Faktencheck: Weißwedelhirsch hat Tumore aufgrund glyphosathaltigem Unkrautvernichters?

Entdecke die Hintergründe zu Tumoren bei Weißwedelhirschen und erfahre, weshalb Glyphosat nicht der Übeltäter ist. Mimikama liefert aufschlussreiche Fakten

Nein – dieser Weißwedelhirsch wurde aus einem anderen Grund krank.

Beginnen wir aber von ganz vorne: Und zwar erreichten uns Anfragen zu diesem Statutsbeitrag, der auf Facebook geteilt wird:

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Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Dieses Tier ist mit Tumoren übersät. Es soll Pflanzen gefressen haben, die mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter RoundUp besprüht worden sein sollen.

Ein herzliches Dankeschön nochmal an die EU , die sich so sehr um uns sorGt, .. sich darum kümmert, dass unsere Pommes nicht zu dunkel frittiert und unser Brot nicht zu lange gebacken wird. Die EU, die sich beherzt um die korrekte Krümmung von Salatgurken kümmert – und gleichzeitig die Genehmigung für weitere 5 Jahre glyphosatverseuchtes Gemüse erteilt hat!

Der Faktencheck

Wie unsere Kollegen von Snopes berichten, handelt es sich bei den gezeigten Tumoren um so genannte Hautfibrome. Diese Warzen werden beim Weißwedelhirsch öfters beobachtet und durch einen Virus verursacht.

Dieser wird wahrscheinlich durch den Biss von Insekten und oder direkten Kontakt mit beschädigter Haut übertragen. Dringt das Virus in den Körper des Tieres, bilden sich jene Warzen, die auf dem Foto des angefragten Fotos zu sehen sind.

Die Anzahl der Warzen kann von einer bis zu mehreren hundert variieren. Sie treten in Klumpen auf und können in einigen Fällen sogar den Großteil des Körpers bedecken.

R. F. Shope erforschte den Virus und fand heraus, dass die Fibrome normalerweise etwa 7 Wochen nach der Infektion mit dem Virus auftraten und sich nach 2 Monaten bei den meisten Hirschen regressiv verhielten.

Glyphosathaltiger Unkrautvernichter hat mit dieser Infektion nichts zu tun.

Ergebnis:

Das Foto steht in keinem Zusammenhang mit einem Unkrautvernichter.

Die Warzen werden durch ein Virus verursacht. Es wird angenommen, dass sich dieser Virus durch Insektenbisse verbreitet.

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