Die Behauptung
Auf Social Media wird behauptet, dass die COVID-19-Impfstoffe AIDS verursachen. Es lautet „Millionen werden bis zum Herbst AIDS von den COVID-Impfstoffen bekommen“. Unter anderem hat auch Michael Wendler einen Web-Artikel auf seinem Telegram dazu geteilt.
Unser Fazit
Nein, COVID-19-Impfstoffe verursachen weder HIV noch AIDS. Es handelt sich hierbei um ein regelmäßig wiederholtes Schreckgespenst.
Nein, die Covid-Impfung löst kein AIDS. Auch nicht bei mehrfach geimpften Personen, bei schlichtweg niemandem. Dennoch wird diese Geschichte regelmäßig erzählt, jüngst erst hat Michael Wendler einen Webartikel dazu auf seinem Telegram-Kanal geteilt („forwarded“). Zwar hat er zwei Tage später gepostet, dass er nie behauptet hätte, dass „man durch die Covid-19 Gen Spritze“ AIDS bekomme, doch den Artikel selbst hat er am 27. März 2022 auf seinem Artikel unkommentiert geteilt. Grundsätzlich brauchen wir hier keinen neuen Faktencheck rund um Covid-Impfung zu verfassen, denn es gibt verschiedene Inhalte, die bereits deutlich sagen, dass die Impfung kein AIDS auslöst. Auf diese verweisen wir an dieser Stelle:
- Reuters: Fact Check-COVID-19 boosters do not cause positive HIV tests (hier)
- Euronews: COVID-19 vaccines do not create variants of HIV/AIDS (hier)
Letztlich ist das auch völliger Quatsch, da AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und nicht durch die Covid-Impfung.
„AIDS ist eine erworbene Immunschwächekrankheit. Sie ist das Endstadium einer HIV-Infektion. Der Erreger, das HI-Virus, befällt bestimmte Zellen des Immunsystems. Es wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.“
Das HI-Virus fängt man sich nicht „nebenbei“ ein, sondern es gibt bestimmte Infektionswege (siehe hier). Doch diese Geschichte hat einen ernsten und auch langjährigen Hintergrund. Am Ende geht es um Angst.
AIDS & das HIV-Infektionsnarrativ
Bereits im letzten Herbst tauchte die Behauptung auf, dass geimpfte Personen zum Jahresende massenweise an AIDS erkranken würden (siehe hier). Natürlich ist das nicht eingetreten. Das hindert aber augenscheinlich Anhänger der Verschwörungstheorien nicht daran, das Datum der vermeintlichen AIDS-Fälle einfach wieder zu verändern und in die Zukunft zu verlegen.
Warum jedoch ausgerechnet AIDS? Hinter dieser Geschichte steckt ein sehr altes Narrativ, und zwar die Geschichte, dass wir uns auf einfache Art und Weise mit dem HI Virus infizieren könnten. Hier liegen zwei Geschichten einfach plausibel nah beieinander. Covid-19 Impfung und HIV: Wir haben es mit zwei Geschichten um Viren zu tun, wir haben es mit der Tödlichkeit der einen Geschichte zu tun. Und das ist etwas ganz Wesentliches, hier wird die Impfung, die nicht tödlich ist, mit einer Krankheit verbunden, die durchaus einen tödlichen Ausgang haben kann.
Ein Vorläufer dieses Narrativs ist die HIV-infizierte Nadel in dem Kinosessel. Dies ist eine recht uralte urbane Legende, die schon vor vielen Jahren im Netz verbreitet wurde. Die Geschichte an sich ist recht einfach erklärt: in einem Kino einer bestimmten Stadt würde sich eine HIV-infizierte Nadel in einem Kinosessel befinden. Die Besucher müssten also aufpassen, wenn Sie dieses Kino besuchen. Diese Geschichte gibt es in verschiedenen Varianten, manchmal auch als Geschichte bezüglich Discobesuchen.
Der Kern ist die Angst vor der Infektion und der Erkrankung vor AIDS. Dieser Erzählkern wurde nun auf die Covid-19 Impfung übertragen. Im Grunde genommen sind es also dieselben Mechanismen, die hier zum Tragen kommen. Menschen werden verunsichert und haben Angst. Sei es damals bei einem Disco- oder Kinobesuch, im aktuellen Fall also auch vor einer Impfung. Die Geschichte soll in ihrer modernen Version bewirken, dass Menschen sich nicht weiter impfen lassen.
Im Grunde genommen ist ein Faktencheck an dieser Stelle auch mehr oder weniger sinnlos, denn wer von der Geschichte überzeugt ist, wird auch einem Faktencheck nicht glauben. Insofern haben wir es wieder mit einem Kampf zwischen Narrativen zu tun.
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