45 Prozent der acht- bis 17-jährigen Briten sind bereits auf unangemessene und beunruhigende Online-Inhalte gestoßen. Das belegt eine kürzlich veröffentlichte Befragung im Auftrag der britischen Kinderschutzbeaufragten Dame Rachel de Souza zum Thema Online-Sicherheit unter 2.005 Kindern dieser Alterskohorte und deren Eltern. Neben Inhalten zu Selbstverletzung und Suizid wurden die Jungen und Mädchen mit Pornografie, sexualisierten und gewalttätigen Bildern und anonymen Trollen konfrontiert.
Ärmere stärker von Schad-Content betroffen
Bei Kindern mit Anspruch auf kostenlose Schulspeisung ist die Wahrscheinlichkeit, alle Arten von schädlichen Inhalten zu sehen, demnach deutlich höher. Nur die Hälfte der Kinder, die solchen Schad-Content wahrgenommen hatten, meldeten dies der aussendenden Plattform. 40 Prozent der Kinder, die keine Meldung machten, begründeten dies mit mangelndem Vertrauen in die Reaktionen der Portale.
Von denjenigen, die schädliche Inhalte gemeldet haben, gab ein Viertel an, dass daraufhin nichts geschah. In Großbritannien sind zwei Drittel der Acht- bis Zwölfjährigen in sozialen Medien und auf Messaging-Plattformen unterwegs. Eine Mehrheit von Kindern und Eltern plädiert laut der Umfrage für ein vorgeschriebenes Mindestalter, um auf Plattformen aktiv sein zu dürfen. In den USA sprechen sich Eltern mehrheitlich für ein Eintrittsalter von 13 Jahren aus (HIER). Und viele bemerken zunehmend psychische Probleme bei ihren Kindern bei starker Social-Media-Nutzung (HIER).
Tech-Konzerne in der Pflicht
Das Fazit der Umfrage aus Sicht der Kinderbeauftragten ist eindeutig: Die Selbstregulierung durch die Technologie-Unternehmen hat versagt. Sie sieht im neuen Gesetz zur Online-Sicherheit für Großbritannien eine enorme Chance, künftige Generationen von Kindern vor Schaden im Internet zu schützen. Detaillierte Ergebnisse der Umfrage „Digital childhoods: a survey of children and parents“ sind hier abrufbar.
Quelle: Jedes zweite britische Kind sieht Schad-Content
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