Brutale Zustände: Pferde leiden wegen Blut für unsere Schweine
Autor: Charlotte Bastam
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Es ist ein Millionengeschäft: Südamerikanische Pferde werden brutal misshandelt, um das Hormon PMSG zu gewinnen, das lukrativ nach Europa verkauft wird.
Es sind furchtbare Bilder von gequälten und misshandelten Pferden, vollkommen ausgemergelt und apathisch wirken die Tiere. Der MDR berichtete bereits 2019 über die grausamen Zustände auf Pferde-Blutfarmen in Argentinien und Uruguay.
Demnach wird trächtigen Stuten das Hormon PMSG (Pregnant Mare’s Serum Gonadotropin) entnommen. Das Hormon kommt dann wiederum hier in Europa in der Tierhaltung zum Einsatz. In Deutschland wird es vor allem Zuchtsauen, aber auch bei Rindern und Schafen in der Biotechnologie, verabreicht.
Das Hormon soll laut Tierschutzbund dazu dienen, dass die Säue hierzulande gleichzeitig werfen und dabei auch noch mehr Ferkel bekommen. Aufgedeckt wurde das Geschäft von der Tierschutzorganisation Animal Welfare Foundation, die auch über schlimme Zustände auf Pferdeschlachthöfen in Argentinien berichtete.
Brutale Behandlung der Pferde
Nach jener Recherche werden die Stuten auf diesen Blutfarmen geschlagen und in engen Boxen gehalten. Der MDR berichtet davon, dass den Stuten bis zu zehn Liter Blut, was etwa ein Viertel des Blutes eines Pferdes ist, entnommen wird. Und das, ein- bis zweimal pro Woche, elf Wochen lang. Etwa 30 Prozent der Stuten sollen die quälende Prozedur nicht überleben.
Wenn die Föten nicht von alleine unter der Belastung sterben, werden sie abgetrieben. Die Farmer ritzen dabei die Fruchtblase der Stuten mit der Hand an. Eine extrem schmerzfahfte Prozedur für die Pferde.
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PMSG tatsächlich viel im Einsatz in der Schweinezucht in Deutschland
Doch man muss auch hierher blicken. Denn PMSG ist in der Schweinezucht tatsächlich stark verbreitet. Laut einem Bericht des Bundestages vom Juli 2019 wurden zwischen Februar 2016 und Januar 2019 etwa 6,4 Millionen Einzeldosen ausgegeben. Als Produktionsländer werden neben den Niederlanden und Island, Argentinien und Uruguay genannt.
In der Pressemitteilung heißt es außerdem „Der Bundesregierung lägen zudem keine Erkenntnisse vor, die eine tierschutzfachliche Bewertung der Produktionsbedingungen in Südamerika erlauben würden.“ Doch hat das Bundesministerium für Landwirtschaft laut dem ARD-Magazin FAKT bereits 2015 zugegeben, dass es von den Produktionsbedingungen in Argentinien wisse.
Nur schienen sie wohl die Bedingungen anders einzuschätzen. In dem MDR-Artikel von 2017 heißt es, dass das Bundesministeriums für Landwirtschaft einen Importstopp ablehnt, so lange in Deutschland „die Anwendung der Präparate entsprechend den arzneimittel- sowie tierschutzrechtlichen Vorschriften erfolgt.“
Protest gab es schon
Der Deutsche Tierschutzverbund hat die Behandlung der Pferde auf den südamerikanischen Blutfarmen in einer Stellungnahme bereits 2016 scharf kritisiert und forderte, „dass die Haltung der Stuten sowie Besamung bzw. Belegung und Blutentzug auf den südamerikanischen Pferdefarmen deutschen (europäischen) Tierschutzstandards entspricht und die Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Tiere auf ein Minimum reduziert wird.“
Außerdem, „sollten jedoch synthetische Alternativen mit annähernd vergleichbarer Wirkung entwickelt und zugelassen werden, sodass künftig auf die Blutentnahme bei trächtigen Stuten verzichtet werden kann.“
Laut dem MDR, haben sich Ende 2017 die Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft mit den zuständigen Pharmafirmen getroffen, um sie aufzufordern einen Kodex zu entwickeln, mit sie zukünftig keine Geschäfte mehr mit Farmen machen, die z.B. Föten so brutal abtreiben. Doch die Pharmavertreter*Innen hätten sich nach dem Treffen nicht mal mehr gemeldet. Aufnahmen von 2019 haben sogar noch brutalere Zustände gezeigt.
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