US-Wahl: Deutsche Dominion-Server wurden nicht beschlagnahmt

Autor: Claudia Spiess

US-Wahl: Deutsche Dominion-Server wurden nicht beschlagnahmt
US-Wahl: Deutsche Dominion-Server wurden nicht beschlagnahmt

Zur US-Wahl tauchen immer wieder neue Gerüchte auf, was Wahlbetrug angeht. Nun geht es um einen Server, auf dem die Dominion Voting Systems-Software betrieben würde.

Diese Software wurde bei der US-Wahl Anfang November für die Auszählung der Stimmen einiger US-Staaten verwendet. Gerüchte wurden laut, dass hier gezählt wurde, wie viele Stimmen denn Joe Biden noch brauche, um den Einzug ins Weiße Haus für sich zu gewinnen.

Weiters folgte die Behauptung, dass dazu kurzerhand 2,7 Millionen Pro-Trump-Stimmen gelöscht und Joe Biden zugeschoben wurden.

Behauptung: Server wurde sichergestellt

So heißt es zumindest auf diversen Webseiten und in Beiträgen sozialer Netzwerke, wie z.B. hier auf Twitter:

Bei diesem Server, auf dem die Dominion Voting Systems-Software betrieben würde, soll es sich um jenen des Softwareunternehmens Scytl in Barcelona handeln.
Und eben dieser Server soll laut Social Media Beiträgen „unter großem Aufgebot“ sichergestellt worden sein.

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Wurde der Server nun beschlagnahmt?

Angeblich hätten die deutschen Behörden den Server mit Unterstützung des US-Militärs in Frankfurt beschlagnahmt. Doch weder das deutsche Unternehmen selbst, noch deutsche Behörden oder das  US-Militär konnten dies bestätigen, wie AFP berichtet.

AFP kontaktierte die Polizei in Hessen.

„Das hessische Kriminalbüro hat die in diesem Artikel beschriebenen Polizeiaktionen weder geleitet noch unterstützt“, sagte der Pressesprecher Sebastian Wolf gegenüber AFP. „Wir haben keine Kenntnis von solchen Maßnahmen“, fügte er hinzu.

Maximilian Kall, Pressesprecher des Bundesjustizministeriums, bestätigte ebenfalls:

„Es ist falsch zu sagen, dass Server im Zusammenhang mit den US-Wahlen beschlagnahmt wurden. Die Vereinigten Staaten haben im Zusammenhang mit den Wahlen vom 3. November 2020 keine gerichtliche Zusammenarbeit beantragt.“

In einem Bericht der Associated Press kann man außerdem lesen, dass Dominion und Scytl in keiner Weise miteinander verbunden sind.

Scytl äußerte sich zu den Behauptungen und gab ein Statement ab, in dem das Unternehmen darlegt, dass es keinerlei Server in Frankfurt betreibe. Scytl stellt zwar Produkte für US-Parlamentswahlen zur Verfügung, aber keines davon wurde von den Wählern oder von den Wahlbehörden zur Stimmenzählung bei der US-Wahl am 3. November verwendet.

2,7 Millionen Stimmen von Trump für Biden

Ein weiterer Vorwurf, der zu Lasten der Dominion Software geht, besagt, dass angeblich 2,7 Millionen Stimmen, die für Donald Trump abgegeben wurden, gelöscht und Joe Biden zugeschrieben wurden.

Diese Behauptung über angeblichen Wahlbetrug bei der US-Wahl stammt von Donald Drump höchstpersönlich, was er natürlich twitterte.

Berufen hatte er sich hier lediglich auf einen Bericht des rechtslastigen One America News Network.

In einer Erklärung durch US-Bundes- und Landeswahlbeamten wird veröffentlicht,

„Es gibt keine Hinweise darauf, dass ein Abstimmungssystem Stimmen gelöscht oder verloren, Stimmen geändert oder in irgendeiner Weise kompromittiert hat.

Fazit

Es handelt sich lediglich um Behauptungen. Weder die Unternehmen, noch die beteiligten Behörden können diese bestätigen.

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Quelle: AFP Factcheck
Artikelbild: Twitter Screenshot
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