Kennst du diese Kacheln mit lustigen Sprüchen, die alle Leute auf WhatsApp oder Facebook verbreiten? Um so eine Kachel mit einem Text über einen Friseurtermin und eine Glatze geht es.

Der Anlass ist leicht erklärt: Derzeit wird ein Sharepic (Kachel) verbreitet, mit einem Text zu einem Friseurtermin. Angeblich hat ein Mann mit Glatze diesen Termin ersteigert und letztendlich ging es ja nur um eine Spendenaktion. Auf dieser Kachel kannst du folgendes Lesen:

Eine Friseurin aus meiner Heimat hat ihren ersten Termin nach dem Lockdown versteigert. 310 € – Das Geld geht an die Tafel. Sie öffnete eine Minute nach Mitternacht. Als der Kunde kam, zeigte sich sein Humor: der Mann hatte eine volle Glatze. Grandios!

Wir sind ja gewohnt, dass diese Kacheln gerne mal ein wenig übertreiben oder nicht immer ihre Quellen nennen, um noch mehr Dramaturgie aufzubauen. Daher ist es nur allzu verständlich, dass es Menschen gibt, die diese Aussage anzweifeln. Wir haben uns daher auf die Suche gemacht, ob es diesen Vorfall wirklich gegeben hat.

Mit Glatze zum Friseurtermin

Zunächst: Das war nicht ganz einfach, denn es hat mehrere Friseure in Deutschland gegeben, die ihre ersten Termine für einen guten Zweck versteigert haben. Dafür an dieser Stelle erstmal Anerkennung.

Wir haben also folgende Fälle gefunden: ein Friseur aus Bayreuth. Geld wird an die Tafel gespendet. Kunde hatte jedoch keine Glatze, sondern Naturlocken (Angaben HIER). Darauf kann sich das Sharepic also nicht beziehen.

Der nächste Fall: Friseurin aus Duisburg. Erlös geht an die Kindernothilfe. Termin erhielt mit 500 Euro die Duisburger SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp (Angaben HIER). Auch nicht das, was wir suchen.

Dann zum nächsten Fall: Friseurin aus dem Kreis Viersen. Gespendet wird an die Tafel. Ersteigert hat ein Belgier … mit GLATZE! Tadaa! Wir haben den Fall gefunden. Die Angaben hierzu finden sich in einem Artikel der Rheinischen Post (HIER), darin lesen wir:

Nicht so Franz Steeger (57). Er trägt eine Frisur, die keinen Friseur braucht. „Das macht meine Frau“, sagt der Glatzenträger aus Brüggen. Dennoch hat er 301 Euro für den ersten Friseurtermin nach dem Lockdown bei Nicole Cross ausgegeben.

Der einzige Unterschied liegt in der Nennung des Betrages. In dem Artikel der RP wird die Zahl von 301 € genannt, die Kachel spricht von 310 €. Der Unterschied kann in einem Tippfehler oder Übertragungsfehler liegen.

Dennoch stimmt der Inhalt der Kachel im Ganzen mit der Versteigerung des Friseurtermins überein. Die Spenden-Sammlung wurde zudem bereits Mitte Februar in der Rheinischen Post erwähnt (hier).

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Symbolbild Friseurtermin, Artikelbild: Shutterstock / Von Yulyazolotko


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