Warum wir uns immun gegen Desinformation fühlen

Die tiefverwurzelte menschliche Tendenz, sich selbst als unfehlbar zu betrachten, während Zweifel an der Kompetenz anderer aufkommen.

Autor: Claudia Spiess

Unterschätzen wir Desinformation?

Haben Sie sich schon einmal in einem großen Raum voller Menschen befunden und festgestellt, dass fast jeder Einzelne von sich selbst sagt, er sei ein überdurchschnittlich guter Autofahrer, ein hervorragender Entscheidungsträger oder jemand, der niemals Opfer eines Betrugs werden würde?

Diese individuellen Überzeugungen stehen in krassem Gegensatz zu den Statistiken. Man sollte meinen, dass im digitalen Informationszeitalter, wo Wissen nur einen Klick entfernt ist, solche Missverständnisse abnehmen. Überraschenderweise sind wir jedoch anfälliger denn je, Opfer unserer eigenen kognitiven Verzerrungen und Überzeugungen zu werden.

Warum fühlen wir uns so besonders?

Dieses Phänomen der Selbstüberschätzung ist nicht neu. Es ist tief in unserer Psychologie verwurzelt. Viele von uns sind Opfer des sogenannten „Dunning-Kruger-Effekts“. Dieser besagt, dass Menschen, insbesondere wenn sie nur über begrenzte Kenntnisse oder Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich verfügen, ihre Fähigkeiten oft stark überschätzen.

In Zeiten von Fake News und Desinformation ist diese kognitive Verzerrung besonders gefährlich. Während sich die digitale Landschaft ständig verändert und neue Herausforderungen mit sich bringt, glauben viele Menschen immer noch fälschlicherweise, dass sie gegen Desinformationen immun sind. Doch genau das führt dazu, dass sie anfälliger für solche Informationen werden.

Andere sind leichter zu täuschen – oder etwa nicht?

Es gibt eine tiefe, fast instinktive Neigung zu glauben, dass andere Menschen, obwohl sie genauso sind wie wir, leichter getäuscht werden können. Dieser Glaube führt oft dazu, dass drastische Maßnahmen wie Zensur oder strenge Kontrollen befürwortet werden, um die „leichtgläubige“ Masse zu schützen.

Die Wahrheit ist jedoch, dass wir alle – unabhängig von unserer Bildung, unserem Alter, unserer Kultur oder unserer Lebenserfahrung – anfällig für Fehlinformationen sind. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Muster zu erkennen und schnelle Urteile zu fällen. In manchen Situationen hilft uns das, in anderen kann es uns in die Irre führen.

Warum schützen wir andere vor den Gefahren?

Seit jeher ist der Mensch bestrebt, seine Gemeinschaft zu schützen, sei es vor wilden Tieren, feindlichen Stämmen oder in der modernen Welt vor Desinformation und Betrug. Diese tief verankerte Neigung kann sowohl einem wahren Schutzbedürfnis als auch dem Wunsch nach Kontrolle und Überlegenheit entspringen. In unserer komplexen und vernetzten Welt müssen wir jedoch darauf achten, wie wir diese Schutzinstinkte in die Tat umsetzen. Es besteht die Gefahr, dass wir unbeabsichtigt die Freiheit und die Rechte anderer einschränken, wenn wir uns zu sehr auf den Schutz konzentrieren.

Wie können wir uns vor uns selbst schützen?

Selbstbewusstsein und Selbstreflexion sind unerlässliche Werkzeuge im Kampf gegen unsere eigenen kognitiven Verzerrungen. Wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass auch wir anfällig für Irrtümer und Fehlinformationen sind, können wir uns proaktiv schützen.

Das bedeutet nicht nur, sich bewusst zu machen, was wir nicht wissen. Es bedeutet auch, aktiv daran zu arbeiten, unsere Informationsquellen zu diversifizieren und kritisch zu hinterfragen. Bildung und Medienkompetenz sind weitere wichtige Instrumente in unserem Arsenal gegen Desinformation. Durch ständiges Lernen, Hinterfragen und Anpassen können wir uns besser gegen die ständig wechselnden Taktiken der Desinformationsverbreiter wappnen.

Fazit

Die Informationsflut des digitalen Zeitalters bietet uns unzählige Möglichkeiten, birgt aber auch Risiken. Wir müssen Wachsamkeit und kritisches Denken entwickeln, um uns vor den Gefahren der Desinformation zu schützen. Indem wir unsere eigenen Schwachstellen erkennen und proaktiv daran arbeiten, uns zu schützen, können wir eine informierte und widerstandsfähige Gemeinschaft aufbauen.

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