Ist Paracetamol mit dem Machupo-Virus verseucht?

Autor: Ralf Nowotny

Seit 2017 wird dies behauptet
Seit 2017 wird dies behauptet

Paracetamol mit der Bezeichnung P / 500 soll mit einem lebensgefährlichen Virus verseucht sein.

So wird zumindest auf jenem Screenshot behauptet, der derzeit in sozialen Medien geteilt wird:

Screenshot: mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

URGENT WARNING!
Be careful not to take the paracetamol that comes written P / 500. It is a new, very white and shiny paracetamol, doctors prove to contain „Machupo“ virus, considered one of the most dangerous viruses in the world.
And with high mortality rate. Please share this message, for all people and family. And save life from them ….. I’ve done my part, now it’s your turn … remember that God helps those who help.

Uns kommt diese Warnung bekannt vor. Tatsächlich wurde bereits 2017 behauptet, dass Paracetamol den Machupo-Virus beinhalte:

Screenshot: mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

DRINGENDE WARNUNG!
Achten Sie darauf, nicht das Paracetamol zu nehmen, das P / 500 geschrieben hat. Es ist ein neues, sehr weißes und glänzendes Paracetamol. Ärzte raten, dass es das “Machupo” Virus enthält, das als eines der gefährlichsten Viren der Welt gilt Bewertung. Bitte teile diese Nachricht mit allen Menschen auf deiner Kontaktliste sowie deiner Familie und rette ein Leben oder Leben … Ich habe meinen Teil getan, jetzt bist du dran … erinnere dich daran, dass Gott denen hilft, die anderen helfen & sich!

Bei dieser Behauptung handelt es sich um eine Falschnachricht!

Ist das vielleicht doch möglich?

Nein!
An mehreren Stellen wurden die Behauptungen, dass die Tabletten verseucht sein könnten, widerlegt. So berichten auch Snopes und Hoax Slayer, dass allein der Infektionsweg gegen diese Aussage spricht:

Die Krankheit wird vornehmlich durch Insekten und Nagetiere sowie durch ihre Ausscheidungen, manchmal auch von Mensch zu Mensch übertragen (web.stanford.edu).

Das macht eine Ansteckung über das Medikament nahezu unmöglich, denn bei Kontakt mit den bei der Synthese von Paracetamol verwendeten Chemikalien und den dafür notwendigen Temperaturen würde das Virus schlicht und ergreifend absterben.

Auch ein nachträgliches Kontaminieren wäre sinnlos, denn auch auf der Oberfläche der Tabletten könnten die Viren nicht lange überleben.

Warum wird das behauptet?

Ursprünglich stammt diese Warnung aus Malaysia. Paracetamol gehört dort zu den am meisten genutzten Medikamenten, allerdings kursieren auch Markenfälschungen des Medikamentes.
Nun kursiert sowohl in Malaysia als auch in Südamerika der Machupo-Virus. So entstand im Jahr 2017 erst das Gerücht, dass der Virus sich durch gefälschtes Paracetamol verbreiten würde, später wurde behauptet, das echte Paracetamol enthalte das Virus.
Beide Behauptungen sind allerdings falsch, da, wie oben beschrieben, ein Virus nicht über Medikamente verbreitet werden kann.

Zusammenfassung

Es gibt weder Beweise noch Bestätigungen von offiziellen Stellen, dass Menschen durch die Einnahme von Paracetamol oder einer Fälschung an dem Machupo-Virus erkrankten. Auch bei der Weltgesundheitsorganisation ließen sich keine Meldungen finden.

Die Falschmeldung entstand aus einem Gerücht heraus, dass gefälschte Medikamente, später die echten Medikamente, den in Südamerika und Malaysia verbreiteten Machupo-Virus enthalten sollen, was allerdings technisch nicht möglich ist.

Unterstützen 🤍

FAKE NEWS BEKÄMPFEN

Unterstützen Sie Mimikama, um gemeinsam gegen Fake News vorzugehen und die Demokratie zu stärken. Helfen Sie mit, Fake News zu stoppen!

Mit Deiner Unterstützung via PayPal, Banküberweisung, Steady oder Patreon ermöglichst Du es uns, Falschmeldungen zu entlarven und klare Fakten zu präsentieren. Jeder Beitrag, groß oder klein, macht einen Unterschied. Vielen Dank für Deine Hilfe! ❤️

Mimikama-Webshop

Unser Ziel bei Mimikama ist einfach: Wir kämpfen mit Humor und Scharfsinn gegen Desinformation und Verschwörungstheorien.

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal per Link- oder QR-Scan! Aktiviere die kleine 🔔 und erhalte eine aktuelle News-Übersicht sowie spannende Faktenchecks.

Link: Mimikamas WhatsApp-Kanal

Mimikama WhatsApp-Kanal

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.


2) Einzelne Beiträge (keine Faktenchecks) entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und
wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)


Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Kämpfe mit uns für ein echtes, faktenbasiertes Internet! Besorgt über Falschmeldungen? Unterstütze Mimikama und hilf uns, Qualität und Vertrauen im digitalen Raum zu fördern. Dein Beitrag, egal in welcher Höhe, hilft uns, weiterhin für eine wahrheitsgetreue Online-Welt zu arbeiten. Unterstütze jetzt und mach einen echten Unterschied! Werde auch Du ein jetzt ein Botschafter von Mimikama

Mehr von Mimikama

Mimikama Workshops & Vorträge: Stark gegen Fake News!

Mit unseren Workshops erleben Sie ein Feuerwerk an Impulsen mit echtem Mehrwert in Medienkompetenz, lernen Fake News und deren Manipulation zu erkennen, schützen sich vor Falschmeldungen und deren Auswirkungen und fördern dabei einen informierten, kritischen und transparenten Umgang mit Informationen.