Die Behauptung

In einem unzähligen Male geteilten Video wird behauptet, ein gerade ausgelieferter Leopard-2-Panzer wäre angeblich in der Ukraine im Schlamm stecken geblieben oder sogar von der russischen Armee erbeutet worden.

Unser Fazit

Der im Video gezeigte Panzer ist nicht der Leopard 2, sondern ein schwedischer Stridsvagn STRV-122. Das Bild- und Videomaterial stammte bereist aus dem April 2022.

Beispiel der Falschbehauptung auf Twitter „Leopard-2-Panzer steckt im ukrainischen Schlamm fest“

Screenshot: Twitter / 6.3.2023/ Die Behauptung: "Leopardo 2 is stuck in Ukrainian mud. It is not known when the video was taken."
Screenshot: Twitter / 6.3.2023/ Die Behauptung: „Leopardo 2 is stuck in Ukrainian mud. It is not known when the video was taken.“

Dies ist nicht das erste Mal, dass Fehlinformationen bezüglich der Leopard-Panzer kursieren. Unter anderem berichteten wir am 28. Februar 2023 über die Behauptung, russische Söldner der Wagner-Gruppe hätten am 26. Februar 2023 in der Ukraine den ersten von Deutschland gelieferten Leopard-Panzer zerstört. Dies stellte sich als unwahr heraus. Einen weiteren falschen Bericht deckten wir am 9. März 2023 auf, in dem angeblich ein „Fotobeweis“ belegen sollte, dass die ersten in die Ukraine gelieferten deutschen Leopard-Panzer bereits zerstört und von Russen erbeutet wurden. Auch diese Behauptung erwies sich als haltlos.


Das Social-Media-Team „The Cube“ von EuroNews hat die Wahrheit hinter dem Vorfall aufgedeckt.

Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass der betroffene Panzer keineswegs ein Leopard 2 ist. Das ursprüngliche Bild- und Videomaterial wurde bereits am 28. April 2022 auf Instagram veröffentlicht, also weit vor Deutschlands Zusicherung, Leopard 2-Panzer an die Ukraine zu liefern. Tatsächlich handelt es sich bei dem Militärfahrzeug um einen Stridsvagn STRV-122, einen auf dem Leopard 2 basierenden schwedischen Panzer. Das Instagram-Konto ist im Besitz der „Wartofta stridsvagnskompani“ (Wartofta Panzerkompanie) vom „Skaraborgs“ Regiment, einer Ausbildungseinheit der schwedischen Streitkräfte.

Durch Geolokalisierung konnten die Social-Media-Fachleute zudem ermitteln, dass der unglückliche Zwischenfall in der Nähe von Slivakra in Südschweden geschah, nicht weit von der schwedischen Stadt Malmö entfernt.

Wie sich herausstellt, hat das verbreitete Video weder zeitlich noch örtlich einen Bezug zum gegenwärtigen Konflikt in der Ukraine. Tatsächlich begann die Auslieferung der ersten Leopard-2-Panzer an die Ukraine erst im März 2023.

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Factchecking Video des The Cube Teams

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