schicksalsschläge, die Ihnen erzählt werden.
  • Geben Sie niemals persönliche Daten oder Fotos von sich preis, mit denen Sie erpresst werden könnten.
  • Wenn Sie vermuten, Opfer eines Betrugs geworden zu sein: Informieren Sie umgehend die Polizei und sichern Sie Chats, E-Mails und Überweisungsdaten.

Artikelbild: Pixabay
Quelle: PP/Polizei Mettmann

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