US-Gericht konfrontiert Tech-Giganten wegen der Internetsucht bei Kindern

Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben und die Verantwortung von Social-Media-Unternehmen für die Sicherheit und das Wohlergehen junger Nutzer ins Rampenlicht rücken.

Der Weg zum Gericht

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Es geht um physische, psychische und emotionale Schäden, die Kinder durch die Nutzung sozialer Medien erlitten haben sollen, darunter Angstzustände, Depressionen und in einigen Fällen sogar Selbstmord. Die Kläger, darunter Hunderte betroffener Nutzer, fordern nicht nur Schadenersatz, sondern auch ein Ende der als schädlich empfundenen Geschäftspraktiken dieser Unternehmen.

Rechtliche Grundlagen und Herausforderungen

Interessant ist der rechtliche Ansatz der Richterin Yvonne Gonzalez Rogers. Sie entkräftet das Argument der Unternehmen, dass sie aufgrund des 1. Verfassungszusatzes, der die Meinungsfreiheit regelt, und des Federal Communications Decency Act, der Online-Dienste vor der Haftung für Handlungen Dritter schützt, gegen Klagen immun seien.

Die Richterin betonte, dass die Vorwürfe der Kläger über bloße Inhalte Dritter hinausgingen und sich auf Mängel wie unzureichende elterliche Kontrolle und die schwierige Deaktivierung von Accounts konzentrierten.

Die Reaktion der Technologieunternehmen

Die Reaktionen der betroffenen Unternehmen fallen unterschiedlich aus: Während Alphabet (Google, YouTube) die Vorwürfe als unzutreffend zurückweist und betont, dass der Schutz von Kindern schon immer im Mittelpunkt ihrer Arbeit gestanden habe, verweist ByteDance (TikTok) auf seine robusten Sicherheitsrichtlinien und Kindersicherungen. Snap (Snapchat) und Meta (Facebook, Instagram) haben bisher keine Stellungnahme abgegeben.

Fazit

Dieser Fall ist nicht nur ein Präzedenzfall für die rechtliche Beurteilung der Verantwortlichkeit von Social-Media-Unternehmen, sondern auch ein Signal für die gesamte Branche. Es stellt sich die Frage, inwieweit Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden können, wenn ihre Plattformen schädliche Auswirkungen auf ihre jüngsten Nutzer haben. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die Art und Weise haben, wie Social Media in Zukunft betrieben und reguliert werden.

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Quelle: Reuters, Der Standard

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