Es scheint, als hätte die Online-Welt ein kurzes Gedächtnis. Vor zwei Jahren machte ein vermeintlicher Artikel der renommierten „Neuen Zürcher Zeitung“ Schlagzeilen, welcher Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, in keinem guten Licht darstellte. Wir haben HIER darüber berichtet.

Und nun, im September 2023, taucht er wieder auf – mit gleichbleibender Wucht.

MIMIKAMA
Screenshot eines Facebook Beitrages. Er zeigt den gleichen Zeitungsartikel wie bereits vor zwei Jahren

Doch was steckt wirklich hinter dieser Geschichte, die scheinbar nicht verstummen will? Tauchen wir gemeinsam in die Tiefen der digitalen Desinformation ein und erfahren, warum gerade du in Zukunft zweimal hinschauen solltest.

Baerbock und NZZ: Ein Déjà-vu aus der Vergangenheit

Der Post, der die sozialen Medien im Sturm eroberte, wirkte auf den ersten Blick vertraut. Ein Bildzitat, das mit dem Logo der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) versehen war, machte erneut seine Runden. Für viele war es ein Wiedersehen mit einer Geschichte Baerbocks, die bereits vor zwei Jahren für Aufsehen sorgte.

Ein kurzer Blick hinter die Kulissen

Doch auch beim zweiten Mal passte das Layout des Posts nicht zur gewohnten Ästhetik der NZZ. Und eine erneute Google-Suche brachte ein bekanntes Ergebnis: Dieser Text über Baerbock war nirgends auf der offiziellen Website der Zeitung zu finden. Aber woher stammte er dann?

Von Leserkommentaren und Fehlinformationen

Der umstrittene Text war, wie sich herausstellte, nur ein Leserkommentar, hinterlassen von einem Hartmut Schmidt. Doch obwohl es klar war, dass es sich um die Meinung eines Einzelnen handelte, der Baerbock schlecht dastehen ließ, hatte der Schaden, wie schon vor zwei Jahren, bereits begonnen.

Wir haben bereits 2021 die NZZ angeschrieben und folgende Information erhalten:

Sehr geehrter Herr Wolf,
nein, es handelt sich hierbei nicht um eine Passage aus einem NZZ-Inhalt. Und definitiv nicht um NZZ-Niveau.
Besten Gruss
Seta Thakur
NZZ
Seta Thakur
Leiterin Unternehmenskommunikation

Diese Passage ist also niemals von der NZZ so veröffentlicht worden. Augenscheinlich hat jemand lediglich das Logo der Zeitung verwendet, um der Beschreibung eine Scheinseriosität zu verleihen.

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Die Gefahr der Halbwahrheiten

In unserer schnelllebigen digitalen Welt haben Gerüchte und Falschinformationen oft einen Vorsprung vor der Wahrheit. Sie verbreiten sich wie ein Lauffeuer, und bevor sie korrigiert werden können, haben sie bereits unzählige Meinungen geprägt.

Fazit: Der kritische Blick zählt – immer und immer wieder

In einer Zeit, in der ein Klick, ein Like oder ein Share eine Nachricht um die Welt schicken kann, ist kritisches Denken unerlässlich. Der Fall „Baerbock und die NZZ“, der nun zum zweiten Mal unsere Aufmerksamkeit erregt hat, zeigt eindrucksvoll, wie leicht es ist, getäuscht zu werden. Doch er erinnert uns auch daran, dass wir alle die Werkzeuge in der Hand haben, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Es liegt an uns, sie zu nutzen und nicht in die Falle wiederkehrender Desinformation zu tappen.


Dieser Artikel wurde durch die vereinte Kraft unserer Community-Power im neuen Mimikama-Forum realisiert! Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Mimikamas. Wie wir zu diesen Erkenntnissen gelangt sind und den gesamten Recherche-Prozess können Sie hier nachvollziehen.

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