„Hilfe, ich suche mein Kind!“ Vorsicht bei privaten Aufrufen.

Achtung: Mimikama warnt vor gefälschten Hilferufen auf Facebook! Teile solche Aufrufe nicht ohne Hintergrundwissen, sie können mehr schaden als nützen

Verzweifelte Suchaufrufe auf Facebook haben schon so manche Nutzer erreicht. Doch sollte man wirklich jeden Aufruf teilen?

Wenn es darum geht, das eigene Kind zu finden, sprechen Elternteile immer wieder von Entführungen, gewaltsamem Entreißen, Hilflosigkeit. Das erreicht natürlich viele Menschen, die sich solidarisch zeigen und bei der Suche helfen.

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Schnell ist der Klick getan, die Suchmeldung wurde geteilt und der Schneeball ins Rollen gebracht. Man spricht an dieser Stelle dann von Clicktivism: Sich selbst ein gutes Gefühl bereiten, indem man mithilfe eines einzelnen Klicks Gutes geleistet habe. Doch Vorsicht! Nicht jeder Klick ist hilfreich, manches Mal erreicht man damit das Gegenteil und trägt zur Verschärfung einer Situation bei!

Kennst du die Hintergründe?

Private Suchmeldungen sind in so manchen Fällen subjektiv verfasst und entstammen zumeist emotionsgeladenen Situationen, die den Nutzern auf Facebook nicht unbedingt bekannt sind.

Liegen gar innerfamiliäre Probleme vor? Hat im Trennungsfall eines der Elternteile ein Sorgerecht bekommen, was der/die andere nicht anerkennt und nun wird das Kind über Facebook gesucht? Oder gab es aufgrund schwerwiegender Probleme einen Eingriff des Jugendamtes, welches nun als „räuberische Erpresser“ auf Facebook dargestellt wird?

Die Hintergründe können vielfältig sein, aus den subjektiven Darstellungen werden sie jedoch nicht hervorgehen. Hier kann man mit der eigenen vermeintlichen Hilfe sogar kontraproduktiv sein, da es tatsächlich zum Wohle der Kinder Situationen gibt, in denen Eltern der Zugang zu ihren Kindern (wenn auch temporär) nicht gestattet ist. (Not-)Pflegeeltern werden diese Situationen wahrscheinlich allzu gut kennen.

In diesen Fällen hilft man mit einem Klick nicht, sondern geht das Risiko ein, das Kindeswohl zu gefährden.

Wo man sich sicher sein kann!

Liegt eine Pressemeldung der Polizei vor? Hat die Polizei generell über diesen Fall berichtet? Sollten Informationen seitens der Polizei bestehen, kann man unterstützend handeln. Am besten auch immer die Polizeimeldung teilen, da dieser nach Beendigung einer Suche, bzw. nach dem Auffinden einer vermissten Person aktualisiert oder sogar gelöscht wird (Beispiel hier). Gleiches gilt für journalistische Inhalte, die auf bestehenden Polizeimeldungen basieren.

Private Suchmeldungen hingegen werden häufig nicht aktualisiert oder gelöscht, so dass sie am Ende zu Phantomsuchmeldungen verkommen, nachdem die vermisste Person wieder aufgetaucht ist.

Artikelbild: Shutterstock / Von Nina Buday

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