Smartphones mit einem Android-Betriebssystem haben eine Funktion, die sich „Google-Standortverlauf“ nennt.
Das ist absolut nichts Neues, wird aber von der Seite „Der Wächter“ nun so aufgebauscht, als ob dies aktuell eine sensationelle Enthüllung sei („Es hat sich herausgestellt,…„).
Tatsächlich scheint es aber so zu sein, als ob viele Nutzer wirklich diese Funktion gar nicht kennen, was die Anfragen zu dem Artikel zeigen. Deswegen möchten wir hier jene Funktion noch einmal erklären und auch aufzeigen, wie ihr sie deaktivieren könnt.
War diese Funktion bisher geheim?
Nein.
Google selbst beschreibt diese Funktion auf seinen Supportseiten. Dort ist auch beschrieben, wie man den Standortverlauf aktiviert, deaktiviert und komplett löscht.
Wozu gibt es diese Funktion?
Diese Daten sind für Google als Werbeträger natürlich interessant, da dadurch auf dem Smartphone regionale Werbung angezeigt werden kann. Auch für den Nutzer ergeben sich Vorteile, so dass dadurch beispielsweise ein verlorenes Smartphone wieder gefunden werden kann, man bekommt Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten in der Nähe oder Echtzeit-Informationen zum Verkehr.
Aber auch ernsthaftere Situationen werden durch die Standortermittlungen vereinfacht. Beispielsweise kann bei Krisensituationen leichter festgestellt werden, ob ein Nutzer sich in einem Gefahrengebiet befindet. Auch hilft es bei der Ermittlung gegen gehackte Konten sehr, wenn ein Nutzer, der sich gerade in Deutschland befindet, sich wenige Minuten später in Australien einloggt: Ein deutliches Zeichen, dass das Konto eventuell kompromittiert wurde.
In diesem Fall schickt Facebook dem Nutzer eine Mitteilung, dass anscheinend eine andere Person versuchte, sich auf das Konto einzuloggen.
Wo kann ich mir meine Standortdaten ansehen?
Diese könnt ihr euch mit einem Klick hier ansehen. Dazu habt ihr noch die Möglichkeit, die Standorte zeitlich einzuschränken.
Genügt es, den Standortverlauf zu deaktivieren?
Nicht wirklich, da dann zwar die Funktion deaktiviert ist, man aber in den meisten Fällen genügend andere Apps installiert hat, die auf den aktuellen Standort zugreifen möchten und denen man diese Berechtigung auch erteilt hat, seien es nun Dating-Apps oder Wetterdienste.
Auch wenn man sich in einem öffentlichen WLAN eingeloggt hat, kennt Google dann den jeweiligen Aufenthaltsort und kann dementsprechend Werbung zeigen.
Wenn man ganz sicher gehen will, muss man zusätzlich auch noch die Web- und App-Aktivitäten deaktivieren.
Dies kann man hier:
Einstellungen -> Google -> Standort -> Google-Standortverlauf -> Alle Aktivitätseinstellungen anzeigen -> Web- und App-Aktivitäten deaktivieren
Fazit
Die Funktion ist nicht neu und kann durch den Nutzer einfach deaktiviert werden. Diverse Apps könnten aber trotzdem noch auf den Standort zugreifen, was man aber ebenfalls deaktivieren kann.
Die Behauptung in dem Artikel von „Der Wächter“, dass Google die Standortdaten weiterverkauft und dass Regierungen auf diese Daten Zugriff haben, sind allerdings rein spekulativ und unbewiesen.
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