„Black Friday“ – Was soll das überhaupt sein?

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Autor: Ralf Nowotny

Warum "Black Friday"?
Artikelbild: Shutterstock / Von maximmmmum

Aus allen Ecken und Enden des Internets dröhnt es einem derzeit entgegen: „Black Friday Sale“!

Doch obwohl viele Online-Stores den Begriff „Black Friday“ dazu verwenden, um ein Angebot nach dem anderen rauszuhauen, stellt sich bei vielen Verbrauchern die große Frage, was das überhaupt genau sein soll. „Schwarzer Freitag“ klingt jetzt auch nicht wirklich sonderlich positiv, oder?

Und tatsächlich war auch der Begriff „Black Friday“ ursprünglich gar nicht positiv geprägt, überhaupt bezeichneten Wochentage mit der Farbe Schwarz immer negative Ereignisse!

Die schwarzen Wochentage

Es gab es bereits einige Daten, die als schwarze Tage in die jüngere Geschichte eingingen. Hier einige Beispiele:

Der schwarze Donnerstag: Der 24. Oktober 1929 wird so genannt, da an diesem Tag Investoren an der Wall Street den Aktienmarkt zum Einsturz brachten und viele Menschen dadurch ihr Vermögen verloren.

Der schwarze Dienstag: So wird der 29. Oktober 1929 genannt, der vierte Tag des Börsencrashs. Es wurden 16 Millionen Aktien an der Börse gehandelt, Milliarden von Dollar gingen verloren. Dieser Tag markiert den Zeitpunkt, an dem Amerika in die „Große Depression“ geriet, welche bis 1939 andauerte.

Der schwarze Montag: Wir bleiben an der Börse, so wird der 19. Oktober 1987 genannt. An diesem Tag verlor der Dow Jones-Index fast nahezu 22% in den USA, da mehr verkauft als gekauft wurde. Nur durch clevere Investionen konnte sich der Markt langsam wieder davon erholen.

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Der Schwarze Freitag

In den USA wird „Thanksgiving“ immer am letzten Donnerstag im November gefeiert. Der Freitag danach bekam die Bezeichnung „Black Friday“, allerdings erst seit 1961, und das aus folgendem Grund: Die Polizisten in Philadelphia nannte die beiden Tage nach „Thanksgiving“, wenn in den USA das Weihnachtsgeschäft beginnt, immer sarkastisch „Black Friday“ und „Black Saturday“, da es durch das stark erhöhte Verkehrsaufkommen und den Trubel um die Weihnachtseinkäufe immer wieder zu einer großen Anzahl an Unfällen und sogar Gewalt kam.

1966 tauchte der Begriff dann erstmals offiziell in einer Werbung des Briefmarkenhändlers „Apfelbaum’s“ auf, der beschrieb, wie hektisch es in diesen Tagen nach „Thanksgiving“ auch bei ihm zuging, man aber an jedem Tag des Jahres bei ihm schönere und bessere Briefmarken bekommen könne als in jedem anderen Laden auf der Welt.

Der Schwarze Freitag bekommt einen positiven Anstrich

Der Begriff ging immer mehr viral, worüber die Händler natürlich nicht sonderlich glücklich waren: Schließlich waren ihre Weihnachtsangebote nicht unschuldig an den Tumulten dieser Tage.

Deswegen wurde mit Hilfe von viel Werbung daran gearbeitet, den Begriff „Black Friday“ zu etwas positiven zu machen. Die Farbe bot sich da regelrecht an:
Wenn Händler Verluste in die Bücher schreiben, nutzten sie rote Farbe, bei Gewinnen wurde schwarze Farbe genommen.

In den USA machen die Einkäufe nach „Thanksgiving“ nahezu 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, da dürfte fast jeder Händler (außer vielleicht Händler für Sommerprodukte) schwarze Zahlen schreiben! Zusätzlich begannen viele Händler dann mit exklusiven Sonderangeboten, die es nur an diesem Schwarzen Freitag bei ihnen zu kaufen gäbe.

Positiv und negativ

Und so wurde nach und nach der ursprünglich negative Begriff des „Black Friday“ in den Köpfen der Verbraucher zu etwas Positivem gewandelt: An dem Tag gibt es die besten Angebote!

Leider aber hat er auch im negativen Sinne seinen Namen weiterhin verdient: Von 2010 bis 2019 führten Einkaufstumulte in den USA  zu 12 Toten und 117 Verletzen. Da werden Menschen zu Tode getrampelt, liefern sich Schießereien wegen einem Parkplatz und scheuen auch nicht vor Faustkämpfen.

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Fazit

Man sollte sich nicht zu sehr in Panik stürzen lassen, denn der „Black Friday“ ist im Prinzip nur der erste Angebotstag (bzw. bei manchen Online-Stores eine ganze Woche). Sehr häufig kommen die nächsten guten Angebote am „Cyber Monday“ (der Montag nach „Thanksgiving“) und dem „Green Monday“ (der Montag rund zwei Wochen vor Weihnachten).

Oder man kauft einfach dann ein, wenn man meint, etwas Schönes für die Lieben gefunden zu haben. Egal wann.

Artikelbild: Shutterstock / Von maximmmmum

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