Umstrittene Ölförderung: Biden-Regierung bewilligt Projekt in Alaska

Die US-Regierung hat am Montag ein von Klimaaktivisten kritisiertes Ölförderprojekt im Norden Alaskas bewilligt. Das Willow-Projekt soll nach seiner Fertigstellung bis zu 600 Millionen Barrel Öl erschließen. Es wäre das größte Ölförderprojekt auf dem Staatsgebiet der USA.

Was ist das Willow-Projekt?

Das Willow-Projekt ist ein Erdölförderprojekt im US-Bundesstaat Alaska. Verantwortlich für das Projekt ist der Ölkonzern ConocoPhillips, der dort seit Jahren auf staatlichem Boden in der National Petroleum Reserve nach Öl bohrt. Mit dem neuen Projekt erhofft sich der Konzern Zugriff auf mehr als 95 Milliarden Liter Öl oder 600 Millionen Barrel.

Wer führt das Projekt?

Das Unternehmen ConocoPhillips. Es handelt sich um einen texanischen Energiekonzern, der seit Jahren in Alaska nach Öl bohrt. Im Jahr 2020 wurde das Projekt erstmals vom Konzern vorgeschlagen und von der damaligen Trump-Regierung genehmigt. Damals wurde der Bau von fünf Bohrinseln genehmigt, die inzwischen von der Biden-Administration auf drei reduziert wurden. Das hindert das Unternehmen aber keineswegs daran, seinen Plan weiterzuverfolgen. Denn auch so können rund 90 Prozent des anvisierten Ölvorkommens gefördert werden.

Welche Auswirkungen bringt es mit sich?

Wie die meisten Ölbohrungen kann auch das Willow-Projekt sehr klima- und umweltschädlich sein. Sage und schreibe 9,2 Millionen Tonnen CO₂ könnten durch das neu geförderte Öl entstehen, was dem jährlichen CO₂-Ausstoß von zwei Millionen Autos mit Verbrennungsmotor entspricht. Das haben Berechnungen der US-Regierung ergeben. Zudem werden bei den Ölbohrungen gefährliche Gase freigesetzt und der Lebensraum von Mensch und Tier gefährdet und teilweise zerstört. Dennoch gab US-Präsident Joe Biden am 13. März seine Zustimmung für das Willow-Projekt.

Warum wird das Projekt trotzdem realisiert?

Generell wollen die USA unabhängiger von ausländischen Ölimporten werden. Gleichzeitig verspricht man sich aber auch eine Ankurbelung der heimischen Wirtschaft, was ein Grund für die Realisierung des Projekts ist. Doch bis das Öl aus dem Willow-Projekt den Markt erreicht, werden noch Jahre vergehen, denn das Projekt muss erst einmal starten.

Neben wirtschaftlichen, gibt es auch rechtliche Gründe für die Realisierung. Die Firma ConocoPhillips hat gültige Pachtverträge in der Region. Hätte die Regierung das Willow-Projekt abgelehnt, hätte sie wahrscheinlich mit Geldstrafen und rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

Präsident Biden wiederum bricht mit dem Projekt ein wichtiges Wahlversprechen. Er hatte vor der Wahl versprochen, keine neue Öl- und Gasförderung auf öffentlichem Land zuzulassen. Diese Ankündigung setzte er zunächst im Rahmen eines frühen Umsetzungsdekrets um.

Doch 2021 wurde der Bohrstopp von einem Bundesrichter wieder aufgehoben. Seitdem hat die Biden-Administration mehrere Gebiete für neue Ölbohrungen freigegeben. Viele dieser Projekte wurden von Umweltgruppen vor Gericht angefochten. Bidens Versprechen, die USA bis 2050 klimaneutral zu machen, rückt mit den neuen Bohrgenehmigungen jedenfalls in weite Ferne.

Warum wird dieses Projekt so heftig kritisiert?

Durch das „Willow Project“ werden im Norden Alaskas in den nächsten 30 Jahren rund 280 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Eine schwere Belastung für das Klima. Zum Vergleich: Das ist in etwa so, als würden in den USA im gleichen Zeitraum rund zwei Millionen Autos mehr fahren.

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Wie reagiert die Bevölkerung?

Große Teile der indigenen Bevölkerung Alaskas und vor allem Klima- und Umweltschutzgruppen haben nun zum Widerstand aufgerufen und planen rechtliche Schritte gegen die Ölbohrungen. Damit soll der Start des Projekts zumindest um bis zu einem Jahr verzögert werden. Zudem haben Millionen Menschen Briefe an Präsident Biden geschrieben. Es gibt auch eine Petition auf change.org, die bereits über 4,5 Millionen Unterschriften gesammelt hat.

Sollte das Willow-Projekt dennoch umgesetzt werden, hätte dies massive Folgen für Klima, Umwelt und Bevölkerung.

Quelle: Moment, DasDing

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