Die Behauptung

Die EU plant, die Verwendung des Begriffs „Weihnachten“ sowie der Namen „Maria“ und „Josef“ zu verbieten, um Diskriminierung anderer Kulturen zu vermeiden.

Unser Fazit

Die EU hat in ihrem Leitfaden für inklusive Sprache weder „Weihnachten“ noch die biblischen Namen „Maria“ und „Josef“ verboten. Der Leitfaden empfiehlt lediglich, in der allgemeinen Kommunikation auf spezifisch religiöse Begriffe zu verzichten, um Inklusivität zu fördern.

Aktuell kursiert zum wiederholten Male – wir haben 2021 schon einmal berichtet – die Behauptung, es gebe EU-Pläne den Begriff „Weihnachten“ sowie die Namen „Maria“ und „Josef“ abzuschaffen.

Die Behauptung lautet “EU wollte „Weihnachten“ und „Maria“ ersetzen! Die Gleichstellungskommission der EU wollte die Wörter „Weihnachten“ und „Maria und Josef“ durch „Ferien“ und „Malika und Julio“ ersetzen. Die Wörter diskriminierten nach Ansicht der Kommission Nicht-Christen. Ziel sei es, jedem in der EU wohnenden Menschen zu zeigen, dass er „unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion und ethnischer Zugehörigkeit“ sowohl „wertgeschätzt“ als auch „anerkannt“ werde.”

Faktencheck: Behauptungen über EU-Pläne zur Abschaffung von 'Weihnachten', 'Maria' und 'Josef'" -Screenshot einer Behauptung aus den sozialen Medien
Screenshot einer Behauptung aus den sozialen Medien

Diese Interpretation eines EU-Leitfadens für inklusive Kommunikation ist jedoch irreführend.

Was die EU-Pläne wirklich sagen

Fakt: Die EU hat in ihrem Leitfaden für inklusive Sprache weder das Wort „Weihnachten“ verboten, noch die Erwähnung der biblischen Figuren Maria und Josef untersagt. Stattdessen empfiehlt der Leitfaden, in allgemeiner Kommunikation auf Begriffe zu verzichten, die einer bestimmten Religion zugeschrieben werden, um Inklusivität zu fördern. Quelle: https://www.fdesouche.com/wp-content/uploads/2021/11/guidelines-for-Inclusive-communication.pdf

Fakt: In dem Leitfaden wird vorgeschlagen, anstelle des Satzes „Die Weihnachtszeit kann stressig sein“ von einer „stressigen Feiertagszeit“ zu sprechen. Dies soll unterschiedliche religiöse Feiertage einbeziehen. Der Begriff „Weihnachten“ wird also nicht gestrichen, sondern es wird zu einer inklusiveren Ausdrucksweise geraten.

Fakt: Die Namen „Maria“ und „Josef“ werden in den EU-Plänen nicht im Kontext des biblischen Paares erwähnt. Vielmehr werden sie als Beispiele für typische christliche Namen genannt, die in der Kommunikation durch neutralere Namen ersetzt werden könnten, um verschiedene kulturelle Hintergründe zu berücksichtigen.

Faktencheck: Behauptungen über EU-Pläne zur Abschaffung von 'Weihnachten', 'Maria' und 'Josef'" -Screenshot: Darstellung der Anwendungsvorschläge für inklusive Kommunikation gemäß den Richtlinien der Europäischen Kommission (Quelle: „Leitlinien der Europäischen Kommission für inklusive Kommunikation“, Seite 19)
Screenshot: Darstellung der Anwendungsvorschläge für inklusive Kommunikation gemäß den Richtlinien der Europäischen Kommission (Quelle: „Leitlinien der Europäischen Kommission für inklusive Kommunikation“, Seite 19)

Hintergrund des Leitfadens

Fakt: Der Leitfaden „Union of Equality“ der EU-Kommission zielt darauf ab, die Kommunikation der EU-Kommission inklusiver zu gestalten, sodass sich niemand benachteiligt fühlt – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderungen, Alter und sexueller Orientierung.

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Fazit: Kein Verbot von „Weihnachten“ und Co., sondern Empfehlung für inklusive Kommunikation

Es besteht kein Grund zur Besorgnis, da der Leitfaden der EU-Kommission lediglich dazu dient, eine inklusive Sprache zu fördern, bei der sich alle Personen, nicht nur Christen, angesprochen fühlen. Trotzdem sind die EU-Pläne in ihrer aktuellen Form nicht ideal, da sie den falschen Eindruck erwecken, Begriffe wie „Weihnachten“ und „Maria und Josef“ seien diskriminierend. Dies entspricht nicht dem eigentlichen Ziel des Leitfadens. Daher wurde der Leitfaden zurückgezogen und wurde überarbeitet!

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