Die Behauptung

Ein Wolf habe ein Pony in Oberhofen am Irrsee angegriffen, der Besitzer des Ponys habe dies bestätigt und eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben.

Unser Fazit

Das Video des Vorfalls ist echt, aber ein Wolf als Angreifer konnte nicht bestätigt werden. Eine Verschwiegenheitserklärung lag nicht vor und Details zu Ort und Hergang des Vorfalls wurden in sozialen Medien falsch dargestellt.

Gerüchte/Behauptungen zum vermeintlichen Wolfsangriff

Seit Mitte April 2024 kursiert im Internet ein Video, das ein verletztes Pony zeigt. Dieses Video wurde von Behauptungen begleitet, der Besitzer des Ponys habe von einem Wolf als Angreifer gesprochen und sei gezwungen worden, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben. Außerdem wurde behauptet, der Vorfall habe sich an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit ereignet.

Screenshot des Videos auf Facebook mit entsprechendem Hinweis (hier archiviert)

Screenshot mit entsprechendem Hinweis des Videos auf Facebook (hier archiviert)

Bewertung

Das Video selbst ist authentisch und zeigt tatsächlich den beschriebenen Vorfall. Es gibt jedoch keinen eindeutigen Beweis dafür, dass ein Wolf das Pony angegriffen hat, da keine DNA-Proben von dem Pony genommen werden konnten. Zudem gibt es keine Vertraulichkeitserklärung und wichtige Details wie der Ort und der genaue Ablauf des Vorfalls wurden in den sozialen Medien falsch dargestellt.

Sachverhalt

Am 15. April 2024 wurde ein Pony verletzt in einem Stall in Oberhofen am Irrsee aufgefunden. Der Besitzer und seine Frau versorgten das Tier zunächst selbst, bevor eine Tierärztin hinzugezogen wurde. Ein in der Nähe befindliches Reh war nachweislich von einem Wolf gerissen worden. Der Wolfsbeauftragte des Landes Oberösterreich, Georg Schmidinger, konnte keine DNA-Proben vom Pony nehmen, da die Wunden bereits versorgt waren. Daher konnte ein Wolf als Verursacher weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.

Der Besitzer des Ponys bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass er den Wolf nie direkt als Angreifer genannt habe, sondern lediglich spekuliert habe, dass ein Wolf verantwortlich sein könnte. Die Behauptung, er sei zur Verschwiegenheit verpflichtet worden, wies er entschieden zurück. Schmidinger betonte, dass die Zusammenarbeit korrekt und vertrauensvoll verlaufen sei.

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Weitere Informationen

Es wurde fälschlicherweise behauptet, der Wolf habe das Pony aus dem Stall gerissen. Der Besitzer und seine Frau fanden das verletzte Pony im Stall und versorgten es dort. Schmidinger erklärte jedoch, dass der Angriff auch außerhalb des Stalls begonnen haben könnte und das verängstigte Pony in den Stall gelaufen sei. Solche Missverständnisse zeigen, wie wichtig es ist, Informationen sorgfältig zu prüfen und zu verifizieren, bevor sie weiterverbreitet werden.

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Quelle: dpa-factchecking

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