Die Behauptung
Während des Nato-Gipfeltreffens in Madrid sollen sich Politiker bedächtig satanische Horror-Gemälde angeschaut haben.
Unser Fazit
Die Fotos wurden durchweg teilweise recht deutlich sichtbar nachbearbeitet, in Wahrheit aber betrachteten die Politiker diverse Werke klassischer Künstler.
Ende Juni trafen sich die mächtigsten Politiker der Nato zu einem Gipfeltreffen in Madrid. Da aber ständiges Diskutieren ein wenig langweilig ist, wird auch Kunst betrachtet. Satanistisch anmutende Horror-Kunst natürlich, denn schließlich sind alle Politiker Satanisten und die Nato deren Kult. Oder so. Wird zumindest auf Telegram geglaubt:

„NATO-Gipfel in Madrid, Spanien. Es gibt keine Zufälle; was sagt dir das Wesen dieser „Kunst“? Sind diese Weltführer Satanisten?“
Ein genauerer Blick
Da die meisten Telegram-Nutzer die App am Smartphone nutzen, werden ihnen auch wahrscheinlich weniger die kleinen Details der Fotos auffallen, die uns aber misstrauisch machen. So stimmen die Helligkeit der Bilder zumeist nicht mit Bildern daneben überein, und manchmal wurde auch beim Zurechtschneiden geschludert, wie hier:

Um es kurz zu machen: Sämtliche Bilder wurden manipuliert, die Originale finden sich in diversen Datenbanken im Internet.
Keine Horror-Kunst beim Gipfeltreffen
Hinweis: Aus urheberrechtlichen Gründen (soviel Geld haben wir dann doch nicht, um die Pressefotos für diesen Artikel kaufen zu können) verlinken wir nur die Originalfotos unter den Fake-Bildern, aber dürfen sie nicht in den Artikel einbinden.

Boris Johnson steht in Wirklichkeit im Prado-Museum vor einem Gemälde von Tizian (Quelle Publico)

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau steht in Wirklichkeit vor einigen Bildern von Rubens (Quelle: Alamy).

Der französische Präsident Emmanuel Macron schaut sich ebenfalls einige Rubens-Bilder an (Quelle: GettyImages)

Wieder Emmanuel Macron vor zwei Rubens-Bildern (Quelle: GettyImages)

Auf diesem Foto sind alle Gemälde echt, bis auf jenes in der Mitte, denn dort ist eigentlich das Gemälde „Hoffräulein“ von Velázquez zu sehen (Quelle: GettyImages)
Fazit
Nein, im Prado-Museum, welches von den Politikern besucht wurde, hängen keine satanischen Horror-Gemälde – dies war einfach nur eine Photoshop-Spielerei mit diversen Pressefotos, um die Telegram-Fangemeinde der Verschwörungsgläubigen zu füttern.
Quelle: dpa
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