In der Heizperiode zu mehr Effizienz gelangen und Kosten vermeiden

„Bei exorbitant gestiegenen Gaspreisen ist sparsames Verhalten gefragt, um die eigene Haushaltskasse nicht noch stärker zu belasten. 65 Prozent der sächsischen Haushalte heizen mit Gas. Aber auch beispielsweise Fernwärmekunden sollten beachten, dass für sie Wärme in den eigenen vier Wänden teurer wird.

Lorenz Bücklein, Energiereferent der Verbraucherzentrale Sachsen

Raumwärme macht etwa 70 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte aus, auf die Warmwasserzubereitung entfallen durchschnittlich 14 Prozent. Das Einsparpotenzial ist hier also besonders hoch. Gleichzeitig muss eine Auskühlung von Innenräumen verhindert werden, damit sich aufgrund der feuchtkalten Luft kein gesundheitsgefährdender Schimmel an Wänden und Fensternischen bilden kann. Wenn Verbraucher*innen folgende Tipps beachten, ist ein sparsamer Umgang mit der Heizenergie machbar:

Heizkörper-Thermostat bewusst einsetzen

Thermostate ermöglichen, die Raumtemperatur zu regulieren.

„Wir empfehlen 20 bis 22 Grad. Aber man sollte beachten, dass jedes Grad weniger den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent verringert. Bei Abwesenheit ist eine Absenkung auf 16 Grad denkbar“.

Lorenz Bücklein, Energiereferent der Verbraucherzentrale Sachsen. „“

Programmierbare oder fernsteuerbare Thermostate helfen bei einer bewussten Steuerung. Sie können auch in Mietwohnungen einfach gewechselt werden.

Heizung entlüften

Luft im Heizkörper führt zu weniger Wärmeabstrahlung. Ein Entlüftungsschlüssel – erhältlich im Fachhandel oder bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale – sorgt hier für Abhilfe. In akuten Fällen hilft ein Fachbetrieb weiter.

Heizkörper nicht zustellen

Effizientes Heizen gelingt, wenn die Heizkörper von ausreichend Raumluft umgeben sind. Sie sollten nicht hinter Verkleidungen oder Vorhängen versteckt werden, Möbel in einem Mindestabstand von 30 Zentimetern dazu platziert werden.

In der Heizperiode richtig Heizen und Lüften

Mehrmaliges Querlüften für einige Minuten am Tag hilft, um zu hohe Raumfeuchtigkeit zu vermeiden und sich so vor Schimmelbildung zu schützen. Mit einem Hygrometer lässt sich dies kontrollieren – es sollte nicht über 55 Prozent anzeigen, je nach Gebäude (siehe Grafik). Spätestens wenn die Fenster von innen beschlagen, ist es Zeit, für Frischluft zu sorgen.

Heizperiode: Typische relative Raumfeuchten mit geringer Schimmelpilzdichte, e Bild: © Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz/H. Obermeyer
Heizperiode: Typische relative Raumfeuchten mit geringer Schimmelpilzdichte, Bild: © Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz/H. Obermeyer

Für Hausbesitzer*innen: für die richtige Einstellung sorgen

Statt auf die Werkseinstellung zu vertrauen, sollte die Vorlauftemperatur angepasst bzw. gesenkt werden. Das bringt zehn bis 15 Prozent Ersparnis. Energiesparend ist auch das zeitweise Abschalten der Heizung, z.B. nachts oder tagsüber, wenn niemand im Haus ist. Durch Wochenprofile lassen sich die Einstellungen an die persönlichen Gewohnheiten anpassen. Mit einem hydraulischen Abgleich stellt der Fachbetrieb nach vorheriger Berechnung den Durchfluss an jedem Heizkörper ein: Wärme wird wieder gleichmäßiger abgegeben, Verluste der Heizung vermieden und der Stromverbrauch für die Heizungspumpe reduziert.

Wärmedämmung vermeidet Verluste

Nachträgliche Wärmedämmung von Außenwänden, Dach- und Deckenflächen kann die Wärmeverluste des Gebäudes erheblich reduzieren. Auch kleinere Maßnahmen sind schon sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise die nachträgliche Abdichtung von Fenstern und Türen oder die Wärmedämmung von Heizkörpernischen, Rollladenkästen und Heizungsrohren in unbeheizten Bereichen.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

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