Das süße Video, das dich zum Nachdenken bringt: Millionen von Klicks in Sekunden. Ein Affenbaby, ein junges Makakenäffchen in Babykleidung, mit einem niedlichen Hut oder einer überdimensionalen Sonnenbrille. Diese Videos scheinen harmlos, kurzweilig, sogar herzerwärmend. Doch die Realität hinter diesen viralen Sensationen ist eine Geschichte von Grausamkeit und Ausbeutung.

Affenbaby-Videos: Warum Likes Leben kosten!
© SMACC/Welttierschutzgesellschaft

Das stumme Leid: Affenbabys im Schatten des Social Media Rampenlichts

Aktuelle Enthüllungen von Tierschutzorganisationen beleuchten die erschreckende Tiefe von psychischem und physischem Missbrauch, die bis zur grausamen Folter und sogar Tötung von Affenbabys vor den Augen der Öffentlichkeit reicht. Die in einem Bericht analysierten Videos wurden über zwölf Milliarden Mal angesehen. Diese Videos sind nur ein Bruchteil aller online verfügbaren Inhalte, d.h. die Gesamtzahl der Aufrufe ist wahrscheinlich viel, viel höher.

Affenbaby-Videos: Warum Likes Leben kosten!
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Was macht Makaken so begehrt?

Content-Schaffende haben entdeckt, dass Darstellungen von Makaken in häuslichen Settings einen besonderen Zauber besitzen. Beiträge, in denen diese Primaten in Kleidung gekleidet oder menschenähnliche Aktivitäten ausführen, erhalten nicht nur eine Flut von „Likes“, sondern versprechen auch erhebliche monetäre Vorteile.

Die Psychologie der Beliebtheit

Warum ziehen solche Videos die Massen an? Es liegt in der Natur des Menschen, sich von etwas angezogen zu fühlen, das niedlich und ungewöhnlich ist. Diese Videos bieten eine Kombination aus beidem: Tiere, die in menschlicher Kleidung menschliche Aktivitäten nachahmen. Das Problem ist, dass die meisten Zuschauer nicht über den Bildschirmrand hinaus sehen und die Tragödie, die sich hinter den Kulissen abspielt, ignorieren. Am meisten waren in den schrecklichen Videos Nördliche Schweinsaffen zu sehen, gefolgt von Langschwanzmakake und Bärenmakake.

Affenbaby-Videos: Warum Likes Leben kosten!
Screenshot: Makakenarten, die in dem Bericht analysierten Daten
gefunden wurden! © SMACC/Welttierschutzgesellschaft

Trainieren, Quälen, Wiederholen

Die Methoden, die verwendet werden, um Makaken für diese Clips zu „trainieren“, sind herzzerreißend. Von Nahrungsentzug bis zu körperlicher Bestrafung sind die Techniken oft brutal. Die psychologischen und physischen Narben, die den Tieren zugefügt werden, sind lang anhaltend. Es ist nicht nur die schiere Ausbeutung; es ist auch die Isolation von ihren Familien und der natürlichen Umgebung, die diese Tiere erdulden müssen.

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Die Tiere schreien oft auf oder versuchen zu fliehen, während Wasser und Seife über ihre Gesichter fließen.

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Unter den alarmierenden Trends, die wir in inszenierten Rettungsvideos auf Social Media feststellen, finden sich Aufnahmen von extrem jungen, ausgemergelten Affenjungen. Viele scheinen am Rande des Todes zu stehen oder sind sogar bereits verstorben, wobei manchmal der Eindruck entsteht, sie seien mit Drogen beeinflusst.

Verantwortung der Plattformen

Die große Frage, die sich stellt, ist: Wie können Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok und YouTube solche Inhalte hosten? Es liegt in ihrer Verantwortung, Algorithmen zu implementieren, die solchen Inhalten den Stecker ziehen. Und doch scheinen viele Plattformen langsamer zu handeln, als sie sollten. Obwohl es Gemeinschaftsrichtlinien gibt, sind die Durchsetzungsmaßnahmen oft lax.

Wie können wir den Zyklus durchbrechen?

Es liegt an uns, den Verbrauchern, eine bewusste Entscheidung zu treffen. Durch Bildung und Sensibilisierung können wir die Nachfrage nach solchen Videos reduzieren. Nicht nur das Teilen, sondern auch das bloße Ansehen dieser Videos kann den Missbrauch weiter fördern. Wir müssen uns fragen: Ist es das wirklich wert?

Trotz der beunruhigenden Entdeckungen und Meldungen bezüglich dieser Inhalte blieben sie bis zur Veröffentlichung des Berichts unangetastet. Laut der Welttierschutzgesellschaft hat bisher kein Moderationsteam eingegriffen, und die verstörenden Videos sind immer noch zugänglich!

Das Bewusstsein schärfen

Die beste Waffe gegen solche Praktiken ist Aufklärung. Ein informierter Zuschauer kann den Unterschied erkennen und bewusste Entscheidungen treffen. Es ist entscheidend, sich über die echte Geschichte hinter solchen viralen Hits zu informieren und seine Plattform zu nutzen, um andere zu informieren.

Fazit: Das nächste Mal, wenn ein „niedliches“ Tier-Video in deinem Feed auftaucht, denke zweimal darüber nach, bevor du es anschaust oder teilst. Jeder Klick kann einen Unterschied machen – sei es zur Förderung von Grausamkeit oder zur Unterstützung von Mitgefühl und Aufklärung. Es liegt in unseren Händen.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)