Zum Beispiel, ob braune Eier tatsächlich von braunen Hennen stammen oder das Abschrecken der Eier leichteres Pellen ermöglicht. Lebensmittel-Expertin Carola Clausnitzer von der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) nimmt sechs weit verbreitete Mythen über Ostereier in den Blick und verrät, was davon stimmt.

Mythos 1: Braune Hühner legen braune Eier.

Das stimmt nicht. Die Farbe der Eier hängt nicht vom Gefieder ab. Sie ist genetisch bedingt. Entweder legt ein Huhn nur weiße oder nur braune Eier. Auch die Aussage, dass braune Eier gesünder als weiße Eier sind, stimmt nicht. Die Farbe der Eischale sagt nichts über den Nährstoffgehalt der Eier aus.

Mythos 2: Eiklar enthält mehr Eiweiß als Eigelb.

Stimmt auch nicht. Anders als der Name „Eiweiß“ vermuten lässt, ist der Eiweißgehalt im Eigelb (16 Prozent) höher als im Eiklar (11 Prozent). Da ein Ei aber mehr Eiweiß als Eigelb enthält, sind die Proteine etwa gleichmäßig verteilt.

Mythos 3: Eier sollen vor dem Auspusten abgewaschen werden.

Das stimmt. Auf der Schale von rohen Eiern können Bakterien, zum Beispiel Salmonellen, haften. Durch das Auspusten mit dem Mund besteht das Risiko einer Lebensmittelinfektion mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. „Wir raten, das Ei vor dem Auspusten mit warmem Wasser und Spülmittel abzuwaschen“, sagt Clausnitzer. Um den direkten Kontakt mit dem Mund zu vermeiden, können Verbraucher:innen Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen Strohhalm benutzen. Die entstandene Eimasse kann man beispielsweise für die Zubereitung eines Rühreies, zum Backen eines Kuchens verwenden oder für einen späteren Zeitpunkt einfrieren.

Trotz Salmonellen-Gefahr: Nach dem Kauf von Eiern sollten Verbraucher:innen die Eischale nie vorsorglich abwaschen, sonst beschädigen sie die natürliche Schutzschicht, die das Ei umzieht, und Keime können ungehindert in das Ei eindringen.

Mythos 4: Lebensmittel-Farbstoffe sind aus Lebensmitteln gewonnen.

Das stimmt nicht. Ein „Lebensmittel-Farbstoff“ ist jeder Farbstoff, der für Lebensmittel zugelassen ist. Bewerben Unternehmen ihre Ostereier-Farben mit der Aussage „hergestellt aus Lebensmittel-Farbstoffen“, bedeutet dies also nicht, dass die Farben aus Lebensmitteln bestehen, sondern nur, dass sie für die Verwendung auf Lebensmitteln zugelassen sind. 

Einige der chemisch-synthetisch hergestellten Farbstoffe stehen im Verdacht, Allergien auszulösen und die Aktivität bei Kindern zu erhöhen. Dazu gehören unter anderem Chinolin-gelb (E104) oder die sogenannten Azofarbstoffe Gelborange S (E110) und Azorubin (E122). Durch eine Beschädigung der Eierschale können die umstrittenen Farbstoffe ins Innere des Eis gelangen und werden somit verzehrt. Lebensmittel-Farbstoffe können jedoch auch aus natürlichen Rohstoffen bestehen, so zum Beispiel Kurkumin aus Gelbwurz (Kurkuma).

Auf der Verpackung der Ostereier-Farbe ist gekennzeichnet, welche Farbstoffe enthalten sind. Die VZB rät zu Produkten ohne Chinolingelb (E104) und Azofarbstoffe.

Mythos 5: Eier abschrecken hilft beim Pellen.

Stimmt nicht. Ob die Schale hartnäckig am Ei kleben bleibt, hängt nicht vom Abschrecken ab, sondern vom Alter der Eier. Wenn die Schale schlecht abgeht, sind die Eier nur wenige Tage jung. Ältere Eier lassen sich leichter pellen, weil die dünne Haut um das Eiklar herum mit der Zeit elastischer wird. Abschrecken ist nur sinnvoll für diejenigen, die ein weich gekochtes Ei genießen wollen, denn die Kälte unterbricht den Garprozess. 

Mythos 6: Ostereier sind wochenlang haltbar.

Das kommt darauf an: Ausschlaggebend für die Haltbarkeit eines Eis ist, ob die Schale unverletzt und das Ei nach dem Kochen abgeschreckt worden ist. Abgeschreckte Eier sind bei kühler Lagerung ca. 2 Wochen haltbar. Nicht abgeschreckte Eier halten bis zu 4 Wochen. 

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Schale unbeschädigt bleibt. Sobald die Schale des gekochten Eis rissig oder auf eine andere Art beschädigt ist, sollte das Osterei rasch verzehrt werden, da durch die Öffnungen der Schale Keime ans Ei kommen können.

Noch mehr Informationen rund um Ostereier hat die VZB hier zusammengetragen.

Quelle:

Verbraucherzentrale Brandenburg
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