Ein gefährlicher Banking-Trojaner namens „Grandoreiro“ sorgt derzeit für große Besorgnis unter Cyber-Sicherheitsexperten. Der Banking-Trojaner hat in einer ausgeklügelten Phishing-Kampagne die Daten von Kunden etwa 1.500 Banken weltweit ins Visier genommen. Laut einem aktuellen Bericht der IBM X-Force wurden diese Malware-Aktivitäten in mehr als 60 Ländern festgestellt, darunter Regionen in Mittel- und Südamerika, Afrika, Europa und im Indopazifik.

Globale Auswirkungen und Bemühungen zur Eindämmung

Bereits im Januar 2024 haben eine gemeinsame Aktion von brasilianischen und spanischen Behörden, Interpol, der Sicherheitsfirma ESET und der Caixa Bank zu einer vorübergehenden Unterbrechung dieser Malware-Operation geführt. Seit 2017 nimmt die Malware spanischsprachige Länder ins Visier und hat bisher Verluste von etwa 120 Millionen Dollar verursacht. Trotz einer erfolgreichen Razzia, bei der fünf Personen festgenommen und dreizehn Durchsuchungen durchgeführt wurden, bleibt die Bedrohung durch Grandoreiro bestehen.

Neue Phishing-Welle und technologische Verbesserungen

Der IBM X-Force-Bericht deutet darauf hin, dass Grandoreiro seit März 2024 mit neuer Kraft zurückgekehrt ist. Der Trojaner wird möglicherweise durch ein Malware-as-a-Service-Modell an Cyberkriminelle vermietet und greift nun auch englischsprachige Länder an. Zusätzlich hat der Trojaner technische Verbesserungen und neue leistungsfähige Funktionen erhalten, was darauf hindeutet, dass seine Schöpfer einer Festnahme entkommen sind und sich von der Razzia nicht abschrecken ließen.

Methoden und Ziele der Phishing-Kampagne

Phishing-E-Mails, die von IBM beobachtet wurden, geben sich als Mitteilungen von Regierungseinrichtungen in Mexiko, Argentinien und Südafrika aus. Diese E-Mails zielen vornehmlich auf Steuerbehörden, Finanzdienstleister und Elektrizitätskommissionen ab und nutzen das jeweilige Muttersprachniveau der Empfänger. Sie beinhalten offizielle Logos und Formate und locken mit Handlungsaufforderungen wie Links zum Betrachten von Rechnungen, Kontoauszügen oder Steuerdokumenten. Ein Klick darauf leitet den Empfänger zu einem PDF-Bild, das den Download einer ZIP-Datei auslöst – darin enthalten ist eine aufgeblähte (100 MB) ausführbare Datei, die die Grandoreiro-Malware ausführt.

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Die Malware ermöglicht:

  • Das Blockieren des Bildschirms des Opfers
  • Das Aufzeichnen von Tastenanschlägen
  • Das Simulieren von Maus- und Tastaturaktivitäten
  • Die Bildschirmfreigabe des Opfers
  • Das Anzeigen gefälschter Pop-up-Fenster

Fragen und Antworten

Was ist der Banking-Trojaner Grandoreiro und wie funktioniert er?

Der Banking-Trojaner Grandoreiro ist eine Form von Schadsoftware, die darauf abzielt, Bankdaten zu stehlen. Er funktioniert hauptsächlich durch Phishing-Kampagnen, bei denen die Opfer dazu verleitet werden, auf schädliche Links zu klicken. Diese Links führen oft zu gefälschten Webseiten, die legitimen Bankseiten ähneln, oder sie laden direkt Malware auf den Computer des Opfers herunter. Einmal installiert, kann der Banking-Trojaner Tastatureingaben aufzeichnen, Screenshots machen und andere bösartige Aktivitäten durchführen, um an sensible Informationen wie Anmeldedaten und Bankkontoinformationen zu gelangen.

Welche Länder sind am stärksten von Grandoreiro betroffen?

Laut dem IBM X-Force-Bericht wurden die Aktivitäten des Grandoreiro-Trojaners in über 60 Ländern festgestellt. Besonders betroffen sind Regionen in Mittel- und Südamerika, Afrika, Europa und der Indopazifik. Länder wie Mexiko, Argentinien und Südafrika stehen im Fokus der Phishing-Kampagnen, wobei die Angriffe auf Steuerbehörden, Finanzdienstleister und Elektrizitätskommissionen abzielen.

Was können Betroffene tun, um sich vor dem Grandoreiro-Banking-Trojaner zu schützen?

Um sich vor dem Grandoreiro-Trojaner zu schützen, sollten Nutzer stets vorsichtig sein, wenn sie E-Mails von unbekannten Absendern öffnen. Es ist wichtig, niemals auf Links in verdächtigen E-Mails zu klicken oder Anhänge herunterzuladen. Darüber hinaus sollten Antiviren- und Antimalware-Programme auf dem neuesten Stand gehalten und regelmäßig durchgeführt werden. Banken und andere Finanzdienstleister bieten oft zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung an, die ebenfalls genutzt werden sollten.

Wie hat die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Grandoreiro beigetragen?

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Die internationale Zusammenarbeit hat bereits zu bedeutenden Erfolgen im Kampf gegen Grandoreiro geführt. Im Januar 2024 führte eine gemeinsame Aktion von brasilianischen und spanischen Behörden, Interpol, der Sicherheitsfirma ESET und der Caixa Bank zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Malware-Operation. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig internationale Anstrengungen und der Austausch von Informationen sind, um globale Cyber-Bedrohungen effektiv zu bekämpfen.

Welche langfristigen Auswirkungen könnte die Verbreitung von Grandoreiro haben?

Die Verbreitung von Grandoreiro könnte langfristige Auswirkungen auf die globale Cyber-Sicherheit haben. Banken und Finanzinstitutionen könnten gezwungen sein, erhebliche Investitionen in ihre IT-Sicherheitsinfrastruktur zu tätigen. Zudem könnte das Vertrauen der Verbraucher in Online-Banking und digitale Finanzdienstleistungen beeinträchtigt werden. Eine anhaltende Bedrohung durch Banking-Trojaner wie Grandoreiro könnte auch zu strengeren Regulierungen und einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Privatsektor führen, um den Schutz vor Cyber-Bedrohungen zu verbessern.

Fazit

Der Banking-Trojaner Grandoreiro stellt eine erhebliche Bedrohung für die globale Finanzwelt dar. Trotz internationaler Bemühungen zur Eindämmung der Malware bleibt die Gefahr bestehen. Es ist entscheidend, dass Nutzer wachsam bleiben und angemessene Sicherheitsvorkehrungen treffen, um sich zu schützen. Die Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Cyber-Sicherheitsexperten ist unerlässlich, um die Verbreitung solcher Bedrohungen zu stoppen und die Sicherheit im digitalen Zeitalter zu gewährleisten.

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