Falsche Windows 11-Versionen installieren Malware

Autor: Ralf Nowotny

Falsche Windows 11-Versionen installieren Malware
Artikelbild: Von mundissima / Shutterstock.com

Neugierige Nutzer besorgen sich auf zweifelhaften Seiten bereits Windows 11, welches erst in einigen Monaten offiziell erscheint – und holen sich dabei oft Malware!

Vor einigen Jahren hieß es noch, dass Windows 10 das letzte Microsoft-Betriebssystem sein wird, danach gibt es nur noch Updates für das modular aufgebaute Betriebssystem. Nun wird überraschend doch ein Windows 11 kommen – und unseriöse Seiten nutzen die Neugier der Nutzer, um mit den inoffiziellen Versionen auch gleich Malware mitzuliefern.

Warum einfach, wenn es auch illegal geht?

Windows 11, welches technisch gesehen einfach nur ein riesiges Windows 10-Update im neuen Gewand ist, aber aktuellere Hardware verlangt, kann man sich eigentlich recht einfach bereits in einer Vorab-Version besorgen: Indem man sich im Windows-Insider-Programm registriert (siehe HIER).

Besonders interessant ist dies natürlich für Software-Firmen beispielsweise, die ihre Programme auf Windows 11 testen und anpassen möchten, auch IT-Journalisten möchten natürlich schnell über neue Funktionen, die die Nutzer erwarten, berichten können. Doch auch enthusiastische Nutzer möchten gerne bereits jetzt mit dem neuen Betriebssystem herumspielen, sich aber nicht als Windows Insider registrieren.

Was bleibt da? Ach ja: Torrent-Seiten beispielsweise, wo man Windows 11-Versionen findet, oftmals auch bereits ergänzt mit gecrackten Versionen diverser Programme wie WinRAR und Microsoft Office.

Windows 11 auf Torrent-Seiten
Windows 11 auf Torrent-Seiten

Malware im Gepäck

Wir werden an dieser Stelle natürlich nicht direkt vor bestimmten Versionen warnen, ein Beispiel sei aber zur Veranschaulichung genannt:
Ein weit verbreitetes Torrent-File trägt die Bezeichnung „86307_windows 11 build 21996.1 x64 + activator.exe“. Bei der 1.75 GB großen Datei soll es sich um einen Installer handeln, doch die enthaltene DLL-Datei, welche den meisten Platz beansprucht, ist mit viel unnützen Daten künstlich aufgeplustert.

Netterweise wird im Installer sogar bei den Nutzungsbedingungen, die man akzeptieren muss, darauf hin, dass auch Programme von „Sponsoren“ mitinstalliert werden (wir bezweifeln an dieser Stelle mal, dass die Entwickler jener Programme wirklich illegale Kopien sponsern).

Der Installer weist sogar auf die zweifelhaften Programme hin
Der Installer weist sogar auf die zweifelhaften Programme hin, Quelle: Kaspersky

Bei den zusätzlich installierten Programmen handelt es sich beispielsweise um Umfrage-Apps und Filesharing-Apps, die zum größten Teil nicht nur nervige PopUps erzeugen, sondern auch Spyware und Malware mit an Bord haben.

Wie Kaspersky feststellte, meldete ihr System bereits mehrere Hundert Infektionen, die durch diesen und andere Windows 11-Installer ausgelöst wurden. Eine Vielzahl der zusätzlich installierten Programme sind auch nur Downloader, die weitere, eher zweifelhafte Programme auf den PC schaufeln.

So kannst du legal jetzt schon Windows 11 testen

Gehe auf Einstellungen -> Update und Sicherheit -> Windows-Insider-Programm und aktiviere dort den Entwickler-Kanal.

Achtung: Solche Vorab-Versionen (Preview Builds) sind oftmals instabil. Eine solche Installation sollte nicht auf dem Rechner ausgeführt werden, an dem hauptsächlich arbeitet!

Es sollten sich also keine wichtigen Daten auf dem Rechner befinden, auf dem man durch das Windows-Insider-Programm sich jetzt schon Windows 11 installiert, da solche Vorab-Versionen gerne dazu neigen, abzustürzen und im Extremfall nicht mehr neu startbar sind.

Artikelbild: Von mundissima / Shutterstock.com
Quelle: Kaspersky Blog
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Auf durchaus seriösen Webseiten wie der Washington Post, The Verge oder auch New York Magazine waren in älteren Artikeln plötzlich Pornovideos enthalten.
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