Wissenschaftler der University of British Columbia (UBC) haben eine innovative Methode entwickelt, die Diabetikern eine nadelfreie Insulinverabreichung ermöglicht. Diese bahnbrechende Technik verwendet eine spezielle flüssige Insulinformulierung, die unter die Zunge geträufelt wird und das Insulin schnell und effektiv durch die Mundschleimhaut ins Blut transportiert.

Herausforderung Insulinverabreichung

Seit Jahrzehnten müssen Diabetiker Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu regulieren. Frühere Versuche, Insulin oral zu verabreichen, scheiterten daran, dass das Molekül im Magen zerstört wird, bevor es ins Blut gelangen kann. Auch die Haut kann es aufgrund seiner Größe nicht durchdringen. Das machte eine nadelfreie Methode bisher unmöglich.

Peptid als Türöffner für Insulin

Die UBC-Forscher Shyh-Dar Li und Jiamin Wu haben eine Lösung gefunden: Ein aus Fischabfällen gewonnenes Peptid dient als Türöffner für das Insulin. Die innovative flüssige Insulinformulierung, die unter die Zunge geträufelt wird, enthält das Peptid, das eine Art Tür öffnet, durch die das Insulin direkt in die Blutbahn gelangt. Präklinische Tests haben gezeigt, dass das Insulin mithilfe des Peptids effektiv ins Blut gelangt, während es ohne das Peptid in der Mundschleimhaut stecken bleibt.

„Man kann sich das Peptid wie einen Wegweiser vorstellen, der dem Insulin hilft, sich in einem Labyrinth zurechtzufinden und schnell ins Blut zu gelangen. Dieser Wegweiser findet die besten Routen und erleichtert es dem Insulin, dorthin zu gelangen, wo es gebraucht wird“, erklärt Wu.

Nasensprays und andere nadellose Alternativen

Vor der Entwicklung der Nasentropfen experimentierte das Labor von Shyh-Dar Li mit Nasensprays. Diese erwiesen sich jedoch als wenig wirksam und unpraktisch. Zwei zuvor zugelassene inhalierbare Insulinprodukte anderer Forschungsgruppen wurden vom Markt genommen, weil sie das Lungenkrebsrisiko erhöhten und keine ausreichende Wirkung zeigten.

Lesen Sie auch >   Abmahnung gegen kostenpflichtigen Rundfunkbeitrag-Service: Was Verbraucher wissen sollten

„Mein Labor arbeitet seit drei Jahren an nadelfreien Insulin-Alternativen. Wir haben Nasensprays ausprobiert, bevor wir auf Tropfen zum Einnehmen kamen, die einfach und bequem zu verabreichen sind. Wir hoffen, dass diese Tropfen es Diabetes-Patienten erleichtern, ihre Medikamente einzunehmen und ihren Blutzuckerspiegel zu regulieren, um ihre Gesundheit langfristig zu erhalten“, sagt Li.

Lizenzierung und Vermarktung

Das UBC-Team arbeitet derzeit an der Lizenzierung dieser bahnbrechenden Technologie an einen kommerziellen Partner. Wenn diese Insulinformulierung erfolgreich auf den Markt gebracht wird, könnte sie das Leben von Millionen von Diabetikern weltweit erleichtern und die tägliche Insulininjektion überflüssig machen.

Fragen und Antworten

Welche Vorteile hat die orale Insulinformulierung gegenüber der herkömmlichen Spritze?
Die orale Insulinformulierung bietet gegenüber der herkömmlichen Spritze mehrere Vorteile. Zum einen entfällt die tägliche Insulininjektion, die für viele Patienten unangenehm und schmerzhaft sein kann. Zum anderen ist die Anwendung der Tropfen wesentlich einfacher und bequemer, was die Compliance verbessern und das Risiko von Komplikationen durch unsachgemäße Injektion verringern kann.

Wie sicher ist das neue Insulin?
Präklinische Tests haben gezeigt, dass die Insulinformulierung sicher und wirksam ist. Das aus Fischabfällen gewonnene Peptid sorgt dafür, dass das Insulin schnell und direkt in den Blutkreislauf gelangt, ohne im Magen zerstört zu werden. Weitere klinische Studien sind jedoch erforderlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Formulierung vollständig zu bestätigen, bevor sie für eine breite Anwendung zugelassen werden kann.

Wie funktioniert das Peptid in der Insulinformulierung?
Das Peptid in der Insulinformulierung fungiert als eine Art Türöffner oder Wegweiser für das Insulin. Es öffnet sozusagen eine Tür in der Mundschleimhaut, durch die das Insulin direkt ins Blut gelangen kann. Ohne dieses Peptid würde das Insulin in der Mundschleimhaut stecken bleiben und nicht ins Blut gelangen.

Lesen Sie auch >   Bezeichnungen für spezifische Generationen und demografische Gruppen

Was bedeutet diese Entwicklung für die Zukunft der Diabetestherapie?
Diese Entwicklung könnte die Zukunft der Diabetesbehandlung revolutionieren. Die Möglichkeit, Insulin oral zu verabreichen, könnte die Lebensqualität von Millionen von Diabetikern weltweit verbessern, da sie nicht mehr täglich Insulin spritzen müssen. Darüber hinaus könnte die neue Technologie die Behandlungskosten senken und den Zugang zu Insulin für Patienten in Entwicklungsländern verbessern.

Wann wird das orale Insulin verfügbar sein?
Derzeit arbeitet das Team der University of British Columbia daran, die Technologie an einen kommerziellen Partner zu lizenzieren. Sobald diese Phase abgeschlossen ist und weitere klinische Studien erfolgreich verlaufen, könnte die orale Insulinformulierung innerhalb weniger Jahre auf den Markt kommen. Der genaue Zeitrahmen hängt jedoch von den behördlichen Zulassungen und der Vermarktungsstrategie ab.

Fazit

Die Entwicklung einer oralen Insulinformulierung durch die University of British Columbia stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Diabetesbehandlung dar. Diese innovative Methode hat das Potenzial, das Leben von Millionen von Diabetikern weltweit zu verbessern, indem sie die Notwendigkeit täglicher Insulininjektionen eliminiert und die Behandlung bequemer und weniger invasiv macht. Die zukünftige Kommerzialisierung dieser Technologie könnte einen großen Einfluss auf die Gesundheitsversorgung haben und einen wichtigen Schritt hin zu einer besseren Lebensqualität für Diabetiker darstellen.

Quelle: Pressetext.com, University of British Columbia, Science Daily, Journal of Controlled Release – 1, Journal of Controlled Release – 2

Erfahren Sie mehr über aktuelle Entwicklungen und erhalten Sie weitere nützliche Informationen, indem Sie den Mimikama Newsletter abonnieren. Besuchen Sie auch unsere Online-Vorträge und Workshops, um Ihr Wissen zu erweitern.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)