In Italien gab es tatsächlich Todesfälle nach Impfungen… vor mehreren Jahren.
Ein Artikel vom Januar 2020 berichtet über Todesfälle in Italien nach Grippeschutz-Impfungen
Verschwörungstheoretiker sehen darin einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Ausbruch von SARS-CoV-2 in Italien.
Die Todesfälle gab es jedoch bereits 2014; die verbreitende Seite gilt allgemein auch als sehr unseriös.
Aufgrund der an COVID-19 Erkrankungen in Italien wird anscheinend viel nach der Thematik gesucht, so bekamen wir nun auch Anfragen zu einem Artikel der Seite „Zentrum der Gesundheit“, welcher relativ aktuell vom 20. Januar 2020 zu stammen scheint.

Aufgrund des Artikels basteln sich nun einige Verschwörungstheoretiker die These zusammen, dass SARS-CoV-2 in Wirklichkeit durch Impfungen dort verteilt wurde.
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Echte Meldung – aber alt!
Wer in dem Artikel von „Zentrum der Gesundheit“ ganz nach unten scrollt, wird irritiert sein, denn die dort angegebenen Quellen stammen allesamt von 2011 und 2014, obwohl der Artikel doch im Januar 2020 aktualisiert wurde. Es finden sich jedoch im gesamten Artikel keine Aktualisierungen, er enthält noch den gleichen Text wie 2015, als er erstmals archiviert wurde.
Vom Alter mal abgesehen, zumindest der Anfang des Artikels ist korrekt: Nach einer Impfung mit dem Grippeimpfstoff Fluad starben insgesamt 13 Menschen, wie unter anderem der „Tagesanzeiger“ und das „Ärzteblatt“ im November und Dezember 2014 berichteten.
9 der 13 Verstorbenen waren über 80 Jahre alt, die Charge wurde zwecks Untersuchungen zurückgezogen. Das Ergebnis der Untersuchungen:
Es konnten in den Chargen keine Verunreinigungen oder sonstige Gründe festgestellt werden, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Tod der Personen gibt.
Der entsprechende Impfstoff wird nur bei Personen über 65 Jahre angewendet, im Jahr 2014 wurden insgesamt 4 Millionen Dosen des Impfstoffes bereitgestellt.
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Fazit
Die Seite „Zentrum der Gesundheit“ verbreitet einen alten Artikel als neu, doch außer den Todesfällen in Italien, die es 2014 tatsächlich gab, werden dort auch noch Falschinformationen über Quecksilber in Impfstoffen verbreitet (siehe unseren Artikel: Faktencheck: „Grippeimpfungen enthalten 25.000x mehr Quecksilber als erlaubt“).
Auch andere Seiten weisen auf die Unseriosität von „Zentrum der Gesundheit hin:
- Berliner Morgenpost: Das Online-Geschäft mit dubiosen Gesundheitstipps
- Verbraucherzentrale Hamburg: Wer und was versteckt sich hinter Ernährungsportalen?
Artikelbild: Shutterstock / Von Tero Vesalainen
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

