Balkonkraftwerke (auch als Stecker-Solaranlagen bekannt) erfreuen sich wachsender Beliebtheit als Möglichkeit, selbst erzeugten Strom zu nutzen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Doch wie umweltfreundlich sind diese Mini-Solaranlagen wirklich? Eine wichtige Kennzahl zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Balkonkraftwerken ist die CO₂-Bilanz.

In diesem Artikel beleuchten wir die Frage, ob Balkonkraftwerke tatsächlich einen positiven Einfluss auf die CO₂-Bilanz haben und wie sie sich im Vergleich zu anderen Energiequellen schlagen. Dabei betrachten wir nicht nur die direkten CO₂-Emissionen, sondern auch die indirekten, die bei der Herstellung und Entsorgung der Geräte entstehen.

Wie hoch ist die CO₂-Einsparung bei einem Balkonkraftwerk?

Die CO2-Bilanz eines Balkonkraftwerks hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Art der eingesetzten Solarmodule, dem Herstellungsprozess der Module, der Herkunft des Stroms, der zur Herstellung des Geräts und seiner Komponenten benötigt wird, sowie dem verwendeten Wechselrichter und Speicher.

Im Allgemeinen gilt jedoch, dass ein Balkonkraftwerk eine sehr positive CO2-Bilanz aufweist, da es saubere Energie aus erneuerbaren Quellen produziert und somit dazu beiträgt, den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die CO2-Bilanz von Balkonkraftwerken in der Praxis von verschiedenen Faktoren abhängt, wie beispielsweise der Stromerzeugungsmix des Stromanbieters, der geografischen Lage des Balkonkraftwerks und der Ausrichtung und Neigung des Balkons. Eine genaue Bestimmung der CO2-Bilanz erfordert daher eine individuelle Betrachtung und kann von Fall zu Fall variieren.

Beispielrechnung bei einem 800 Watt Balkonkraftwerk

Für unser Beispiel nehmen wir eine Stecker-Solaranlage mit zwei monokristallinen Halbzellen-Solarmodulen (jeweils 400 Watt), sowie einen gesetzeskonformen Wechselrichter mit 600 Watt Einspeiseleistung.

Laut dem aktuellen Balkonkraftwerk Test vom EnergieMagazin erzeugen die derzeit besten Balkonkraftwerke mit einer Spitzenleistung von 800 Watt Peak etwa 560 – 815 kWh pro Jahr. Für die Stromkostenersparnis ist natürlich auch wichtig, wie viel man vom erzeugten Strom auch tatsächlich selbst verbrauchen kann. Für die CO₂-Bilanz ist das allerdings weniger wichtig, da nicht verbrauchter Strom einfach ins öffentliche Stromnetz “verschenkt” wird und beispielsweise zu Ihren Nachbarn fließt.

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Das Balkonkraftwerk aus unserer Beispielrechnung würde demnach bis zu 330 Kilogramm CO2 sparen. Ob das viel ist, erläutern wir im nächsten Absatz…

CO2 Bilanz in Relation zu Auto oder anderen Quellen

Um die Bedeutung von 300 kg CO2-Einsparung durch ein 800W Balkonkraftwerk in Relation zum CO2-Verbrauch von Autos oder anderen Quellen zu verstehen, können wir einen Vergleich anhand einiger Daten anstellen.

Die genaue Menge an CO2, die durch den Betrieb eines Autos erzeugt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Art des Autos, dem Kraftstoffverbrauch, der Fahrstrecke und der Fahrweise. Laut dem Umweltbundesamt in Deutschland emittiert ein durchschnittliches Auto etwa 129 g CO2 pro Kilometer. Das bedeutet, dass eine Einsparung von 300 kg CO2 durch ein Balkonkraftwerk einer Fahrt von rund 2326 Kilometern mit einem durchschnittlichen Auto entspricht.

Ein weiteres Beispiel: Laut dem Bundesministerium für Umwelt produziert ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland pro Jahr etwa 10,8 Tonnen CO₂. Eine Einsparung von 330 kg CO₂ durch ein Balkonkraftwerk würde also etwa 3 % der jährlichen CO₂-Emissionen eines durchschnittlichen Haushalts entsprechen.

Diese Vergleiche sollen verdeutlichen, dass eine Einsparung von 330 kg CO2 durch ein Balkonkraftwerk zwar keine riesige Menge an eingesparten Emissionen darstellt, aber trotzdem dazu beitragen kann, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Jeder Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen, egal wie klein er auch sein mag, kann dabei helfen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen.

Entstehen bei der Erzeugung eines Balkonkraftwerks CO₂-Emissionen?

Eine Photovoltaikanlage erzeugt während ihres Betriebs keine CO2-Emissionen, da sie keine Verbrennungsprozesse oder andere chemische Reaktionen nutzt, um Energie zu erzeugen. Stattdessen wandelt sie das Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um.

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Allerdings gibt es CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung von Photovoltaik-Modulen, Wechselrichtern und anderen Komponenten der Anlage entstehen können. Die Menge dieser Emissionen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Art der verwendeten Materialien, der Herstellungsprozesse und der Energiequelle, die zur Herstellung der Anlage verwendet wurde.

MIMIKAMA
Bildquelle: Alexander Jakob / EnergieMagazin

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung von Photovoltaikanlagen entstehen, im Vergleich zu den Emissionen, die bei der Erzeugung von Energie aus fossilen Brennstoffen freigesetzt werden, vergleichsweise gering sind.

Schadet die Entsorgung der Solarmodule der Umwelt?

Obwohl die Lebensdauer eines Balkonkraftwerks mit etwa 30 bis 40 Jahren sehr hoch ist, müssen die Komponenten irgendwann auch wieder entsorgt werden…

Die Entsorgung von Solarmodulen kann potenziell negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, wenn sie nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. Solarmodule bestehen aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Glas, Aluminium, Kunststoffe und Silizium, die alle recycelt oder auf andere Weise entsorgt werden müssen.

Wenn Solarmodule falsch entsorgt werden, können einige der in ihnen enthaltenen Materialien Schäden an der Umwelt verursachen. Zum Beispiel kann das in Solarmodulen enthaltene Cadmium, ein Schwermetall, toxisch sein und bei unkontrollierter Freisetzung in die Umwelt Schäden verursachen. Es ist daher wichtig, dass Solarmodule ordnungsgemäß recycelt oder auf andere Weise entsorgt werden, um ihre potenziellen Umweltauswirkungen zu minimieren.

In vielen Ländern gibt es gesetzliche Vorschriften, die die Entsorgung von Solarmodulen regeln und die Hersteller dazu verpflichten, Programme zur Rücknahme und Entsorgung von alten oder defekten Modulen bereitzustellen. Durch diese Programme sollen die Solarmodule ordnungsgemäß recycelt oder auf andere Weise entsorgt werden. Weitere Informationen zur Entsorgung von Photovoltaikanlagen finden Sie in diesem Artikel.

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Insgesamt gilt jedoch, dass die Umweltauswirkungen der Entsorgung von Solarmodulen im Vergleich zu den Umweltauswirkungen fossiler Brennstoffe oder anderer nicht erneuerbarer Energiequellen relativ gering sind. Solarenergie bleibt auch weiterhin eine der saubersten und umweltfreundlichsten Energiequellen, die wir nutzen können, um unseren Energiebedarf zu decken.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
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