Ein Klingelmesser, ein vermeintlich verspätetes Paket und eine Phishing-Mail im perfekten Timing. Unsere Welt ist vernetzter denn je. Mit wenigen Klicks bestellen wir Waren aus der ganzen Welt. Doch mit diesem Komfort geht auch eine neue Welle des Betrugs einher, die auf den perfekten Moment abzielt.

Phishing – Eine Definition

Phishing ist eine Form des Online-Betrugs, bei der Täter versuchen, durch Vortäuschung falscher Tatsachen an vertrauliche Daten eines Opfers zu gelangen. Diese Masche ist nicht neu, aber die Taktiken der Betrüger werden immer raffinierter.

Die Geschichte eines vermeintlichen Zollpakets

Stellen Sie sich vor: Sie erwarten ein Paket aus dem Ausland, dass sie wirklich bestellt haben, das sich jedoch verzögert. Kurz darauf erhalten Sie eine Nachricht von einer Lieferfirma, die eine Zollgebühr fordert. Sie zahlen, doch dann stellt sich heraus: Die Nachricht der Lieferfirma war ein Betrug. Ein perfektes Zusammenspiel aus echter Bestellung und gefälschter Nachricht hat Sie zum Opfer gemacht.

So ging es auch einem Nutzer, der uns folgende Anfrage gesendet hat:

„Beschreibung des Fakes / des Themas: Sehr geehrte Damen und Herren
am 15.08. habe ich bei Amazon ein Klingenmesser für Teiglinge bestellt, welches am 18.08. hätte geliefert werden sollen. Amazon hat mir gestern mitgeteilt, dass die Ware noch nicht versendet wurde. Ich dachte mir, o.k., kann passieren, da die Klinge aus der Schweiz kommt. Fast zeitgleich erhalte ich von UPS die Nachricht, dass ein Paket zur Zollabfertigung vorliegt. Ich soll doch bitte eine Gebühr von 2,99 € begleichen. Auch jetzt dachte ich mir, o.k. kann stimmen. Doch leider musste ich feststellen, dass ich einer Phishing-Mail auf den Leim gegangen bin. Frage mich allerdings, wie es dazu kommen kann – ich bestelle ein Produkt aus der Schweiz und prompt erhalte ich einen Zahlungsauftrag zur Zollabfertigung von UPS. Irgendetwas läuft da gewaltig schief.“

MIMIKAMA

Doch wie ist das möglich? Der Zufall als Werkzeug der Betrüger

Betrüger verschicken Tausende solcher Phishing-Nachrichten in der Hoffnung, dass einige Empfänger gerade tatsächlich ein Paket erwarten, wie in diese aktuelle Falle auch, und die Nachricht für echt halten. Es ist ein reines Zahlen- und Zeitablaufspiel – und manchmal gewinnt der Betrüger.

Lesen Sie auch >   Lebensmittelklarheit.de verbessert Produktkennzeichnung: Mehr Transparenz für Verbraucher

Das Internet hat ein Zeitalter der Massenkommunikation eingeläutet, in dem Betrüger Tausende oder gar Millionen von Nachrichten zu minimalen Kosten versenden können. Diese Massen-E-Mails werden oft als Phishing-Mails bezeichnet und ihre Hauptstrategie basiert auf einem einfachen Prinzip: dem Spiel mit Wahrscheinlichkeiten und dem Zufall.

Indem sie eine überwältigende Anzahl solcher Nachrichten versenden, setzen die Betrüger darauf, dass sich zumindest ein kleiner Prozentsatz der Empfänger in einer Situation befindet, die die Nachricht glaubwürdig erscheinen lässt. Beispielsweise könnte jemand, der kürzlich online eingekauft hat und auf eine Lieferung wartet, eher glauben, dass eine E-Mail über Zollgebühren legitim ist. Der Zeitpunkt ist oft entscheidend. Wenn die gefälschte E-Mail zufällig kurz nach einer echten Bestätigungs-E-Mail eines Online-Händlers eintrifft, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Empfänger darauf hereinfällt.

Betrüger kennen diese Mechanismen und nutzen sie zu ihrem Vorteil. Für sie ist es ein Zahlenspiel. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Empfänger auf die Masche hereinfällt, kann das Ergebnis für den Betrüger profitabel sein, insbesondere wenn Tausende Nachrichten mit minimalem Aufwand verschickt werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass dies nicht bedeutet, dass die Betrüger irgendwelche „Insiderinformationen“ über die Person haben. Vielmehr hoffen sie auf den glücklichen Zufall, dass ihre gefälschte Nachricht zur richtigen Zeit bei der richtigen Person landet. Es ist ein kalkuliertes Risiko, bei dem sie oft genug gewinnen, um ihre kriminellen Aktivitäten fortzusetzen.

Wie schützt man sich vor solchen Fallen?

Der erste Schritt ist, diese Tricks zu kennen. Überprüfen Sie die Absenderadressen, klicken Sie nicht voreilig auf Links und geben Sie keine Zahlungsdaten preis, wenn Sie sich nicht sicher sind. Wenn Sie Zweifel an der Echtheit einer Nachricht haben, wenden Sie sich direkt an das betreffende Unternehmen.

Lesen Sie auch >   Nächste Pandemie vor der Tür? Bayern wappnet sich mit gigantischem Pandemie-Zentrallager!

Fazit: In einer Zeit, in der Online-Einkäufe zum Alltag gehören, sind wir alle potenzielle Ziele von Betrügern. Das richtige Wissen und ständige Wachsamkeit können jedoch den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Einkauf und dem Verlust von Geld und Daten ausmachen. Es ist an der Zeit, dass wir alle lernen, die Zeichen zu erkennen und uns zu schützen.

Lesen Sie auch: Das stille Echo digitaler Erinnerungen: Wie unsere Fotos unsere Familie veränderten

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)