Social Media hilft Usern in Zeiten der Corona-Pandemie und fehlender traditioneller Trauerfeiern. Hashtags wie GriefTok trenden.
TikTok hat mit GriefTok einen neuen Hashtag ins Leben gerufen, der Menschen bei der Trauerverarbeitung nach einem Verlust oder Todesfall helfen soll. Er gibt Nutzern die Möglichkeit, mit anderen Betroffenen über Trauer zu reden und darüber zu lernen, aber auch die Erfolge bei der Trauerbewältigung zu teilen und das Leben zu zelebrieren.
Trauer und Verlust sind populäre Themen auf der Social-Media-Plattform. Der Hashtag #grief wurde bereits 1,4 Mrd. Mal aufgerufen und auch der neue Hashtag #grieftok hat bereits über 43 Mio. Zugriffe. Zahlreiche Nutzer teilen hier mittels Fotos, Videos und Erzählungen ihre Geschichten von Tod und Verlust sowie auch Erinnerungen an geliebte Menschen. Weitere Hashtags wie #griefjourney haben über 338 Mio. Aufruffe und zeigen den langen und sehr individuellen Prozess der Trauerverarbeitung.
Solche Videos teilen Momente und wichtige Erkenntnisse aus der Therapie oder erklären, wie man trauernden Menschen am besten helfen kann. „Trauer kann eine Emotion sein, die unglaublich schwer alleine zu verarbeiten ist“, meint TikTokerin und GriefTok-Mitglied Lauren Bulloch. Sie berichtet auf ihrem Account von ihren Erfahrungen mit Trauerfällen und weiß aus eigener Erfahrung, dass ein Ort zum Austausch und eine Community wie auf GriefTok erheblich bei der Trauerverarbeitung helfen kann.
GriefTok: Austausch gegen Einsamkeit
2020 haben die steigende Zahl an Todesfällen während der Corona-Pandemie und die aufgrund weltweiter Lockdowns und Reisebeschränkungen oft fehlenden Möglichkeiten traditioneller Trauerfeiern viele Menschen besonders hart getroffen. Auch wenn Trauer-Technologien wie die Hashtags auf TikTok ungewohnt sind, können sie Menschen gerade in solchen Zeiten miteinander verbinden und ihnen ein Gefühl von Gemeinschaft vermitteln.
„Jeder trauert unterschiedlich, weshalb sich viele Leute nach einem Trauerfall oft einsam, isoliert und missverstanden fühlen. Kommunikation und das Teilen der eigenen Gefühle in einer Community können da sehr hilfreich sein“, meint Trauma-Psychologin Zoe Clews. Auch zu hören, dass man mit seiner Trauer nicht alleine ist und das Kennenlernen von Menschen mit ähnlichen Geschichten seien große Hilfen gegen die Einsamkeit. „GriefTok ist ein sicherer Ort, an dem Trauernde Toleranz, Empathie und Unterstützung finden. Die breitere und öffentlichere Diskussion auf Plattformen wie TikTok könnte künftig auch zu weniger Stigmen rund um Themen wie mentale Gesundheit, Tod und Sterben führen, so Clews.
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via Pressetext.com
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