Ein Video soll beweisen, wie ein Klinikum-Geschäftsführer kurz vor seinem Tod sagt, dass die Pandemie nichts mit einem Virus zu tun habe. Doch das Video zeigt jemand anderen.

Vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass der Chemnitzer Klinikum-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges Suizid begangen hat. Sehr schnell wurde in einschlägigen Kreisen behauptet, er habe einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem er die Corona-Impfungen verurteilt und sie angeblich als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet (wir berichteten). Einen Abschiedsbrief gibt es nicht, doch nun soll ein Video die Behauptungen von Impfgegnern stützen: Er soll angeblich sagen, dass die Pandemie nur eine Vorbereitung für eine Diktatur sei.

Das Video

Bereits wenige Tage nach Jendges‘ Tod verbreitete ein Niederländer auf Twitter kurioserweise unseren Artikel als Beweis, dass es einen Abschiedsbrief gab (obwohl wir das Gegenteil schrieben) und ein Video, welches Dr. Jendges zeigen soll:

Das angebliche Video von Jendges
Das angebliche Video von Jendges

„Der deutsche Arzt #ThomasJendges aus #Chemnitz hat Selbstmord begangen. In einem Abschiedsbrief sprach er von einem Völkermord und Verbrechen an der Bevölkerung.
Nachstehend finden Sie eine aktuelle Videoaufnahme von ihm.“

Doch es sollte nicht bei dem einen Tweet bleiben: Die Kollegen von AFP entdeckten, dass das Video wenige Tage später auch auf Facebook verbreitet wurde, unter anderem HIER und HIER und HIER. Jedes Mal mit der Behauptung, dass es sich um den „Chemnitzer Klinik-Direktor Dr. Thomas Jendges“ handele, der kurz vor seinem Tod noch dieses Video aufnahm.

Wer wirklich in dem Video zu sehen ist

Es ist ein wenig erstaunlich, dass ausgerechnet viele Impfgegner und Coronaleugner einen ihrer bekannteren Redner nicht zu kennen scheinen, denn es handelt sich dabei nicht um den verstorbenen Chemnitzer Klinikum-Geschäftsführer (nicht „Klinik-Direktor“, Jendges war Diplom-Ingenieur und promovierte Volkswirt, aber er war kein Mediziner).

In dem Video sieht man tatsächlich einen Mediziner: Den Gynäkologen Dr. Guido C. Hofmann, neben seiner Haupttätigkeit auch ein gefragter Redner der Querdenker-Szene.

In einschlägigen Medien wird das Video bereits seit September verbreitet. Auch auf seinem Telegram-Kanal postet Hofmann immer wieder Videos, in denen er vor den Impfungen warnt und die Pandemie als einen Plan zur Vorbereitung einer weltweiten Diktatur bezeichnet.

Fazit

Das Video zeigt nicht den verstorbenen Chemnitzer Klinikum-Geschäftsführer, was auch unsinnig wäre, da er Diplom-Ingenieur und Volkswirt und kein Mediziner war, sondern den Gynäkologen und Querdenker-Redner Guido C. Hofmann, dessen Video bereits seit September verbreitet wurde.


Weitere Quelle: AFP

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)