Dark Patterns sind irreführende Designelemente und Webseiten-Gestaltungen, die versuchen User:innen zu verleiten Entscheidungen zu treffen, die nicht in Ihrem besten Interesse liegen. Wie Sie Dark Patterns erkennen und sich am besten schützen, erfahren Sie hier von unseren Partnern der Watchlist Internet!

Dark Patterns in der freien Wildbahn

Das Internet ist eine Spielwiese für Designer:innen und Webgestalter:innen. Zunehmend setzen sie auf Dark Patterns, um die Aufmerksamkeit von Konsument:innen zu gewinnen bzw. ihre Entscheidungen zu beeinflussen. Sieht man genauer hin, wird klar, dass das Internet nur so vor manipulativen Dark Patterns wimmelt.

Dark Patterns werden auch zunehmend im E-Commerce eingesetzt. Hier sind sie besonders wirksam: Spielerisch können Konsument:innen im Online-Shop gehalten werden, aus einem Schnäppchen wird ein teures Abo oder Zeitdruckelemente verleiten dazu, mehr zu kaufen als ursprünglich geplant.

Dark Patterns sind effektiv, wie die Forschung zeigt: In zwei groß angelegten Experimenten untersuchten US-Forscher:innen, welchen Effekt Dark Patterns auf die Entscheidungen von Konsument:innen haben. Die Ergebnisse zeigen, dass versteckte Informationen, Fangfragen und der Einbau von Hürden besonders gut funktionieren.

Viele Formen der Dark Patterns

Wir haben hier einige Beispiele von Dark Patterns aufgelistet:

  • Cookie-Banner: Das lästige Wegklicken der Cookie-Banner gehört schon fast automatisch zum Surfen dazu. Die Gestaltung dieser Banner ist ein typischer Dark Pattern! Denn das Akzeptieren der Cookies ist oft viel einfacher und intuitiver als das Ablehnen. „Akzeptieren“ steht auf einem roten Button, „Ablehnen“ ist oft keine Option, oder unauffälliger auf einem grauen Hintergrund. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Designentscheidung, die Sie davon abhalten soll, die Cookies abzulehnen.
  • Zeitdruck & die Macht der Vielen: Countdowns, Timer und „10 weitere Personen sehen sich diesen Artikel gerade an“ – Online-Shops wissen genau, wie sie Konsument:innen unter Druck setzen können. Countdowns lösen bei User:innen instinktiv Stress aus, man hat Angst etwas zu verpassen oder das Angebot nicht mehr wahrnehmen zu können. Tatsächlich sind viele dieser Zeitdruckelemente einfach Fake, ist die Stoppuhr abgelaufen, beginnt sie einfach wieder von vorn.
  • Confirm-Shaming: „Sind Sie sicher, dass Sie ohne Versicherung reisen wollen?“ „Wenn du uns unterstützen willst, erlaub uns gerne Cookies einzusetzen.“ „Du willst schon gehen? Vorsicht, bei deinem nächsten Besuch kann das Angebot schon weg sein!“ Mit solchen und ähnlichen Nachrichten, versuchen Website-Betreiber:innen emotionalen Druck auf ihre Kundschaft auszuüben.

Sie wollen mehr zu dem Thema Dark Patterns lesen? In der Studie „Verlorene Zeit, Verlorenes Geld“ bietet die Arbeiterkammer einen Überblick.

Ein Cookie-Banner der Confirmshaming und manipulative Farbgebung einsetzt, um User:innen dazu zu bringen, auf "Akzeptieren" zu klicken. Screenshot: Watchlist Internet
Ein Cookie-Banner der Confirmshaming und manipulative Farbgebung einsetzt, um User:innen dazu zu bringen, auf „Akzeptieren“ zu klicken. Screenshot: Watchlist Internet

So können Sie sich wehren!

