Scareware verängstigt Menschen, droht ihnen, setzt sie emotional unter Druck. Und es gibt sogar Antivirenprogramme, die eigentlich Scareware sind. Wie kann das sein, und wie gefährlich ist Scareware?

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Was ist Scareware?

Scareware sind Schadprogramme, die den Nutzer verängstigen und versuchen ihn zu fahrlässigen Handlungen zu bewegen. Ein Beispiel wäre etwa beim Neustart des Computers ein Bildschirm, auf dem angezeigt wird, dass das BKA den Computer gesperrt habe, weil beispielsweise Kinderpornographie auf diesem gefunden wurde und das BKA ihn konfiszieren wolle, wenn keine Lösegeldsumme bezahlt wird. Auch Programme, die Daten auf den Rechnern ohne Erlaubnis verschlüsseln und diese erst wieder freigeben, wenn der Benutzer bestimmte Dinge tut, können als Scareware bezeichnet werden.

Wer erstellt Scareware, und warum?

Kriminelle Erpresser, die versuchen, Menschen so sehr zu verängstigen, dass diese auf bestimmte Art und Weise handeln. Lösegeld, Nacktfotos, oder auch die Eingabe von Daten sind beliebte Forderungen dieser Cyberkriminellen. Auch wenn diesen nachgegeben wird und der Nutzer sich bereit erklärt, diese zu bezahlen, ist das keine Garantie dafür, dass das Schadprogramm von dem Computer, dem Smartphone oder dem Tablet von den Erpressern gelöscht wird, und den Zugriff auf diesen wieder freigibt. Entsprechend sollte diesen Forderungen nicht nachgegangen werden.

Wie kann ich Scareware erkennen?

Scareware kann sehr offensiv, wie in den oben beschriebenen Beispielen, oder sehr subtil agieren. Die offensichtliche Variante ist einfach zu erkennen, eine offensichtliche Drohung wird ausgesprochen und das Gerät scheint von den Erpressern gefangen worden zu sein, die Funktionalität ist eingeschränkt. Bei subtileren Varianten, und hier fallen leider auch einige kostenlose Antivirenprogramme runter, wird dem Nutzer glaubhaft versichert, dass sehr viele Viren auf dem Gerät wären und es dringend erforderlich wäre, die kostenlose Version zu installieren oder auf die kostenintensive Pro-Version zu updaten.
Diese Viren sind gar nicht auf dem Computer, mit der automatisierten Warnung versuchen Hersteller dieser suspekten Antivirenprogramme die Nutzer lediglich zur Installation oder zum Kauf zu überreden – mit illegitimen Mitteln. Häufig wird weitere Software installiert, die zwar nicht direkt gefährlich für den Benutzer sein muss, aber häufig nervend ist, beispielsweise unerwünschte Toolbars, Programme die lediglich einen Nutzen simulieren oder die Startseiteneinstellungen des Browsers dauerhaft verändern. Mit der Mit-Installation dieser verdienen die Hersteller dieser vermeintlichen Antivirenprogramme dann Geld.

Wie kann ich Scareware vermeiden und mich schützen?

Wenn du dazu aufgefordert wirst, irgendetwas zu bezahlen, eines Verbrechens bezichtigt wirst oder die Meldung dich zu dringendem und schnellen Handeln auffordert, ohne dass du von der Seriosität der Quellen überzeugt bist, hilft zuallererst sich Zeit zu lassen und den Sachverhalt gründlich zu prüfen. Von Countern, die herunterzählen, oder im Fall von gefundenen Viren auf dem PC die angeblich sekündlich dazukämen, hochzählen, darfst du dich nicht beeinflussen lassen – Die Erpresser versuchen die Nutzer unter Handlungsdruck zu setzen um sie damit zu spontanen und irrationalen Entscheidungen zu bewegen.
Ein seriöses Antivirenprogramm kann dich in einigen Fällen vor Scareware warnen. Behalte dir immer im Gedächtnis, dass ein seriöser Anbieter es nicht nötig hat, potentielle Neukunden unter Druck zu setzen, und im Fall von Altkunden eher den postalischen Weg wählen wird, wenn es sich tatsächlich um ein dringendes Anliegen handelt. Die Polizei und andere Institutionen werden dich ebenfalls nicht erpressen, vielmehr solltest du solche Fälle dort zur Anzeige bringen.

Was mache ich, wenn Scareware auf meinem Gerät ist?

Das ist abhängig von der Scareware. In einigen Fällen ist es sehr schwierig, diese wieder von dem Computer zu entfernen, selbst mit sehr guter Antivirensoftware. Sehr wichtig, gerade bei Scareware, ist die Vermeidung dieser durch das kritische Prüfen dessen, was sie vom Benutzer verlangt. Wenn du dennoch sensible Daten eingegeben hast solltest du die dazugehörigen Konten sperren und Passwörter ändern, überwiesenes Geld versuchen zurückzuholen und über den abgesicherten Modus und mit Hilfe eines IT-affinen Menschen versuchen, die Schadsoftware wieder loszuwerden.


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