Die Plattform Twitter will Falschinformationen über Corona-Impfungen kennzeichnen. Ab sofort sollen diese Inhalte eine entsprechende Markierung erhalten.
Social Media sind und bleiben Plattformen, auf denen sich Menschen Informationen austauschen. Auch Informationen über das Coronavirus und die anstehenden Corona-Impfungen. Doch unter den vielen Informationen tummeln sich auch Falschinformationen.
Bereits im letzten Dezember hat Twitter hierzu angedeutet, dass sie diese Falschinformationen angreifen wollen. Am 1. März hat die Plattform dementsprechend verkündet, dass sie Tweets kennzeichnen werden, die möglicherweise irreführende Informationen über COVID-19-Impfstoffe enthalten.
Überdies hinaus wird Twitter auch Löschungen anwenden. Die schädlichsten irreführenden COVID-19-Falschinformationen sollen nach eigenen Angaben aus dem Dienst entfernt werden. In diesem Atemzug merkt Twitter auch an, dass seit der Einführung dieser COVID-19-Richtlinie bereits mehr als 8.400 Tweets entfernt und 11,5 Millionen Accounts weltweit entfernt wurden.
Twitter will außerdem ein sog. Strike-System einführen. Also eine Art „Anzähl“-System, bei dem Accounts nach Verstößen angezählt werden. Darin soll festgelegt werden, wann weitere Durchsetzungsmaßnahmen erforderlich sind. Das sieht dann in etwa so aus:
- Ein Strike: keine Aktion auf Kontoebene
- Zwei Strikes: 12-stündige Kontosperre
- Drei Strikes: 12-Stunden-Kontosperre
- Vier Strikes: 7-Tage-Kontosperre
- Fünf oder mehr Strikes: permanente Sperrung
Mit diesem System soll die Öffentlichkeit über die Twitter-Richtlinien aufgeklärt werden. Die Verbreitung potenziell schädlicher und irreführender Informationen auf Twitter soll ebenfalls damit reduziert werden. Das gilt besonders bei wiederholten moderaten und hochgradigen Verstößen gegen die Plattformregeln.
Wie sollen Falschinformationen markiert werden?
Die Markierungen als Falschinformationen werden zunächst von Twitter-Teammitgliedern vorgenommen. Diese sollen bewerten, ob Inhalte gegen die Richtlinien verstoßen. Diese Bewertungen werden dann verwendet, um automatisierte Tools zu füttern und somit die „proaktiven Fähigkeit“ zu verbessern. So schreibt es Twitter.
Das Ziel liegt darin, ähnliche Inhalte im gesamten Dienst zu identifizieren und zu kennzeichnen. Letztendlich sollen sowohl automatisierte als auch menschliche Überprüfungen eingesetzt werden. Diese kombinierte Vorgehensweise soll Falschmeldungen unterdrücken, die gegen Twitters COVID-19-Impfstoff-Fehlinformationsregeln verstoßen.
Twitter gibt aber auch zu bedenken, dass maschinelles Lernen und automatische Sprachverarbeitung Zeit benötigen, um effektiv zu sein. Daher wird die Plattform zunächst lediglich mit englischsprachigen Inhalten beginnen und diesen Prozess im Laufe der Zeit auch auf andere Sprachen und kulturelle Kontexte ausweiten.
Die Markierungen von Falschinformationen werden entsprechend in der jeweils eingestellten Anzeigesprache erscheinen und verweisen auf Richtigstellungen, offizielle Gesundheitsinformationen oder grundsätzlich auf die Twitter-Regeln.
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