Bei Mimikama haben wir das Thema des Screenshots der BILD-Schlagzeile mit „40 Grad Hitzevon 1975 bereits behandelt. Trotzdem taucht es immer wieder auf, sobald die Temperaturen steigen, so auch erneut im Juni 2023!

40 Grad Hitze: Die BILD-Schlagzeile von 1975 im Faktencheck

Es passiert jedes Mal, wenn das Thermometer steigt

Eine Schlagzeile der BILD-Zeitung vom 8. August 1975 geistert durch das Internet: „40 Grad Hitze. Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich“. Viele sehen darin den Beweis, dass extreme Temperaturen schon immer zu unserer Geschichte gehörten. Ist der aktuelle Diskurs über „Rekordhitze“ also nur ein Medienphänomen?

Bei näherer Betrachtung wird jedoch klar, dass der Begleittext zur Schlagzeile eine wichtige Nuance liefert. Er lautet: „Am Sonntag könnten es 40 Grad im Schatten werden.“ Man beachte hier das Wort „KÖNNTE“. Es ist also eine Vorhersage und keine Aufzeichnung der realen Temperaturen. Es scheint, dass die Übertreibung, ein häufiges Merkmal der Boulevardmedien, wieder ins Spiel kommt.

Screenshot: Bild "Am Sonntag könnten es 40 Grad im Schatten werden."
Screenshot: Bild „Am Sonntag könnten es 40 Grad im Schatten werden.“

Faktencheck: Wie heiß war der 10. August 1975 wirklich?

Um die tatsächlichen Temperaturen dieses Tages zu ermitteln, wenden wir uns an die Suchmaschine Wolfram Alpha und die historische Wetterkarte auf Kachelmannwetter. Was wir feststellen, ist aufschlussreich. Die höchsten Temperaturen waren in der Nordhälfte Deutschlands zu finden, mit 34 Grad Celsius in Hannover und Hamburg. Stuttgart und München erreichten nicht einmal 30 Grad Celsius. Nirgendwo wurden die berüchtigten 40 Grad Celsius erreicht.

BehauptungFaktencheck
1. Die BILD-Schlagzeile vom 8. August 1975 besagt, dass die Temperatur 40 Grad Celsius erreichte.Der begleitende Artikeltext enthüllt, dass es sich bei der „40 Grad Hitze„-Aussage um eine Vorhersage handelte, nicht um eine tatsächliche Aufzeichnung.
2. Die höchsten Temperaturen am 10. August 1975 wurden in ganz Deutschland verzeichnet.Tatsächlich waren die höchsten Temperaturen in der Nordhälfte Deutschlands zu finden, mit Spitzentemperaturen von 34 Grad Celsius in Hannover und Hamburg. Süddeutsche Städte wie Stuttgart und München erreichten nicht einmal 30 Grad Celsius.
3. Ein einziger heißer Tag oder eine heiße Periode ist ein Beweis gegen den Klimawandel.Das Wetter, das sich auf kurzfristige Veränderungen in der Atmosphäre bezieht, sollte nicht mit dem Klima, das das durchschnittliche Verhalten der Atmosphäre über Jahrzehnte hinweg beschreibt, verwechselt werden. Ein einzelner heißer Tag oder eine Hitzewelle stellt kein Argument gegen den Klimawandel dar.

Das Klima und das Wetter: Ein wichtiger Unterschied

Die anhaltende Verwirrung um solche Schlagzeilen verdeutlicht die Notwendigkeit, zwischen Wetter und Klima zu unterscheiden. Das Wetter bezieht sich auf kurzfristige Veränderungen in der Atmosphäre, während das Klima das durchschnittliche Verhalten der Atmosphäre über Jahrzehnte hinweg beschreibt. Ein heißer Tag oder eine heiße Periode sind kein Beweis gegen den Klimawandel.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)