Die Behauptung

Es kursieren falsche Behauptungen über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), den Verein United4Rescue und das Rettungsschiff Sea-Watch 4, insbesondere in Bezug auf den Kauf des Schiffes und die illegale Beförderung von Menschen nach Europa.

Unser Fazit

Die EKD hat United4Rescue gegründet, aber das Schiff Sea-Watch 4 wurde nicht von der EKD gekauft, sondern von Sea-Watch mit Unterstützung von United4Rescue. Die Rettungseinsätze waren legal und entsprachen internationalem Seerecht. Thies Gundlach, Vorstandsmitglied von United4Rescue, ist mit Katrin Göring-Eckardt liiert, aber nicht verheiratet.

Den Behauptungen nach habe die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) das Schiff “Sea-Watch 4” für 1,3 Millionen Euro gekauft und damit illegal 4.353 Menschen nach Europa gebracht. Als Vorsitzender wird Herr Thies Gundlach als Ehemann von Katrin Göring-Eckardt angegeben.

Screenshot der Behauptung
Screenshot der Behauptung

Die Gründung von United4Rescue und die Verbindung zur Evangelische Kirche Deutschland (EKD)

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat 2019 United4Rescue ins Leben gerufen. Ziel des Vereins United4Rescue ist die Unterstützung der Seenotrettung im Mittelmeer durch das Sammeln von Spenden. Während die EKD maßgeblich an der Gründung beteiligt war, agiert United4Rescue als unabhängiger, gemeinnütziger Verein und ist nicht direkt mit der EKD verbunden.

Thies Gundlach, der Lebensgefährte (und nicht der Ehemann) von Katrin Göring-Eckardt, ist zwar Mitglied des Vorstands, eine direkte Verbindung zur Politik lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Der Kauf der Sea-Watch 4

Entgegen der Behauptung, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe das Rettungsschiff Sea-Watch 4 gekauft, haben die Recherchen ergeben, dass United4Rescue das Schiff nicht selbst gekauft hat, sondern den Kauf mit einer Spende in Höhe von 1,1 Millionen Euro unterstützt hat. Eigentümer des Schiffes ist der Verein Sea-Watch, der auch für den Betrieb verantwortlich ist. Die Sea-Watch 4, jetzt Humanity 1, war das erste „Allianzschiff“, das von United4Rescue unterstützt wurde.

Sämtliche Schiffe, die vom Verein unterstützt werden und die Kosten dafür sind auf der Webseite von Untied4Rescue zu finden.

Rettungseinsätze der Sea-Watch 4

Die Behauptung, das Schiff habe bei seinem ersten Einsatz 4.353 Menschen illegal nach Europa gebracht, ist falsch. Richtig ist, dass 354 Menschen während der ersten Mission im August und September 2020 gerettet wurden. Diese Rettungsaktion wurde im Einklang mit dem internationalen Seerecht durchgeführt und war somit legal.

Fazit

Die Behauptungen, dass die evangelische Kirche die Sea-Watch 4 kaufte und illegale Menschentransporte durchführte, sind größtenteils falsch. Die EKD war an der Gründung von United4Rescue beteiligt, besitzt aber weder das Schiff noch betreibt sie es. United4Rescue unterstützt verschiedene Organisationen, darunter auch Sea-Watch, mit finanziellen Mitteln aus Spenden. Die Rettungseinsätze der Sea-Watch 4 waren legal und entsprachen internationalen Standards.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)