Barbie auf Abwegen? Serbiens angeblicher Filmbann im Faktencheck

„Barbie verbietet Serbien!“ So lauteten kürzlich die Schlagzeilen in zahlreichen sozialen Netzwerken, mit der Anschuldigung, dass der Hollywood Blockbuster aufgrund einer verzerrten Balkanlandkarte aus dem Film in Serbien verboten wurde. Aber ist das wirklich der Fall? Hier kommt der Faktencheck!

MIMIKAMA

„Verbot des Barbie-Films in Serbien wegen ‚Großalbanien-Karte‘“ – Die Überschrift eines viralen Bildes online ließ aufhorchen. Ein Screenshot, der angeblich aus dem erfolgreichen Barbie-Film von Warner Bros. stammt, zeigt eine Karte des Balkans. Die „Großalbanien“-Karte, die mit Nordmazedonien einen fehlenden Staat, ein geschrumpftes Griechenland und eine rote Linie durch Serbien aufweist, sorgte für Aufsehen. Doch was ist dran an dieser Behauptung? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Die Wahrheit hinter der viralen Geschichte

Die Geschichte, die im Internet kursiert, wurde rasch in verschiedenen Sprachen – von Albanisch über Spanisch bis hin zu Englisch – auf Plattformen wie TikTok und Instagram geteilt. Es ging sogar so weit, dass ein TikTok-Beitrag vom 5. Juli 2023 mehr als 1,7 Millionen Aufrufe erzielte. Nach der Premiere des Films am 21. Juli 2023 gewann die Geschichte neue Aufmerksamkeit.

Tatsächlich ist der Film in einigen Ländern auf Widerstand gestoßen. So hat Vietnam den Film aufgrund einer Szene verboten, in der eine Landkarte Chinas Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer zeigt. Auch die pakistanische Provinz Punjab verzögerte die Ausstrahlung des Films, um festzustellen, ob er gegen die sozialen und kulturellen Werte des Landes verstoßen könnte.

Aber wie sieht es in Serbien aus?

Die Behauptung, dass Serbien den Barbie-Film verboten hätte, ist falsch. Der Barbie-Film, der laut einem Sprecher von Warner Bros. am Premierenwochenende in Serbien satte 265.000 US-Dollar eingespielt hat, war tatsächlich die erfolgreichste Premiere des Jahres 2023 und die zweiterfolgreichste Warner Bros. Premiere in Serbien überhaupt.

Lesen Sie auch >   Unternehmen werben unwissentlich auf Fake-News-Seiten

Darüber hinaus konnten Filmfans in Serbien online Tickets kaufen, um den Film in verschiedenen Kinos im Land zu sehen, einschließlich der größten Kinokette, Cineplexx, sowie Tuckwood Cineplex und MTS Dvorana im Zentrum von Belgrad, der Hauptstadt.

Die gefälschte Landkarte und erfundene Schlagzeilen

Das Gerücht der vermeintlichen „Großalbanien“-Karte entpuppte sich als eine Manipulation eines Standbilds aus der Szene, wegen der der Film in Vietnam verboten wurde. Diese Landkarte existiert im Film nicht.

Die viralen Beiträge, die behaupteten, der Barbie-Film wäre verboten, beinhalteten auch erfundene Schlagzeilen. Eine Untersuchung ergab, dass das Foto, das online zirkulierte, dem Artikel-Layout der BBC News ähnelte, obwohl die britische Nachrichtenagentur nie darüber berichtet hat, dass Serbien die Ausstrahlung des Films blockiert hätte.

Zum Abschluss hier noch einmal die Fakten im Überblick:

BehauptungenFaktencheck
Serbien hat den Barbie-Film wegen einer „Großalbanien“-Karte verboten.Falsch. Der Barbie-Film wurde in Serbien nicht verboten und spielte am Eröffnungswochenende 265.000 US-Dollar ein.
Die online kursierenden Beiträge zeigen einen Screenshot aus dem Barbie-Film.Falsch. Der angebliche Screenshot zeigt eine manipulierte Version einer Szene, wegen der der Film in Vietnam verboten wurde.
BBC News berichtete über das Verbot des Barbie-Films in Serbien.Falsch. BBC News hat nie darüber berichtet, dass Serbien die Ausstrahlung des Films blockiert hätte.
Die Faktentabelle im Überblick

Der Barbie-Film hat sicherlich seine Wellen geschlagen, aber es scheint, als ob das Gerücht um das serbische Verbot mehr Fiktion als Fakt ist. So bleibt der Barbie-Film trotz allem in Serbien unverboten und begeistert das Publikum. Es ist also nicht immer alles wahr, was auf den ersten Blick im Internet glänzt.

Lesen Sie auch >   Warnung vor gefälschten Sportartikeln, Fake-Shops und illegalem Streaming von Sportveranstaltungen

Unterstütze uns dabei, unsere Online-Gemeinschaft sicherer zu machen! Lade das angehängte Sharepic herunter und verteile es auf deinem Facebook-Feed oder in deinen Storys. Je mehr Leute wir damit erreichen können, desto sicherer wird unsere digitale Welt. Denk immer daran: Zuerst denken, dann klicken!

MIMIKAMA
Sharepic zum Thema

Lesen Sie auch: Der „Hitzebonus“ Hoax: Ein Schlag ins Gesicht der Armen und Bedürftigen

Quelle:

AFP Faktencheck

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)