Alarmierende Zunahme von „Mogelpackungen“ im Lebensmittelhandel. Diese werden von Unternehmen verwendet, um stillschweigend die Preise zu erhöhen, indem sie die Größe des Produkts verringern, während die Größe der Verpackung gleich bleibt.

Dieses auch als „Shrinkflation“ bezeichnete Phänomen trifft die Verbraucher hart, da sie für weniger Produkt mehr bezahlen.

Die „Mogelpackung des Jahres“ und ihre Folgen

Die Auszeichnung „Mogelpackung des Jahres 2023“ durch die Verbraucherzentrale Hamburg wirft ein Schlaglicht auf eine zunehmend verbreitete Praxis in der Lebensmittelindustrie.

Der Gewinner dieser unrühmlichen Auszeichnung, Mondelez mit seinen „TUC Bake Rolls“, steht exemplarisch für eine Industrie, die Verbraucher mit geschickten Marketing- und Verpackungstricks hinters Licht führt.

Der Fall zeigt, wie der Inhalt der Verpackung von 250 auf 150 Gramm schrumpft, während der Preis von 1,39 auf bis zu 1,99 Euro steigt – eine versteckte Preiserhöhung von mindestens 127 Prozent. Das ist nicht nur eine irreführende Täuschung, sondern belastet auch das Budget der Verbraucher.

Weitere Beispiele für „Shrinkflation“

Die Liste der „Mogelpackungen“ ist lang und vielfältig. So wurde das „Oreo Stieleis“ von Froneri wegen einer versteckten Preiserhöhung von bis zu 63 Prozent kritisiert. Die Anzahl der Glacé in der Packung wurde reduziert, während der Preis gleich blieb.

Ähnliche Fälle finden sich bei Produkten wie der Mundspülung „Listerine Total Care“ oder der Marzipanschokolade von Aldi.

Screenshot: Verbraucherzentrale Hamburg
Screenshot: Verbraucherzentrale Hamburg

Diese Praxis ist besonders heimtückisch, weil sie oft unbemerkt bleibt und der Verbraucher so indirekt mehr für weniger bezahlt.

Handel und Politik in der Pflicht

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert ein stärkeres Eingreifen von Politik und Handel, um diese Täuschungspraktiken zu unterbinden.

Die Politik ist gefordert, klare Richtlinien und Gesetze zu schaffen, die solche Täuschungen verhindern. Auch der Handel selbst sollte Verantwortung übernehmen und Produkte, die offensichtlich Mogelpackungen sind, aus dem Sortiment nehmen. Das würde nicht nur das Vertrauen der Verbraucher stärken, sondern auch einen fairen Wettbewerb fördern.

Fragen und Antworten

Frage 1: Was genau ist eine Mogelpackung?
Antwort 1: Eine „Mogelpackung“ ist ein Produkt, bei dem die Menge des Inhalts reduziert wurde, während die Verpackungsgröße gleich geblieben oder der Preis sogar gestiegen ist. Der Verbraucher zahlt also mehr für weniger.

Frage 2: Wie können sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor Mogelpackungen schützen?
Antwort 2: Verbraucher sollten die Produktinformationen genau lesen, insbesondere die Angaben zu Menge und Preis. Es lohnt sich, den Preis pro Einheit (zum Beispiel pro 100 Gramm) zu vergleichen und sich über Änderungen bei bekannten Produkten zu informieren.

Frage 3: Gibt es gesetzliche Regelungen gegen Mogelpackungen?
Antwort 3: Derzeit gibt es keine speziellen Gesetze, die „Mogelpackungen“ direkt verbieten. Allerdings fallen Mogelpackungen unter das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das Täuschungen und irreführende Werbepraktiken verbietet.

Frage 4: Warum sind Mogelpackungen ein Problem für die Verbraucher?
Antwort 4: Mogelpackungen sind problematisch, weil sie den Verbraucher täuschen und zu höheren Ausgaben für weniger Produkt führen. Sie untergraben das Vertrauensverhältnis zwischen Verbrauchern und Herstellern und können zu finanziellen Belastungen führen.

Frage 5: Wie reagieren Unternehmen auf die Kritik an Mogelpackungen?
Antwort 5: Einige Unternehmen reagieren auf die Kritik, indem sie ihre Produkte oder Preise ändern, andere verteidigen ihre Praktiken als Teil von Kostenanpassungen oder Marketingstrategien. Es kommt sehr auf das einzelne Unternehmen und den öffentlichen Druck an.

Fazit: Aufruf zu bewusstem Konsum

Abschließend appellieren wir an die Verbraucher, sich aktiv zu informieren und bewusst zu konsumieren. Durch aufmerksames Einkaufen und Hinterfragen von Produkten können wir alle dazu beitragen, unseriöse Praktiken der Industrie aufzudecken und zu verhindern.

Quellen: Tagesschau ; Verbraucherzentrale Hamburg

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