Die russische Botschaft in Großbritannien behauptete, dass eine schwangere Frau in Mariupol nur blutig geschminkt sei und schauspielern würde.

Eine kleine Geschichte:
In einer Entbindungsklinik in Mariupol haben sich ukrainische Nationalisten verschanzt. Russland bombardiert die Klinik deswegen (obwohl behauptet wurde, keine zivilen Objekte zu bombardieren). Dann rennt eine hochschwangere Beauty-Bloggerin dorthin, schminkt sich blutig, lässt sich fotografieren, zieht sich um, schminkt sich nochmal blutig und lässt sich auf einer Bahre fotografieren.
Klingt unglaubwürdig? Das ist aber die Darstellung der russischen Botschaft in Großbritannien! Es handelt sich zudem nicht um dieselbe Frau auf den Bildern.

Die Behauptungen

Nach der Bombardierung einer Entbindungsklinik in Mariupol kursierte die Behauptung, dass sich dort ukrainische Nationalisten des sogenannten Azov-Bataillons verschanzt hätten, was bereits als Falschbehauptung entlarvt wurde (wir berichteten). Zudem existieren mehrere Fotos von schwangeren Frauen, die die Entbindungsklinik verlassen. Auf Twitter behauptete die russische Botschaft, dass es sich um dieselbe Frau handeln würde:

MIMIKAMA
Angeblich dieselbe Frau auf beiden Fotos, Quelle: Twitter

Auf die Frage hin, ob sich denn die Mitglieder des Azov-Bataillons als schwangere Frauen verkleidet hätten, antwortet die russische Botschaft, dass die Frau tatsächlich schwanger sei, es sich aber bei beiden fotografierten Frauen um eine Beauty-Bloggerin handele:

MIMIKAMA
Eine Beauty-Bloggerin als Crisis-Actress? Quelle: Twitter

Diese Behauptung kursierte bereits kurz zuvor in sozialen Netzwerken, beispielsweise auf Facebook, die russische Botschaft übernahm diese Behauptung einfach ungeprüft. Zudem sei die Beauty-Bloggerin namens Marianna Podgurskaya gar nicht zum Zeitpunkt der Bombardierung in der Entbindungsklinik gewesen, da das Azov-Bataillon alle Personen vorher aufgefordert hätte, das Gebäude zu verlassen.
Sie sei aber vorher blutig schminkt worden

Fazit

Twitter hat die Tweets der russischen Botschaft in Großbritannien mittlerweile gelöscht, da sie gegen die Twitter-Regeln verstoßen haben (Verbreitung von Falschmeldungen)

Eine Ähnlichkeit zwischen der Beauty-Bloggerin und der Frau auf der Bahre ist nicht feststellbar. Rein logistisch wäre dies auch unsinnig, da sich gemäß Videoaufnahmen mehr als genug schwangere Frauen dort befanden, warum sollte dann eine Frau gleich zwei Rollen dort spielen?
Auch die Begründung der Botschaft, dass sie nur geschminkt sei, da sie ja schließlich Beauty-Bloggerin ist und deswegen wüsste, wie man sich Wunden schminken kann (Hinweis: Die Technik, sich Rouge aufzutragen oder eine Wunde zu schminken, sind dann doch recht unterschiedlich!) ist sehr an den Haaren herbeigezogen. Die Behauptung, dass es sich bei der Frau um eine „Crisis-Actress“ handelt, ist somit falsch.


Weitere Quelle: Open, Forbes


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