Die Behauptung

Angeblich fordert Annalena Baerbock ein Ende der privaten Tierhaltung. Als mögliche Umsetzungsvariante nennt sie hier eine CO₂-Steuer auf Haustiere.

Unser Fazit

Diese Behauptung kursiert bereits seit längerem immer wieder in sozialen Medien. Das Zitat ist allerdings falsch. Baerbock hat diese Aussage nie getätigt.

In einem Screenshot, der in sozialen Medien geteilt wird und mit „Ende der Haustierhaltung“ betitelt ist, wird Annalena Baerbock zitiert:

„Wir können alleine durch den Wegfall der Hunde in Deutschland ca. 19 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen. Das entspricht fast soviel CO2 wie man mit einem Auto bei zehntausend Erdumrundungen freisetzen würde – fast 10% des Straßenverkehrs. Dazu kommen noch Katzen, Pferde und viele weitere Tiere. Die private Tierhaltung muss daher ein Ende haben und wenn es durch eine CO2Steuer auf Haustiere erfolgt.“, sagt Annalena Baerbock (39). [sic!]

Screenshot Facebook Beitrag
Screenshot Facebook Beitrag

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Behauptung ist nicht neu, doch immer noch falsch

Wir haben die angebliche Aussage Baerbocks bereits 2021 unter die Lupe genommen (HIER). Auch, dass in dem Screenshot Baerbocks Alter mit 39 Jahren angeführt wird, ist ein Hinweis auf keine aktuelle Behauptung. Die Bundesaußenministerin ist 1980 geboren. Das angebliche Zitat stammt demnach aus dem Jahr 2019.

Über Suchmaschinen ließen sich keine Medienberichte oder Hinweise finden, dass Baerbock diese Aussage getätigt hat. Wir hatten also direkt bei der Pressestelle nachgefragt und erhielten folgende Antwort:

Das Zitat ist schlicht frei erfunden, Annalena Baerbock hat das nicht gesagt.

Herzliche Grüße
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Pressestelle Bundesvorstand

Somit konnten wir bereits 2021 feststellen, dass das Zitat falsch ist und Annalena Baerbock zugeschrieben wurde. Sie hat niemals eine solche Aussage getätigt. Nun kursiert es wieder in sozialen Medien und sorgt für Aufregung und Empörung unter den Nutzern.

Grünen-Bashing

Hier haben wir es mit dem typischen „Grünen Bashing“ zu tun. Seit geraumer Zeit werden den Grünen Vorwürfe gemacht, dass sie eine Vielzahl absurder Verbote fordern, wie zum Beispiel das Grillverbot für Deutsche.

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Im Rahmen dieses Narrativs und des Bashing werden bewusst Themen aufgegriffen, die stark emotionalisieren, insbesondere Kinder und Haustiere. Wird also jemandem vorgeworfen, Haustiere verbieten zu wollen, dient dies dazu, ein Feindbild zu schaffen. Und genau das soll mit dieser falschen Behauptung erreicht werden.

Durch die fortwährende Wiederholung dieses Narrativs, unterstützt durch die Verbreitung von Falschmeldungen, erscheinen solche Aussagen schließlich plausibel, selbst wenn sie unwahr sind.

Interessanterweise gab es tatsächlich eine Diskussion zum Thema Haustiere. Ein Artikel des Bayerischen Rundfunks behandelt beispielsweise dieses Thema. Es wurde jedoch niemals die Abschaffung der privaten Haustierhaltung gefordert.

Fazit

Bewertung: FALSCH

Annalena Baerbock hat diese Aussage nie getätigt, wie uns bereits 2021 von ihrer Pressestelle bestätigt wurde.

Es handelt sich hier um einen alten Screenshot, der nun wieder die Runde macht und einem einzigen Zweck, nämlich dem Grünen-Bashing, dienen soll.

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