Betreiber von sozialen Netzwerken werden tagtäglich gefordert, was den Umgang mit der Verbreitung von Falschinformationen angeht. Eine Flut an irreführenden Behauptungen erreichte uns alle mit Beginn der Corona-Pandemie: Ist das Tragen von Masken gesundheitsschädigend? Helfen Nahrungsergänzungsmittel gegen das Virus, oder existiert es erst gar nicht?

Unsicherheit wird durch Halbwahrheiten oder Falschinformationen unter die Menschen gebracht. Nicht selten verbreiten sich fragwürdige Aussagen schneller als bewiesene Fakten.

Doch warum werden Falschinfos so oft und gerne geteilt, warum sind viele dieser Beiträge derartige Selbstläufer?

Forscher der University of Regina, Kanada, führten dazu zwei Studien durch.

Erste Studie: 853 Probanden, 15 richtige und 15 falsche Aussagen

Das Team rund um den Psychologen Gordon Pennycook teilte die Probanden in zwei Gruppen. Ihnen wurden 15 richtige und 15 falsche Aussagen zum Coronavirus im Facebook-Format vorgelegt.

Die falsche Aussage war jene, dass Vitamin C gegen das Virus helfen soll, die richtige Aussage die, dass Amazon gegen Händler vorgehen wollte, die aus der Corona-Krise Profit schlagen wollten.

Eine Gruppe sollte lediglich beurteilen, ob sie die Aussagen für wahr oder falsch hielten.
Die andere Gruppe hatte die Aufgabe, zu bestimmen, ob sie die Beiträge auf Social Media teilen würden.

Das Ergebnis

Von der ersten Gruppe lagen 68 Prozent richtig mit ihrer Einschätzung, was eine Falschinfo oder welche Information korrekt sei.

Die zweite Gruppe entschied in rund 40 Prozent der Fälle, die Beiträge zu teilen. So wären also auch Falschinformationen weiter verbreitet worden.

Zweite Studie: 856 Probanden, Erforschen der Hintergründe

In dieser zweiten Studie wurden 856 neue Probanden mit denselben Themen konfrontiert. Diesmal war allerdings die Aufgabe, zuerst zu beurteilen, ob es sich um falsche oder wahre Informationen handle. Erst danach sollten die Studienteilnehmer entscheiden, ob sie diese weiter teilen würden.

Siehe da: Die Bereitschaft, falsche Beiträge zu teilen, sank.

Die Forscher halten das für ein Indiz dafür, dass schon allein ein kurzes Hinterfragen nach dem Wahrheitsgehalt einen großen Unterschied bedeutet. So wurde nicht jede Aussage ungefragt „als gegeben“ hingenommen.
Auch zeigte sich in der Studie, dass die Trefferquote von Menschen, die sich bei der Beurteilung von Posts auf wissenschaftliche Belege verließen, deutlich höher lag.

Fazit

Bestätigung könnte also ein Schlüssel sein. Denn für viele Nutzer scheint die soziale Bestätigung durch andere wichtiger zu sein als der Wahrheitsgehalt einer Nachricht.

Das Studienteam erklärt: „Plattformen für soziale Medien bieten ein unmittelbares, quantifiziertes Feedback über den Grad der eigenen sozialen Einbindung, etwa durch einen `Like´ auf Facebook“.

Passend dazu: Doktorarbeit: Sind Atemmasken gesundheitsschädlich?
Vitamin C – Die Wunderwaffe gegen den Coronavirus? (Faktencheck)
Einstweilige Verfügungen wegen irreführender Werbung mit Corona-Bezug

Quelle: Business Insider
Artikelbild: Shutterstock / Von durantelallera


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