Likebaiting mit Fakebild

Autor: Andre Wolf

Reichen den Likebaitern mittlerweile reale Bilder schon nicht mehr aus, um auf Likefang zu gehen? Muss der emotionale Druck nun auch mit gefälschten Bildern aufgebaut werden?

Augenscheinlich ist das so! Kurze Erklärung zum Likebaiting: bei Likebaiting handelt es sich um eine Art emotionale Erpressung. Der Leser wird mit Hilfe eines emotionalisierenden Bildes oder Videos dazu getrieben, eine Interaktion (Like/teilen/kommentieren) zu hinterlassen. Damit bekommt die Statusmeldung mehr Reichweite, die Seite (oder das Profil), auf der diese Meldung veröffentlicht wurde, wird bekannter. Beim Likebaiting wird dem Leser indirekt gesagt: Tippst du etwas ein, bist du auf der guten Seite, wenn jedoch nicht, dann bist du böse.

Wir haben Likebaiting bis dato mehr im englisch- und spanischsprachigen Bereichen gefunden, doch dieser hier wurde im deutschsprachigen Raum abgesetzt. Hier lautet es:

Niemand wird mich teilen . Weil ich behindert bin.
Typ [sic] amen

image

Doch an dieser Stelle war Photoshop-Philipp bei der Verwendung von Schattierungen ein wenig nachlässig: im Bereich des linken Beins wurde grafisch manipuliert!

Rückwärtssuche

Und heute verwenden wir mal nicht Google als Rückwärtssuche für Bilder, sondern bringen (ganz didaktisch) die Suchmaschine Tineye ins Spiel. Bei Tineye handelt es sich um eine Bildidentifizierungs- und Suchsoftware, die wie eine klassische Suchmaschine zu bedienen ist. Auf diesen zwei Wegen kann man bei Tineye Bilder suchen:

URL

Man klickt das gewünschte Bild mit der rechten Maustaste an und kopiert die Bildadresse. Diese fügt man in das Suchfeld bei Tineye ein. Jetzt nur noch die Suche bestätigen.

Upload

Eine zweite Variante stellt ein temporärer Download dar. Man speichert kurz das gewünschte Bild auf der Festplatte ab,wechselt in die Suchmaschine, tippt dort auf das Fotosymbol und wählt die Funktion “Bild hochladen”. Nun muss man nur noch das gewünschte Bild von der Festplatte auswählen.

Das Ergebnis:

Das Bild ist alt! Tineye zeigt uns Ergebnisse bis in das Jahr 2008 zurück. Dort erkennt man, dass in den ursprünglicheren Versionen zwei Beine zu sehen sind.

 

image

Nach 0,7 Sekunden gab es also laut Suchmaschine ein Ergebnis. Schade, dass die zigtausend Menschen, die der Aufforderung des Likebaiters nachgekommen sind, nicht auch diese 0,7 Sekunden Zeit hatten.

Ursprünglich

Zur Bewertung von Suchergebnissen bei Bildern kann man sich recht einfach merken:

Je älter die Fundstelle, desto ursprünglicher der Fund.
Je höher die Auflösung, desto ursprünglicher der Fund.
Je größer der Bildausschnitt, desto ursprünglicher der Fund

Das darf man sich gerne für den allgemeinen Gebrauch als Faustregel merken.

Unterstützen 🤍

FAKE NEWS BEKÄMPFEN

Unterstützen Sie Mimikama, um gemeinsam gegen Fake News vorzugehen und die Demokratie zu stärken. Helfen Sie mit, Fake News zu stoppen!

Mit Deiner Unterstützung via PayPal, Banküberweisung, Steady oder Patreon ermöglichst Du es uns, Falschmeldungen zu entlarven und klare Fakten zu präsentieren. Jeder Beitrag, groß oder klein, macht einen Unterschied. Vielen Dank für Deine Hilfe! ❤️

Mimikama-Webshop

Unser Ziel bei Mimikama ist einfach: Wir kämpfen mit Humor und Scharfsinn gegen Desinformation und Verschwörungstheorien.

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal per Link- oder QR-Scan! Aktiviere die kleine 🔔 und erhalte eine aktuelle News-Übersicht sowie spannende Faktenchecks.

Link: Mimikamas WhatsApp-Kanal

Mimikama WhatsApp-Kanal

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.


2) Einzelne Beiträge (keine Faktenchecks) entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und
wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)


Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Kämpfe mit uns für ein echtes, faktenbasiertes Internet! Besorgt über Falschmeldungen? Unterstütze Mimikama und hilf uns, Qualität und Vertrauen im digitalen Raum zu fördern. Dein Beitrag, egal in welcher Höhe, hilft uns, weiterhin für eine wahrheitsgetreue Online-Welt zu arbeiten. Unterstütze jetzt und mach einen echten Unterschied! Werde auch Du ein jetzt ein Botschafter von Mimikama

Mehr von Mimikama

Mimikama Workshops & Vorträge: Stark gegen Fake News!

Mit unseren Workshops erleben Sie ein Feuerwerk an Impulsen mit echtem Mehrwert in Medienkompetenz, lernen Fake News und deren Manipulation zu erkennen, schützen sich vor Falschmeldungen und deren Auswirkungen und fördern dabei einen informierten, kritischen und transparenten Umgang mit Informationen.