Faktencheck: Die gemeldeten Fälle von Komplikationen bei Impfungen

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In einem Newsletter, dessen Inhalt mittlerweile weit verbreitet wird, steht, es gäbe tausende bestätige Impfkomplikationen.

So bekamen wir Anfragen zum Inhalt dieses Newsletters, der von einem Dr. Reinhard Kobelt versandt wird. In diesem steht, dass zwischen 2001 und 2019 über 45.000 Fälle von Impfkomplikationen registriert wurden, darunter 22.000 schwerwiegende Fälle und sogar 391 Tote, die nach Impfungen gestorben sein sollen.

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Hier der auszugsweise Inhalt des Newsletters:

„Mit Inkrafttreten des Informationsfreiheitsgesetzes musste auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) seine Daten über Impfkomplikationen freigeben. Von 2001 bis 2019 sind nach diesen Daten aktuell 45.379 gemeldete Fälle von Impfkomplikationen registriert. Unter diesen Fällen sind 22.450 schwerwiegende Fälle und sogar 391 Todesfälle nach Impfungen aufgeführt.
(…)
Dennoch versichert das PEI dreist, Impfstoffe seien sicher. Die Einschätzung über die Sicherheit einer Impfung und ob sie gemacht werden sollte, muss nach Offenlegung aller Fakten beim Patienten bzw. bei Kindern in der Entscheidung der Eltern bleiben. Denn diese müssen im Fall eines Impfschadens ja die Folgen tragen.
(…)
Folgende gravierende Nebenwirkungen sind u.a. dokumentiert: Autismus, Grippe, Diabetes, Krebs, Nervenschäden, Lähmungen, Neurodermitis. Bei der Überprüfung von 16 Impfstoffen wurde festgestellt, dass Impfstoffe Nickel, Arsen, Aluminium und sogar Uran enthielten.“

Die Zahlen

Die Datenbank des Paul-Ehrlich-Institutes ist öffentlich online einsehbar. In dieser Datenbank sind sämtliche gemeldeten Verdachtsfälle von Impfkomplikationen und Impfnebenwirkungen aufgeführt.

Die Anzahl der in der Datenbank aufgeführten vermeintlichen Fälle von Impfkomplikationen liegt mittlerweile sogar höher (46.639 gemeldete Fälle, Stand: 30.09.2019), als die in dem Newsletter angegebene Zahl. Aufmerksame Leserinnen und Leser werden aber vielleicht schon erkannt haben, wo der Fehler bei der Behauptung ist…

Die Nebenwirkungen

In der Datenbank wurde als häufigste Nebenwirkung Fieber (5,66 Prozent) aufgeführt, gefolgt von Erythem (2,95 Prozent) und Kopfschmerzen (2,78 Prozent). Ein Großteil der genannten gemeldeten Nebenwirkungen, sind nur ein einziges Mal gemeldet worden.

Die Vorbemerkung

Bevor man die Datenbank öffnet, findet sich auf der Seite gleich zweimal ein deutlicher Hinweis, der anscheinend von dem Doktor überlesen wurde:

Grundsätzlich handelt es sich bei den vorliegenden Daten um gemeldete Verdachtsfälle. Ein in der Datenbank aufgeführtes Ereignis ist ein gemeldeter Verdachtsfall einer unerwünschten Reaktion im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung. Dies bedeutet also nicht ohne Weiteres, dass ein ursächlicher Zusammenhang existiert.

Impfstoffe unterliegen einer behördlichen Dauerüberwachung, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass manche Nebenwirkungen erst Jahre oder Jahrzehnte später auftreten. Die Fälle werden zum größten Teil von Medizinern selbst an das Institut gemeldet, also von exakt jenen Personen, von denen behauptet wird, dass sie „die Wahrheit unterdrücken“.

Der Doktor

Dr. Reinhard Kobelt bietet auf seiner Webseite unter anderem Tumorentfernung mittels Vitamin C-Infusionen und „Feuerlauf Persönlichkeitsentwicklung“ an. Seinen Namen findet man auch unter den Teilnehmern diverser Kongresse wie dem „AKASHA Congress BACK2HEALTH„, auf dem pseudomedizinische Heilverfahren und „Alternativmedizin“ präsentiert werden, auch das Thema „Chemtrails“ findet dort Gehör.

Fazit

Bei den gemeldeten Fällen handelt es sich nicht etwa, wie impliziert wird, um bereits bestätigte Nebenwirkungen, sondern um gemeldete Verdachtsfälle, die auch noch Jahrzehnte später gemeldet werden können, wenn auch nur der geringste Verdacht aufkommt, dass ein Zusammenhang mit einer Impfung bestehen könnte.
Es bedeutet nicht, dass ein Zusammenhang mit Impfungen bestätigt wird!

Bezüglich der anderen Behauptungen verweisen wir auf weiterführende Artikel, die wir hier verlinken:

Artikelbild: Shutterstock / Von PanyaStudio

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