  • Hilfreiche Tools nutzen: Plugins und Browser-Erweiterungen können Ihnen das Leben erleichtern! Installieren Sie Privatsphäre-Tools in Ihrem Browser wie Cookie Block oder Privacy Badger. Diese Erweiterungen deaktivieren Cookies automatisch und ersparen Ihnen das dauernde Wegklicken.
  • Lassen Sie sich nicht stressen: Versuchen Sie Countdowns, Timer und andere Aktivitätsmeldungen (35 Personen haben dieses Ticket in ihrem Warenkorb) zu ignorieren. In den meisten Fällen sind diese Angaben frei erfunden. Überlegen Sie lieber einen Tag länger, ob und wo Sie einkaufen wollen. Auch Preisvergleich-Seiten können eine Hilfe bei der Entscheidungsfindung sein.
  • Lassen Sie sich nicht erpressen: „Erzwungene Kontinuität“ heißt es, wenn Sie dazu gezwungen werden, ein Abo abzuschließen, ein Kundenkonto zu registrieren oder sich für einen Newsletter anzumelden. Wenn Sie Probleme mit erzwungenen Anmeldungen haben, wenden Sie sich an die Internet Ombudsstelle.
  • Lassen Sie sich nicht verunsichern: Viele Websites arbeiten mit emotionalem Druck. Sie versuchen Sie so dazu zu bringen, sich zu registrieren, extra Produkte zu kaufen oder zusätzliche Services zu buchen. Nehmen Sie kurz Abstand und so den Druck aus der Situation. 
Shein.de arbeitet mit einer Vielzahl an Dark Patterns: Die Startseite ist überladen (Overloading), zahlreiche Countdowns drängen zum Kauf (Zeitdruck), Pop-Ups verleiten dazu ein Konto zu erstellen und den Newsletter zu abonnieren. Screenshot: Watchlist Internet
Shein.de arbeitet mit einer Vielzahl an Dark Patterns: Die Startseite ist überladen (Overloading), zahlreiche Countdowns drängen zum Kauf (Zeitdruck), Pop-Ups verleiten dazu ein Konto zu erstellen und den Newsletter zu abonnieren. Screenshot: Watchlist Internet

Dark Patterns – die Hintergründe

Wenn User:innen Computer oder Smartphones bedienen, tun sie das über sogenannten User-Interfaces. Die Gestaltung jedes Fensters, jedes Buttons oder auch der Aufbau einer Website kann dabei das Verhalten der User:innen verändern. Dark Patterns werden eingesetzt, um Entscheidungen von User:innen entgegen deren eigenen Absichten oder Interessen zu beeinflussen. Das passiert über Manipulation, Irreführung oder Zwang. Um diese Designentscheidungen zu beschreiben, wurde der Begriff „Dark Patterns“ von Harry Brignull im Jahr 2010 eingeführt. Der User Experience-Experte kritisierte mit diesem Begriff, dass Websites und Apps Design einsetzen, um User:innen zu manipulieren. Auf seiner Website gibt es zahlreiche Beispiele von Informationen zum Thema Dark Patterns in englischer Sprache.

Hier haben wir einige Arten von Dark Patterns aufgelistet:

Es gibt eine Vielzahl von Dark Patterns, Hier eine kurze Aufzählung von einigen manipulativen Designs. Screenshot: Watchlist Internet.
Es gibt eine Vielzahl von Dark Patterns, Hier eine kurze Aufzählung von einigen manipulativen Designs. Screenshot: Watchlist Internet.

ICPEN Fraud Prevention Month

Jährlich setzt das Internationale Netzwerk für die Durchsetzung des Verbraucherschutzes (ICPEN – International Consumer Protection and Enforcement Network) auf ein anderes Schwerpunktthema, um Konsument:innen im Internationalen Monat zur Betrugsbekämpfung vor Betrug zu warnen. Mehr über diese Initiative lesen Sie hier.

Wollen Sie sich weiter zu dem Thema Dark Patterns informieren? Weitere Informationen finden Sie im Artikel „Hüte dich vor Dark Patterns“ auf konsumentenfragen.at.

Quelle:

Watchlist Internet
Schon gelesen? Liebe Amy Winehouse-Fans, es tut uns leid, euch enttäuschen zu müssen. Aber ihr Bild auf einer Wand in Neapel ist lediglich das Resultat einer Bildbearbeitung. Ein Mimikama-Faktencheck: Wandmalerei von Amy Winehouse in Neapel ist nicht echt

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)