Der Tod des Chemnitzer Klinikum-Geschäftsführers Thomas Jendges

Autor: Tom Wannenmacher

Artikelbild: Dr. Thomas Jendges / Quelle: Klinikum Chemnitz
Artikelbild: Dr. Thomas Jendges / Quelle: Klinikum Chemnitz

Aktuell macht im Netz eine Meldung die Runde, in der es um den Tod von Dr. Thomas Jendges, dem Geschäftsführer des Chemnitzer Klinikums geht.

Angeblich habe Jendges einen Abschiedsbrief an seinen Arbeitgeber hinterlassen, indem er bestätigt, dass sein Suizid im Zusammenhang mit Corona-Impfungen stehe, die er gegen seinen eigenen Willen absegnen hätte sollen, so die kursierende Behauptung. In dem Schreiben habe er die Corona-Impfungen verurteilt und sie angeblich als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet.
Einen Abschiedsbrief an den Arbeitgeber gibt es jedoch nicht.

Jendges war klar für Impfungen

Jendges hatte sich vor seinem Tod sogar öffentlich für die Corona-Impfungen ausgesprochen. Anlässlich der geplanten Eröffnung einer zentralen Impfstelle am Krankenhaus hatte er Ende August in einer Presseaussendung gesagt: „Impfen reduziert die Gefahr einer Infektion und einer schweren Erkrankung an Sars-CoV-2 ganz erheblich. Deshalb bieten wir diese niedrigschwellige Möglichkeit zur Impfung gern an“ (Quelle)

Screenshot: WhatsApp
Screenshot: WhatsApp

Auf diversen Webseiten, Blogs, einschlägigen Foren und Telegram heißt es u.a (sic!)


Aus Polizei Kreisen hinterließ er an seinen Arbeitgeber ein Abschiedsbrief, worin er bestätigt, das ständige belügen und betrügen an den Patienten und geimpften, das Impfungen ungefährlich ist, das impfen mit experimentellen tödlichen covit-19 Impfstoffe an die Bevölkerung verurteilt, es sich in Wahrheit um ein Bio kampfstoff handelt, und verurteilt deren Einsatz als getarnte covit-19 Impfstoffe. Es sei Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit was hier an der Bevölkerung durchgeführt werde, und da sogar der Bürgermeister mit seiner Kündigung gedroht habe, wenn er im Krankenhaus Impfungen nicht an Patienten durchführen sollte. Und er so ein Verbrechen der Bundesregierung und der Landesregierung und deren Handlanger nicht mittragen könne, setze er mit sein Selbstmord bzw Freitot die einzige Möglichkeit damit ein Zeichen zu setzen, und bat in sein Abschiedsbrief diesen Brief zu veröffentlichen, wovon der Oberbürgermeister erfuhr, und dessen Veröffentlichung bisher verhindert habe.


Der Polizei, sowie dem Chemnitzer Oberbürgermeister und dem KU- Gesundheitsmanagement ist kein Abschiedsbrief bekannt!

Hinweis: Bei einem Selbstmord wird die Polizei immer in die Untersuchung des Todesfalls miteinbezogen.

Im Falle der Ermittlungen zu Dr. Thomas Jendges ist der Polizei kein Abschiedsbrief bekannt.

Auch ein Sprecher des Chemnitzer Oberbürgermeisters Sven Schulze (SPD), der zugleich auch Vorsitzender des Aufsichtsrates des Klinikums Chemnitz ist, sagte der dpa am 10. November: „Nein, ein Abschiedsbrief ist uns nicht bekannt.

Am 2. November hatte Sven Schulze zum Tod des Geschäftsführers gesagt: „Ich bin tief betroffen und meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in diesen Minuten bei seiner Familie und seinen Freunden.“ (Quelle)

Nutzer kommentieren auf der Webseite des KU- Gesundheitsmanagements

Da auf der Webseite des Nachrufs des KU- Gesundheitsmanagement Internetnutzer Kommentare hinterlassen, bei denen es um einen angeblichen Abschiedsbrief geht, klärt das KU-Gesundheitsmanagement direkt auf der Seite auf:


Wir bemühen uns auch um eine wahrheitsgemäße Berichterstattung und möchten daher darauf aufmerksam machen, dass uns keine offiziellen Informationen oder Quellen zu einem Abschiedsbrief von Herrn Dr. Jendges vorliegen. Die hier verfassten Kommentare zu einem möglichen Brief sind persönliche Meinungen, denen bis jetzt auch noch keine Quelle zugrunde liegt. Bis zur Veröffentlichung einer offiziellen Mitteilung distanzieren wir uns von diesen Behauptungen. (Quelle)


Video zeigt nicht Dr. Thomas Jendges

Ein Niederländer verbreitet auf Twitter kurioserweise diesen Artikel als Beweis, dass es einen Abschiedsbrief gab und ein Video, welches Dr. Jendges zeigen soll, wie er vor den Impfungen warnt.

Hier ein Screenshot des Tweets:

Das angebliche Video von Jendges
Das angebliche Video von Jendges

„Der deutsche Arzt #ThomasJendges aus #Chemnitz hat Selbstmord begangen. In einem Abschiedsbrief sprach er von einem Völkermord und Verbrechen an der Bevölkerung.
Nachstehend finden Sie eine aktuelle Videoaufnahme von ihm.“

Das Video zeigt jedoch nicht Jendges, sondern den 59-jährigen Gynäkologen Dr.  Guido Hofmann, dessen Video, in dem er sich gegen Impfungen ausspricht, in einschlägigen Medien verbreitet wird.

Fazit

Der Polizei, sowie dem Chemnitzer Oberbürgermeister und dem KU- Gesundheitsmanagement ist kein Abschiedsbrief bekannt! Es handelt sich aktuell um eine unbewiesene Behauptung, die auf diversen Webseiten, Blogs und Foren verbreitet werden.


Hilfe bei Suizidgedanken

In Deutschland:
Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222.
Die Telefonseelsorge bietet auch einen Chat an: telefonseelsorge.de
Für Kinder und Jugendliche gibt es außerdem die „Nummer gegen Kummer“ unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333.

In Österreich:
Telefonseelsorge: 142
Telefon-, E-Mail- und Chat-Beratung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder Krisenzeiten. Online unter www.telefonseelsorge.at

In der Schweiz:
Telefonseelsorge für Jugendliche: 147
Telefonseelsorge für Erwachsene: 143


Artikelbild: Dr. Thomas Jendges / Quelle: Klinikum Chemnitz
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