Das sind die gemeinen Tricks der Taschendiebe!

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Autor: Andre Wolf

An dieser Stelle möchten wir, gerade mit Blick auf die Urlaubszeit, vor den Tricks der Taschendiebe warnen. Bei diesen Trickdieben handelt es sich nicht um unorganisierte Einzelpersonen, sondern um straff organisierte Kriminalität!

So arbeiten Taschendiebe:

Teams

Sie treten stets in Teams auf und fahren von Stadt zu Stadt. Besonders betroffen sind Städte, die nahe der Autobahn liegen. Ein Team besteht i.d.R. aus 2-6 Personen, die in einem Fahrzeug anreisen und ihre Strecke (hier Autobahn A2) abfahren. Ein Fulltime-Job – morgens los, abends zurück nach Dortmund.

Fahrzeuge

Die Fahrzeuge werden den Täterinnen und Tätern i.d.R. von Bekannten leihweise zur Verfügung gestellt, die strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten sind. Oder aber sie werden in Bullis zu den Einsatzorten verbracht. Sie parken stets in Nebenstraßen der Fußgängerzonen, selten in Parkhäusern. Der Fahrer nimmt nicht an den Handlungen teil, er beobachtet aus einiger Distanz sein Fahrzeug und bildet quasi die „Nachhut“ als Sicherungsposten.

Variante 1: Einzelhandelsgeschäfte!

In erster Linie schlägt die Band in Einzelhandelsgeschäften zu. Hierzu betreten ein oder gar zwei Teams das Geschäft und sondieren die Lage. Das Betreten des Geschäfts passiert zeitversetzt – nichts deutet darauf hin, dass beide Teams zusammengehören. Man verteilt sich in unterschiedlichen Ecken oder Etagen. Ist ein Opfer ausgemacht (Ältere Dame, offene oder abgestellte Tasche, etc.) interessiert sich das Team plötzlich für ausgelegte Ware auf Bügeln, ohne auf Größe oder Preis zu achten. Eine Bluse oder eine Jacke auf dem Bügel dient dann als Sichtschutz. Erkennbar sind die Täter/innen stets daran, dass sie einfach zum Bügel samt Ware greifen und diesen auffällig hoch halten. Nun nähert sich ein Teammitglied der Zielperson um den nachfolgenden Taschendiebstahl abzudecken, während das andere Teammitglied blitzschnell zuschlägt. Je nach Lage braucht es zahlreiche Anläufe. Wenn die Tat vollzogen wurde entfernt sich das Teammitglied mit der Geldbörse von der Zielperson, während das andere Teammitglied in der Nähe des Opfers bleibt. In mehr als 90% der Fälle verbleibt das (mittlerweile von Geld und/oder Kreditkarten erleichterte) Portemonaie zwischen ausgelegter Ware im Geschäft. Das Team verlässt zeitversetzt das Geschäft – und weiter gehts in das nächste Geschäft. Unnötig zu erwähnen, dass vor den Geschäften stets ein „Sicherungsposten“ positioniert ist, der das reibungslose Verlassen des Geschäfts überwacht und dem Team in größerem Abstand folgt um festzustellen, ob es verfolgt wird?


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Variante 2: Spendensammler!

Eine andere Variante, ebenfalls höchst erfolgreich, und zwar bundesweit: es wird für eine (nicht existente) Spendenorganisation gesammt. Die Teams verwenden Klemmbretter, auf denen sich Unterschriftenlisten befinden. Aktiv werden nun Passanten (vornehmlich alte Menschen) angesprochen und vorgetäuscht, man wäre gehörlos. Trägt sich der oder die Angesprochene in die Unterschriftenliste ein, so wird er oder sie zum Opfer, denn das Klemmbrett dient als Sichtschutz zur Begehung von Taschendiebstählen. Häufig begangen vom 2. Teammitglied, welches unter dem Klemmbrett während des Eintragens in der Liste in den mitgeführten Taschen des Opfers hantiert.  Auch hier wird das Team durch Sicherungsposten geschützt, die sich im weiteren Umfeld der eigentlichen Täter befinden und das Vorgehen absichern und ggf. warnen.

Erwähnte ich bereits, dass professionell organisierte Taschendiebbanden stets rund 200.- EUR in bar mit sich führen?

Kein Wunder, denn: wenn es sich um reisende Täter aus dem Ausland handelt, so wäre im Falle des Ergreifens eine sofort in bar zu entrichtende Sicherheitsleistung (i.d.R. um die 200.- EUR) fällig. Ansonsten würde nämlich das Polizeigewahrsam drohen. Wenn es eng wird, dann zahlen die Täter *schwubbs* mal eben die Sicherheitsleistung und werden dann wieder auf freien Fuß gesetzt, um zur nächsten Stadt zu fahren….

Organisierte Kriminalität

In dem aufgedeckten Netzwerk aus Dortmund konnte bewiesen werden, dass die -immer noch unbekannten- Hintermänner in Dortmund rund 200-300 (!) Frauen aus Bulgarien und/oder Rumänien an nur einer (!) Wohnanschrift angemeldet haben. Sie wurden wie Vieh „importiert“, nachdem ihnen Küchenjobs in der BRD versprochen wurden. Erst als die Stadt Dortmund die Adresse nicht mehr als Wohnadresse akzeptierte (und die Frauen somit als „OFW“ [Ohne festen Wohnsitz = Haftgrund!)galten wurde umstrukturiert. Die Vorgehensweise sind dennoch noch die Gleichen.

Zudem hat die Polizei Sachsen am 06. Juli noch folgende Info veröffentlicht:

■ Antanz-Trick
Wo viele Menschen feiern, haben es die Täter vorzugsweise auf alkoholisierte Passanten abgesehen.
Sie suchen scheinbar tanzend Körperkontakt und bestehlen dann ihre Opfer.
■ Fußball-Trick
Allein oder im Team dribbelt ein Täter mit einem Fußball nah an seinem Opfer – spielen wie Ronaldo! – führt dabei seinen Trick vor, während ein Komplize oder er selbst die Tasche plündert.

■ Beschmutzer-Trick
„Versehentlich“ wird das Opfer bekleckert. Beim anschließenden wortreichen Reinigungsversuch entwendet der Täter das Portmonee.
■ Drängel-Trick
Die Diebe rechnen damit, dass sich ihr Opfer, wenn man ihm unangenehm nah kommt, umdreht.
Dann stehlen sie etwas aus der Schultertasche.
■ Stadtplan-Trick
Hier sind meist Teams am Werk. Während der „Fremde“ nach dem Weg fragt und sich das Opfer orientiert, plündert der Komplize die Tasche.

Wie kann ich verhindern bestohlen zu werden?

Handy und Geldbörse nicht in der Gesäßtasche und nicht in einer Außentasche der Jacke oder eines Rucksackes aufbewahren. Besser: Nah am Körper unter einer Kleidungsschicht tragen.
Spontanen Körperkontakt abwehren und laut auf sich aufmerksam machen, um andere Passanten auf die Situation hinzuweisen.
Wenn Ihr trotzdem bestohlen wurdet, erstattet bitte umgehend persönlich Anzeige bei der Polizei.

Autor: Claus Frickemeier, Mimikama.at
Quelle Facebookbild: Polizei Sachsen, Facebook

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