Faktencheck: Wie gesund ist Knoblauch wirklich?

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Autor: Tom Wannenmacher

Faktencheck
Faktencheck

Knoblauch zu essen, gilt als gesund. Studien legen das zwar tatsächlich nahe – aber es liegt wohl nicht an der Knolle allein. Fachleute ordnen die Fakten ein und geben Tipps gegen den Geruch.

Die einen lieben Knoblauch, andere finden ihn nur eklig. Egal, wie man es mit ihr hält – die Knolle gilt als gesund. Sie liefert

  • Kohlenhydrate,
  • Eiweiß und
  • Ballaststoffe, aber auch
  • Mineralstoffe,
  • B-Vitamine sowie
  • Vitamin C

Doch, warum müffelt sie so?

„Das typische Aroma von Knoblauch ist auf Schwefelverbindungen zurückzuführen“, erläutert Prof. Martin Smollich vom Institut für Erfahrungsmedizin am Uniklinikum in Lübeck. Sobald die Zellen durch Scheiden, Pressen oder Kauen beschädigt werden, bildet sich aus der geruchslosen schwefelhaltigen Aminosäure Allii Allicin – und das riecht.

Allicin und Ajonen, einer ebenfalls geruchsintensiven Schwefelverbindung, wird nachgesagt, dass sie blutverdünnend und blutdrucksenken wirken. Dadurch sollen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Thrombosen vorbeugen. Die Schwefelverbindungen sollen außerdem den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen und sich positiv auf Wachstumsprozesse auswirken.

Die Knolle soll Studien zufolge auch Erkältungsvieren den Garaus machen oder Paradontitis verhindern. „Es wirkt offenbar wie ein natürliches Antibiotikum“, sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

Prof. Smollich betont aber: „Man kann nicht sagen, dass der günstige Einfluss etwa auf den Fettstoffwechsel oder den Blutkreislauf allein auf Knoblauch zurückzuführen ist“. Es komme unter dem Strich auf die Gesamternäherung an, so der Experte.

Täglich frischen Knoblauch essen kann nicht schaden. Es sollten aber nicht mehr als fünf Gramm pro Tag sein, empfiehlt Ernäherungsexpertin Krehl. Eine höhere Dosis könnte den Magen-Darm-Trakt reizen und unter Umständen zu Sodbrennen führen. Generell sollte man auch Wechselwirkungen von Knoblauchprodukten mit Medikamenten achten, rät Krehl.

Möglich sei, dass Knoblauchprodukte gerinnungshemmende Medikamente und Blutdruck senkenden Arzneimitteln in ihrer Wirkung verstärken und andere Medikamente blockieren.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte den Einsatz von Knoblauchprodukten immer mit dem Arzt besprechen.

Was hilft gegen müffelnde Hände nach dem Zubereiten und gegen Mundgeruch nach dem Essen?

„Nach dem Essen kann es helfen, Petersilie, Salbei, Minze oder einige Kaffeebohnen zu kauen“, sagt Smollich. Ebenfalls einen Versuch wert, wenn man etwas härter gesotten ist: ein paar Zitronenstücke kauen. „Auch ein Glas Milch nach dem Essen kann den Knoblauchgeruch aus dem Mund vertreiben.“

Um den Händen den Geruch zu nehmen, kann man sie zum Beispiel mit Essig und lauwarmen Wasser waschen. Oder in den feuchten Händen etwas Kaffeesatz verreiben und abwaschen.

Schützt Knoblauch vor einer COVID-19 Ansteckung oder kann Knoblauch COVID-19 heilen?

Nein, Knoblauch essen schützt weder vor Ansteckung, noch kann es COVID-19 heilen. Knoblauch ist ein gesundes Lebensmittel, das auch manche Keime abtöten kann. Es gibt jedoch bisher keinen Nachweis dafür, dass Knoblauch vor COVID-19 schützt.  Siehe: Aufgeklärt: Mythen über COVID-19


Quelle: Nordbayern.de, Glomex

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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