Bestätigte ein US-Gericht die flache Erde?

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Autor: Ralf Nowotny

Artikelbild: Shutterstock / Von Amanda Carden

Seit einigen Tagen wird in einem kurzen Youtube-Video behauptet, dass ein US-Gericht die flache Erde bestätigt habe.

In dem Video wird nicht genau erläutert, worum das Gerichtsverfahren überhaupt ging, es wird nur erläutert, dass „es davon abhing, ob man glaubt, die Erde sei ein Globus oder eine flache Ebene„.

Weiter wird behauptet, dass die Richterin entschied, der Kläger, Herr Thompson, könne nicht genug Beweise anführen, „dass die Erde sich mit mindestens 50 Meilen pro Stunde bewegt oder irgendeine Kurvatur aufweist„.

Worum ging es überhaupt in dem Gerichtsverfahren?

Die Klageschrift lässt sich glücklicherweise offen einsehen, so dass wir einen genaueren Blick darauf werfen können.
Dort sehen wir auch den Grund der Klage:

Screenshot: mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

Zen Garcia, seines Zeichens Autor eines Buches über die flache Erde, schrieb online einen Wettbewerb aus. Demnach bekäme der Gewinner 15.000 Dollar für zwei Beweise, dass die Erde eine rotierende Kugel sei.
Der Kläger, William Menke Thompson, behauptet in der Klage, diese Beweise erbracht zu haben, Garcia wolle jedoch das Preisgeld nicht zahlen. Thompson verlangte nun per Gerichtsbeschluss 15.000 Dollar + 96 Dollar zu erstattende Zusatzkosten.

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Warum lehnte das Gericht die Klage ab?

Zen Garcia schrieb über das Gerichtsverfahren ausführlich auf seiner Facebookseite. Zwar postet er dort nicht das ausführliche Gerichtsurteil, jedoch ein Schreiben, aus dem deutlich wird, dass das Gericht die Klage abgewiesen hat. Man kann davon ausgehen, dass die Klage aufgrund Garcias Begründungen abgewiesen wurde; er erkannte die von Thompson angeführten Beweise nicht an.

Was waren die Voraussetzungen für einen Gewinn?

Konkret verlangte Zen Garcia den Beweis der Erdkrümmung mittels komplexer Formeln. Garcia vertritt die Ansicht, dass man beispielsweise trotz jener Formeln manche Gebäude „über dem Horizont“ noch sehen könne, obwohl laut jener Formeln sie gar nicht sichtbar sein dürften.

In diesem Punkt hat Garcia nur im gewissen Sinne recht! Sämtliche mathematischen Formeln zur Berechnung der Erdrümmung können niemals die Terrestrische Refraktion berücksichtigen, da sich es sich dabei um einen ortsabhängigen, schwankenden Wert handelt.
Jene Lichtstrahlbrechung, welche zumeist 12–14 % der Erdkrümmung beträgt, sorgt dafür, dass man tatsächlich mancherorts an manchen Tagen Gebäude sehen kann, die gemäß der Kurvaturen-Formel gar nicht sichtbar sein dürften. Besonders über Wasser kann diese Lichtbrechung sogar bis zu 80 Prozent betragen.

Was reichte Thompson für Beweise ein?

Als Beweis für die Erdkrümmung produzierte Thompson zwei Videos, welche dem Gericht auch als Beweis vorgelegt wurden. Er entwickelte ebenso eine Software, mit der man diese Krümmung anhand zweier Beispiele nachvollziehen könne.

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Die Voraussetzungen waren nicht erfüllt!

Und genaus aus diesem Grunde dürfte das Gericht die Klage auch abgewiesen haben:
Die exakten Voraussetzungen des Wettbewerbs wurden nicht erfüllt! Anhand der Formeln und der Software alleine konnte nicht jedermann zu jeder Zeit diese Experimente durchführen. Beispielsweise bräuchte es einen starken Laser, um die Formeln in der Praxis nachvollziehen zu können. Das Auge alleine genügt nicht, da es eben, wie oben beschrieben, durch die terrestrische Refraktion zu Verfälschungen kommen kann.
Und da nun mal nicht jeder einen starken Laser zum praktischen Testen zur Verfügung hat, wurden die Gewinnvoraussetzungen auch nicht erfüllt.

Fazit

Das Gericht hat mit dem Urteil zu keinem Zeitpunkt die Theorie der flachen Erde anerkannt!
Es lehnte nur die Klage auf ein Preisgeld ab, da die vorgebrachten Beweise zwar faktisch korrekt sind, jedoch nicht die Voraussetzungen des Gewinnspiels erfüllten.

Artikelbild: Shutterstock / Von Amanda Carden
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