Facebook überwacht dich…

Autor: Tom Wannenmacher

Facebook überwacht dich...
Facebook überwacht dich...

Du wirst geortet und deine Aktionen innerhalb Facebooks und auf anderen Webseiten, die sich außerhalb von Facebook befinden, werden überwacht. Mit folgenden Einstellungen kannst du das jedoch eindämmen.

Facebook erfasst, was du woanders machst

Gerade noch in einem Online-Shop was ausgecheckt und schon hast du bei deinem Facebook-Besuch die Werbung des Shops auf deinem Schirm. Das nennt man personalisierte Werbung. Möglich wird das unter anderem durch Cookies: kleine Dateien, die im Browser gespeichert werden. Ziemlich viele Seiten im Internet verwenden Cookies. Die sind auch für einige Funktionen notwendig.

Auch durch so genannte Plugins kann Facebook seine Nutzer durchs Netz verfolgen. So können die Betreiber von Internetseiten zum Beispiel einen Like-Button oder Facebook-Pixel auf ihre Seite setzen. Facebook erfasst damit Daten der Seitenbesucher und kann sie Nutzerprofilen zuordnen.

Anhand solcher Informationen wählt Facebook die Werbung aus, die dir angezeigt wird. Dafür bezahlen diejenigen, die die Werbung produzieren. Sowohl in den Nutzungsbedingungen als auch in der Datenerklärung schreibt Facebook: „Wir stellen Werbetreibenden Berichte über die Arten von Personen, die ihre Werbeanzeigen sehen, und über den Erfolg ihrer Anzeigen bereit, aber wir teilen keine Informationen, die dich persönlich identifizieren, […] außer du erlaubst uns dies.“

Warum ist das kritisch?

Übersetzt heißt die Aussage von Facebook: Das soziale Netzwerk kann Infos darüber sammeln, wann und wie lange seine Nutzer zum Beispiel auf der Homepage eines Online-Shops waren und ob sie da was bestellt haben. Irgendwo werden also Daten darüber gespeichert, wie viel Zeit du im Internet verbringst und was du in der Zeit machst. Die Infos können zum Beispiel dazu genutzt werden, um dir Beiträge anzuzeigen, die dich gezielt in deiner Meinung beeinflussen sollen – wie zum Beispiel beim Skandal mit Cambridge Analytica.

Was kann ich dagegen machen?

Du kannst einen Browser nur für Facebook verwenden und alle anderen Internetseiten mit einem anderen Browser öffnen. Wenn dir das zu aufwändig ist, solltest du deinen Browser so einstellen, dass er alle Cookies löscht, wenn du ihn beendest. Das solltest du machen, bevor du dich bei Facebook das nächste Mal wieder einloggst. Bequemer ist es, deinen Browser im privaten Modus zu verwenden oder in den Einstellungen das Speichern von Drittanbieter-Cookies zu verbieten. Video-Anleitungen dazu gibt’s auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW.

Wie schon erwähnt, ist das aber nur eine Möglichkeit, wie Facebook an Daten kommt. Eine weitere ist z.B. das Datensammeln über Instagram und WhatsApp – wobei der Messenger-Dienst angibt, keine Daten deutscher Nutzer zu Werbezwecken mit Facebook zu teilen.

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Facebook weiß, wo du bist

Hey, du bist gerade am Bahnhof? Wie wäre es mit einem Burger – der kostet hier nur 99 Cent!

Willst du, dass dein Handy dir solche Nachrichten anzeigt? Das könnte passieren, wenn du Facebook zum Beispiel als App nutzt. Denn das soziale Netzwerk räumt sich in seiner Datenrichtlinie das Recht ein, deinen Standort zur Auswahl von Werbung zu nutzen. Facebook ortet dein Handy und weiß somit, wo du dich aufhältst und kann dir Werbung von Geschäften in der Nähe zeigen. Es erfährt auch von deinen Vorlieben, wenn du die Werbung dann antippst.

Warum ist das kritisch?

Zunächst könnte man ja denken: Na dann lass doch ein paar Leute da in Amerika wissen, wann ich wo bin – mir doch egal. Aber überleg mal, wer alles in deiner Freunde-Liste steht. Sollen die jederzeit sehen können, wo du bist? Die Funktion „Nearby friends“ in der App ermöglicht das. Sie zeigt Nutzern an, wenn Freunde in der Nähe sind. Stell dir vor, du hast deinen Eltern gesagt, dass du in der Schule bist und sie sehen, dass du tatsächlich woanders abhängst.

Was kann ich dagegen machen?

Möglichkeit 1: Facebook nicht auf dem Handy benutzen. Möglichkeit 2: Du kannst über die Einstellungen in deinem Smartphone den Lokalisierungsdienst abschalten (oder zumindest Facebook und anderen Apps wie Instagram, WhatsApp oder Oculus, die auch zu Facebook gehören, den Zugriff auf deinen Standort verbieten) und damit ein gutes Stück deiner Privatsphäre schützen. Und du kannst verbieten, dass Apps deine Werbe-ID nutzen.

Facebook guckt genau, welche Geräte du verwendest

Wie schnell ist dein Computer? Welches Handy hast du? Und nutzt du Android, Windows oder iOS? Wie viel Strom hat dein Akku noch? Wie gut ist dein Handyempfang? Welches Mobilfunknetz hast du – und welche Handynummer? Und vor allem: Welche Dateien und Apps hast du auf deinem Phone? Und welche anderen Programme laufen sonst noch, während du Facebook verwendest? Facebook erlaubt sich selbst in seiner Datenrichtlinie, das alles von deinem Smartphone oder PC auszulesen. Dazu kommt natürlich noch die Erlaubnis, dich über GPS, Bluetooth oder WLAN zu orten. Die Facebook-Macher können erfahren, wo und wie du dich einloggst und über Facebook hinaus das Internet nutzt.

Warum ist das kritisch?

Gegenfrage: Sollen deine Eltern und alle Freunde wissen, welche Games du zockst oder welche Fotos und Videos du gespeichert hast? Facebook erlaubst du das, sofern du deine Einstellungen nicht entsprechend anpasst. Und niemand – außer einigen Mitarbeitern bei Facebook vielleicht – weiß, was sie damit anstellen.

Was kann ich dagegen machen?

Facebook nicht unterwegs benutzen. Musst du immer von überall aus posten oder reicht es auch, dass du dich nur am Computer oder Tablet zu Hause (natürlich mit den oben empfohlenen Cookie-Einstellungen oder einem Browser-Addon zur Verschleierung deiner Identität) einloggst? Die Facebook-App und den Messenger am besten gar nicht verwenden. Denn gerade auf dem Handy hast du am meisten Daten – denk allein schon an die ganzen Kontakte! Auch dem Kontakt-Zugriff widmen wir einen extra Artikel.

Widerspruch möglich? Nö!

Auch wenn immer wieder Fotos oder Statusmeldungen kursieren, in denen Nutzer den Bedingungen widersprechen oder Facebook auf ihr Recht am geistigen Eigentum hinweisen – sie sind absolut wirkungslos. Wer das Netzwerk nutzt, ist mit den Regeln einverstanden. Wem die zu weit gehen, der muss Facebook verlassen.

Artikelbild: Shutterstock / Von tanuha2001
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